Das Jahreskonzert stellt für die Jugendkapelle wie für die Stammformation des Musikvereins Schwenningen den Höhepunkt der vorausgehenden umfangreichen Probenarbeit dar. Mit Istvan Elekes führt seit April ein neuer Dirigent den Musikverein. Er leitet seit September auch die Jugendkapelle. Vorsitzender Adrian Stier freute sich, zum Konzert mehr als 250 Gäste in der Heuberghalle begrüßen zu können.

Zum Auftakt des Konzerts spielten die 25 Jugendlichen der Nachwuchsformation. Als Ansagerinnen präsentierten Pia Siber und Kathrin Kögel die einzelnen Musikstücke. Das Publikum freute sich beispielsweise über „El Condor pasa“ und „Just give me a Reason“ und spendete der Nachwuchsformation viel Beifall.

Nach der Pause kam das 47-köpfige Orchester des Musikvereins auf die Bühne. Sarah Stingel und Antonia Schwanz stellten dieses Mal die Melodien hintergründig vor. Nach dem furiosen Auftakt mit dem Konzertmarsch „Opening“ begann die musikalische Reise in die Heimat des neuen Dirigenten mit der „kleinen ungarischen Rhapsodie“ von Alfred Bösendorfer. Die traurig schluchzenden Geigen einer Dorfkapelle sowie ein aus einer Gaststätte feurig erklingendes Volkslied wurden vom Orchester bravourös in Klängen dargestellt.

Im benachbarten Bulgarien wurde Mitte der 1960er Jahre vom früheren Zentralorchester der tschechoslowakischen Volksarmee eine Schallplatte mit Märschen der Staaten des Warschauer Paktes vorgestellt. „Das Abzeichen“ aus diesem Werk gilt als Mustermarsch des Balkans, in dem deutliche Spuren von Folklore erkennbar sind. Dem Schwenninger Musikverein gelang es, diesen Marsch kraftvoll in Szene zu setzen.

Viele junge Frauen spielen im Musikverein mit – bevorzugt ­Saxofon, Klarinette oder Querflöte. Unser Bild zeigt (von links) Kathrin Kögel, Gina Forster und Alisa Heinemann.
Viele junge Frauen spielen im Musikverein mit – bevorzugt ­Saxofon, Klarinette oder Querflöte. Unser Bild zeigt (von links) Kathrin Kögel, Gina Forster und Alisa Heinemann.

Es folgte einige Pop & Rock-Meisterwerke der leichten Unterhaltung. Das Lied Waterloo war 1974 in Brighton beim Eurovision Songcontest der musikalische Durchbruch der schwedischen Kult-Band Abba. Sechs Jahre zuvor stellten die Beatles ihren Erfolgstitel „OB-LA-DI, OB-LA-Da“ vor und 1975 schrieb Freddie Mercury den Riesenhit „Bohemian Rhapsody“, den er mit der Gruppe Queen veröffentlichte. Dieser erste Nummer-Eins-Hit von Queen unterscheidet sich von sämtlichen anderen Stücken derselben Musikrichtung durch das Fehlen von Refrain und strophischer Form.

Die Frauen und Männer der Schwenninger Kapelle beeindruckten bei diesem Titel mit einer faszinierenden Umsetzung des Rock-Meisterwerks durch ihre klangvolle Vielfalt. Mit „Billie Jean“ präsentierten die Schwenninger Musikanten den King of Pop, Michael Jackson. „Die Hölle morgen früh“, „Mitten im Paradies“ und „Atemlos“ waren drei Melodien der seit Jahren erfolgreichen deutschen Sängerin Helene Fischer, die manche Besucher der Heuberghalle leise mitsangen. Der Funke war längst auf die Zuhörer übergesprungen.

Ein stattliches Ensemble: Die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Schwenningen stellten sich nach dem beeindruckenden Jahreskonzert zum Gruppenbild.
Ein stattliches Ensemble: Die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Schwenningen stellten sich nach dem beeindruckenden Jahreskonzert zum Gruppenbild.

Selbstverständlich folgte das Ensemble den vielen Zugabe-Rufen beim Schluss-Applaus. Mit „Berliner Luft“ sowie „Musik, Musik“ spendierten die Musikerinnen und Musiker unter Istvan Elekes ein flottes und pfiffiges Finale. Und nach weiteren Zugaberufen durfte nochmals Helene Fischer „Atemlos“ durch die Heuberghalle flitzen. Die Musikauswahl des neuen Dirigenten kam beim Publikum sehr gut an. Egon Siber, einer der Zuhörer meinte nach dem Konzert: „Mir haben die Lieder hervorragend gefallen. Das war ganz nach meinem musikalischen Geschmack. Ich hätte noch lange zuhören können.“