Insgesamt Zwanzigmal werden Musikfreunde dieses Jahr im Festzelt des Schwenninger Strohparks auf ihre Kosten kommen. Am Freitagabend gelang den Heuberger Gaumenfreunden Martin Dannecker und Frank Johann Bosch in dieser Serie ein musikalischer Volltreffer mit dem Auftritt der Blaskapelle Holz-Schlag-Blech.

"Ein kleiner Haufen"

"Der Name Holzschlagblech ergibt sich aus den drei Namen Holzinstrumente, Schlagzeug und Blechinstrumente", erläutert der musikalische Leiter Simon Löw. "Wir sind ein kleiner Haufen verrückter Musiker, die böhmisch-mährische Blasmusik lieben" – behaupten deren Mitglieder auf ihrer Homepage. Seit drei Jahren gebe es die Blaskapelle und seit 2015 seien ihre Auftritte Bei Zeltfesten in der Region etabliert und nicht mehr wegzudenken, wenn man über böhmisch-mährische Musik spricht, sagt Löw. Daneben würden seit 2016 auch Schlager und Rockstücke vorgetragen. Solistische Einlagen und Gesang ergänzten die Konzertgestaltung.

Myriam Löw (links) und Amelie Glattes bei der Dudelsack-Polka.
Myriam Löw (links) und Amelie Glattes bei der Dudelsack-Polka.

Im Schwenninger Festzelt war die Gruppe bereits im vergangenen Jahr zu Gast und zog auch am Freitagabend wieder alle Register. "Es ist für uns alle ein musikalischer Leckerbissen", schwärmte der Vorsitzende des Schwenninger Handels- und Gewerbevereins, Steffen Löffler, der selbst beim Musikverein Schwenningen aktiv ist. Der Posaunenspieler schwelgte, so wie viele andere Fans der Blasmusik, während des Konzerts im siebten Himmel. Ob nun Titel von Wilfried Rösch (Morgenblüten) oder der Scherzachtaler Blasmusik (Zeit für uns) gespielt wurden, der unverwechselbare Sound von Holzschlagblech ging bei den Fans sofort ins Blut über.

Wolfgang Kraus musste jedes Solo wiederholen und erhielt frenetischen Beifall.
Wolfgang Kraus musste jedes Solo wiederholen und erhielt frenetischen Beifall.

Spätestens bei dem Stück "Die Fischerin vom Bodensee" sprang dann der Funke vollends über auf alle Besucher unter der Zeltkuppel, denn nicht nur die Musikanten auf der Bühne, sondern auch die 300 Zuhörer sangen vom "weißen Schwan, der den Kahn ziehet".

Weitere Leckerbissen

Besondere musikalische Schmankerl gab es während des Konzerts dann aber auch bei den solistischen Einlagen. Bariton Stefan Frick aus Leibertingen glänzte mit dem Solo "Bravour-Polka". Und bei der Dudelsack-Polka gab es ein tolles Klarinetten-Solo von Myriam Löw und Amelie Glattes sowie auch das Solo von Sebastian Hafner und Reiner Petzuch am Flügelhorn. Einen weiteren Leckerbissen präsentierten Trompeter Wolfgang Kraus und wiederum Tenorhorn-Spezialist Stefan Frick mit dem Lied "Die zwei Turteltauben".

Mit Stefan Frick aus Leibertingen war ein hoch talentierter Bariton-Solist zu hören.
Mit Stefan Frick aus Leibertingen war ein hoch talentierter Bariton-Solist zu hören.

Nach der flotten "Katherinen-Polka", der Bodensee-Polka und der Polka "Böhmische Liebe" setzte Trompeter Wolfgang Kraus mit seinem zweiten Solo "Das Märchen vom Moos und Farnkraut" ein weiteres musikalisches Ausrufezeichen. Am laufenden Band ließ Holzschlagblech Frauen und Männer im Schwenninger Strohparkzelt jubeln.

Jen-Tak-Kapella tritt auf

Die Blasmusikfans waren von der Harmonie und dem fein abgestimmten Klangkörper der 16 Instrumente begeistert. Die Besucher waren sich einig: Das musikalische Können aller Musikanten, ergänzt durch die Gesangseinlagen, waren genau die richtige Mischung im Strohparkzelt.

Simon Löw präsentierte sich als brillanter Leiter dieses Ensembles. Er leitet auch die Musikkapelle in Heudorf, kümmert sich beim Musikverein Leiberingen um die Tontechnik und leitet die siebenköpfige Jen-Tak-Kapella, die am nächsten Freitag ab 22 Uhr im Festzelt des Strohparks zu hören sein wird.