Es ist in Schwenningen fast schon Tradition, dass die Feuerwehr die großen Kindern vom katholischen Kindergarten St. Raphael zu einem "Tag der offenen Tür" empfängt. So warteten Kommandant Marcus Siber und Brandmeister Egon Siber vormittags auf die Kinder. Pünktlich um halb zehn Uhr trafen elf Mädchen und vier Jungen mit zwei Betreuerinnen am Feuerwehrhaus ein.

Kommandant Marcus Siber zeigt den Mädchen im Kommandantenzimmer wie sich Feuerwehrleute auf den Einsatz mit Atemschutz vorbereiten. <em>Bilder: Wilfried Koch</em>
Kommandant Marcus Siber zeigt den Mädchen im Kommandantenzimmer wie sich Feuerwehrleute auf den Einsatz mit Atemschutz vorbereiten. Bilder: Wilfried Koch

Nach einer kurzen Begrüßung gab es eine Brezel und eine Limonade zur Stärkung. Dann durfte ein besonders mutiges Mädchen, Saphira Schöllei, per Telefon bei der Leitstelle in Ravensburg anrufen und einen Notruf absetzen. "Es brennt hier im Feuerwehrhaus", meldete Saphira. Der Diensthabende nahm alles detailliert auf und schwuppdiwupp ging der so genannte Piepser. Die stille Alarmierung, diesmal nur die beim Kommandanten Marcus Siber, war in die Wege geleitet worden.

Saphira Schöllei (rechts) setzt bei der Feuerwehr-Leistelle in Ravensburg einen Notruf professionell ab.
Saphira Schöllei (rechts) setzt bei der Feuerwehr-Leistelle in Ravensburg einen Notruf professionell ab.

Jetzt teilte Siber die Kinder in drei Fünfer-Gruppen ein. Eine Gruppe wurde von ihm, eine vom Kollegen Egon Siber und die dritte von Anne Ruckbeil vom Kindergarten betreut. Wer sich jetzt die Frage stellt, warum ist Anne Ruckbeil so kompetent, dem teilte die junge Frau strahlend mit: "Ich bin auch Mitglied einer Wehr, ich bin Feuerwehrfrau in der Nachbarwehr Glashütte." Bei ihr durften die Kinder mit dem Schlauch auf zwei Ziele spritzen. Zwei kleine Bälle mussten abgeräumt werden. Ihre Kollegin Diana Gauggel war mit dem Foto unterwegs und hielt den Auftritt der kleinen Floriansjünger im Bild fest. Egon Siber kümmerte sich um eine Gruppe im Feuerwehrmagazin. Er präsentierte die drei Fahrzeuge, das sind der Gerätewagen Transport, den Mannschaftstransportwagen und das Tanklöschfahrzeug. Bei letzterem erklärte der erfahrene Brandmeister: "Wir müssen unser Wasser immer mitbringen, damit wir schnell mit der Brandbekämpfung beginnen können."

Feuerwehrfrau in Glashütte und Erzieherin im Kindergarten Schwenningen, das ist Anne Rückbeil, die hier mit einigen Mädchen eine Übung am Schlauch durchführt.
Feuerwehrfrau in Glashütte und Erzieherin im Kindergarten Schwenningen, das ist Anne Rückbeil, die hier mit einigen Mädchen eine Übung am Schlauch durchführt.

Emilia, Finja, Joelina, Saphira, Lenja, Finlay, Simon, Giorgia, Sam, Katharina, Lizia, Tabea, Marc, Emma und Nina kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Ob da vielleicht schon der Grundstein für eine spätere Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr gelegt wurde?", meinte Anne Rückbeil. Kommandant Marcus Siber zeigte den Kindern alle Stockwerke im Feuerwehrdomizil. Vom Keller über den Saal und die Teeküche im Obergeschoss bis zum Kommandantenzimmer ging seine Führung. Dort zeigte er die Kleidung und Ausrüstung. Am größten staunten die Gäste über den Atemschutz. "Wir haben in einer Sauerstoffflasche genug Sauerstoff für etwa 40 Minuten", teilte der Chef der Wehr mit. Bei schwerer Arbeit eines Wehrmannes reiche der Inhalt einer Flasche aber nur etwa 15 Minuten.

Wenn die Feuerwehr Gäste hat, dann werden die auch bewirtet. Die Kinder bekommen ihre Limo und eine Brezel zur Stärkung.
Wenn die Feuerwehr Gäste hat, dann werden die auch bewirtet. Die Kinder bekommen ihre Limo und eine Brezel zur Stärkung.

Im Gespräch erklärte der Kommandant, warum er jedem Kind den Atemschutz präsentierte so: "Sie sollen die Angst davor verlieren." Nach 20 Minuten wechselten die Gruppen die Stationen. Und dass es auch viel zu lachen gab war klar. Beispielsweise freute sich Simon Blanz, nachdem er einige Wasserspritzer von einem Kameraden abbekommen hatte: "Und ich bin plitze-platze nass". Das war bei den hochsommerlichen Temperaturen eine schöne Erfrischung. Als man so langsam zum Ende kam gab es den Höhepunkt: In zwei der Feuerwehrautos durften die Kinder und ihre beiden Betreuerinnen eine Fahrt zum Kindergarten miterleben. Die Kinder strahlten bei ihrer Ankunft im Kindi und hatten anschließend viel zu erzählen.