Gewitterregen am Freitagnachmittag. Die Veranstalter rechnen schon mit dem Schlimmsten, aber es kam ganz anders: Das zweite Hay-Mountain-Festival, das am Freitag und am Samstag in der Heuberg-Gemeinde Schwenningen stattfand, wurde von trockenem Wetter begleitet. So kamen sowohl die fünf Bands wie auch die Hunderte von Fans der Rock- und Popmusik voll auf ihre Kosten.

"Heute bin ich erstmals aufgeregt vor einem Auftritt, aber ich freue mich riesig auf mein Heimspiel", rief die in Schwenningen lebende Gudrun Steidle am Freitagabend dem Publikum zu. Zusammen mit ihrer siebenköpfigen Band Sullom Drive aus dem Raum Biberach-Ulm präsentierte sie mit ihrer Kollegin Lisa Brunner sowie den fünf Musikern Horst Allgöwer (Bass), Wolfgang Bord (Gitarre), Roland Rüssel (Gitarren), Peter Sedelmaier (Keyboard) und Hubert Walter (Drums) mit viel Charme und Witz eine bemerkenswerte viereinhalbstündige Show. Egal, ob nun Pink Floyds "Another Brick in the Wall", "Hotel California" von den Eagles oder der Klassiker "Smoke on the Water" von Deep Purple präsentiert wurden, der Funken sprang sofort auf das begeisterte Publikum über.

Fans waren teilweise von weither angereist. Petra Keßler vom Bodensee und Patricia Stockinger aus Stetten a.k.M., beide lebten früher in Schwenningen, tanzten wie viele andere Besucher des Festivals enthusiastisch vor der Bühne. "Ich bin einfach total begeistert, was die Schwenninger da wieder auf die Beine stellten", sagte Susanne Schäfer aus dem Nachbarort Bärenthal. Klassiker der Beatles wie "Here cames the sun" oder "The Balled of John Yoko" begeisterten genauso wie Janis Joplins "Me and Bobby McGee". Die Band Sullom Drive erwies sich für die Macher des Hay-Mountain-Vereins als echter Glücksgriff.

Der zweite Festivaltag begann am Samstag mit der Band Zippo Kennt's aus dem Raum Albstadt. Claudius "Zippo" Zito (Gitarre), Sänger Ihab Sagr (und Gitarre), Sänger Timo Krebs (und Bass) und Max Maute (Drums) rissen das Publikum mit Power-Titeln richtig mit. Ihre Eigenkompositionen wie etwa "Wasted" oder "Stuck" waren von herausragender musikalischer Qualität geprägt. "Es ist für uns eine Riesen-Ehre, dass wir hier spielen dürfen. So ein Festival ist nicht selbstverständlich", lobte Sänger Ihab Sagr die Schwenninger Festival-Macher. Als zweite Band stellten sich die Hausherren auf die Bühne. Die Band Corny Joke besteht aus Jonas Eisemann (Gitarre und Gesang), Lukas Aue (Bass und Gesang), Jannick Reif (Keyboard) und Michi Steidle (Drums). Steidle ist auch Chef des veranstaltenden Hay-Moutain-Vereins. Die Musiker rissen ihre Fans mit ihren vielen beliebten Eigenkompositionen wie "Liebeslieder" mit.

Einen ganz besonderen Leckerbissen servierten die Veranstalter mit der früheren Schulband Macrol aus Stetten a.k.M.. Zu dieser Band gehören zwei Väter von Musikern von Corny Joke. Die fünf Musiker von Macrol zeigten, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten nichts an ihrem eigentümlichen musikalischen Glanz eingebüßt haben.

Macrol gefiel mit Schwoba-Rock. "So etwas habe ich noch nie erlebt", war von einige Festival-Besuchern zu hören. "Hey Superfrau", "Smoke-Alarm" oder "Du bischt der ideale Typ für d' Politik" lauteten einige ihrer Titel. "Wir treten nur einmal im Jahr auf", informierte Sänger Manfred Jung in einem Gespräch mit unserer Zeitung. "Unser Schlagzeuger Roland Mogg war eigens aus Dresden für den Abend angereist." Weitere Mitglieder der Band sind Jürgen Tittel (Keyboard), Hubert Eisemann (Gitarre und Gesang) sowie Markus Aue (Bass).

Zum Abschluss des Festivals gaben die drei Jungs der aus Heilbronn stammenden Deutsch-Punk-Rockband AOP ihre rockige Visitenkarte auf dem Heuberg ab.

Auch 2019 wird das Festival zwei Tage dauern

Michi Steidle, Vorsitzender des Schwenninger Hay-Mountain-Vereins, zieht in einem Interview mit dieser Zeitung eine Bilanz des Festivals:

Wie ist das zweite Hay-Mountain-Festival gelaufen. Wie fällt ihre Bilanz aus?

Ich bin mehr als zufrieden. Die Gäste sind zahlreich erschienen und ich erhielt nur positive Rückmeldungen.

Dieses Jahr dauerte das Festival erstmals zwei Tage. Gibt es 2019 eine Fortsetzung in dieser Form?

Auf jeden Fall machen wir so weiter. Das Festival an zwei Tagen zu veranstalten, war eine sehr gute Entscheidung.

Wie viele Hay-Mountain-Mitglieder waren die vergangene Woche für den Aufbau und das Festival im Einsatz?

Mehr als 45 Mitglieder sowie zahlreiche freiwillige Helfer haben uns fünf Tage beim Aufbau und bei der Bewirtung hoch motiviert unterstützt.

Was planen Sie neben dem Festival als nächste Aktion? Gibt es auch eine Strohfigur von ihnen?

Ja, wir bauen eine Strohfigur und werden im Strohpark am Samstag, 8. September bewirten. Unser Vereinsziel, die Förderung der Live-Musik auf dem Heuberg, werden wir auch an diesem Samstag im Strohpark mit einer Live-Band umsetzen.

Von Wilfried Koch