Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung im Jahr 2017 einstimmig, das im Jahr 2013 eingeführte Förderprogramm zur Wiederbelebung leer stehender Wohnhäuser mit sofortiger Wirkung wieder abzuschaffen.

Rückblende: Im September 2013 wurde dieses Programm wegen der damals in Schwenningen zunehmenden Zahl leer stehender Wohnhäuser bei gleichzeitig rückläufiger Einwohnerzahl eingeführt. Leerstände würden ein städtebauliches Problem darstellen, hieß es damals.

Die Kommune wollte auf dieses Programm setzen, um neue Ruinen im Gebäude-Bestand zu verhindern und damit Anreize für die Eigentümer schaffen, in diese Gebäude zu investieren. Der Schwenninger Gemeinderat verfolgte das Ziel, dass die Häuser im Bestand weiter genutzt und die öffentlichen Einrichtungen, wie die Wasser- und Abwasserversorgung, mehr in Anspruch genommen werden. Daneben erhofften sich die Räte, die Zahl der Einwohner auf diese Weise zu erhöhen.

Auch sollten teure Neubauflächen und Erschließungs- sowie Unterhaltskosten eingespart werden. Rückblickend auf die vierjährige Zeit des Wiederbelebungs-Programms musste die Gemeinde indes feststellen, dass lediglich zwei Bürger das Programm in Anspruch genommen hatten. Auch bei der Einführung des Programms war das Ganze im Gemeinderat nicht unumstritten, erinnerte Bürgermeisterin Roswitha Beck, die bereits 2013, damals noch als Gemeinderätin, selbst gegen das Vorhaben gestimmt hatte.

Das ebenfalls im September 2013 beschlossene Förderprogramm "Weg damit" der Gemeinde zum Abriss nicht erhaltungswerter alter Gebäudesubstanz wird dagegen weiter bestehen bleiben, beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Hier geht es um die Förderung des Abrisses oder Teilabrisses von nicht erhaltungswerten alten Wohngebäuden und Bausubstanzen, die vor dem Jahr 1960 erbaut wurden. Bei einem Abriss werden Kosten von zwölf Euro pro Kubikmeter umbauten Raums zugrunde gelegt und mit maximal 90 Prozent der Nettokosten gefördert. Dabei gibt es einen höchst möglichen Förderbetrag je Projekt und Grundstück von 15 000 Euro.

Dieses Programm wurde mehrfach in Anspruch genommen. Es hat sich aus Sicht der Bürgermeisterin und des Rats bewährt.