Lothar Fischer ist der neue strahlende Bürgermeister des kleinen Donaustädtchens Scheer, dem neben der Kernstadt (2150 Einwohner) noch Heudorf (550 Einwohner) zugehörig ist. Der 46-Jährige setzte sich auf Anhieb im ersten Wahlgang am Sonntag gegen sieben Mitbewerber durch und holte sich die hauchdünne Mehrheit von 50,32 Prozent. Der in Scheer wohnende Feuerwehrtechnische Beamte und Diplom-Ingenieur war schon im Vorfeld nach der Kandidatenvorstellung in der Stadthalle zum Favoriten auserkoren worden. Einen Macher, der engagierte Leute mitnehmen könne – dies hatten sich einige Gemeinderäte ausdrücklich im Vorfeld gewünscht. „Heute Mittag war nicht sehr aufgeregt, aber jetzt bin ich natürlich erleichtert“, sagte Lothar Fischer und bedankte sich bei den Mitkandidaten für die Fairness im Wahlkampf und bei den Wählern für das geschenkte Vertrauen.

Mit den 216 Stimmen und 17,17 Prozent platzierte sich Ursula Herla abgeschlagen an zweiter Stelle. Die in der Oberfinanzdirektion Stuttgart tätige Finanzwirtin war vor zwei Jahren nach Scheer gezogen und hatte sich mit einem ausgeklügelten Ideenkonzept für dieses Amt beworben, wurde aber am Wahltag nicht gesichtet. Chancenlos blieben die anderen Mitbewerber: Christian Elbel erreichte immerhin 11,67 Prozent mit 147 Stimmen und landete an dritter Stelle. So schnitten die weiteren Bewerber ab: Thomas Stehle (92 Stimmen/7,31%), Alexander Weiß (74 Stimmen, 5,88 %), Markus Bezikofer (58 Stimmen/4,61%), Klaus Uschkurat (19 Stimmen, 1,51%) und Lars Schmidt (9 Stimmen, 0,72%). Die Wahlbeteiligung lag bei 61,21 Prozent, das sind 1264 Stimmen.

Die Wunschliste an Projekten, die der zukünftige Bürgermeister von Scheer anpacken soll, ist lang. Ein Handlungsspielraum ist gewiss vorhanden, zumal die Finanzlage der Kommune als stabil beschrieben wird. So hätten die Bürger gerne wieder einen Supermarkt im Kernort. Erwartet wird vom neuen Rathauschef und dem Gemeinderat der nun endgültige Beschluss zur Sanierung der Stadthalle, den bisher gefassten hatten die Räte wieder zurückgenommen, um ihn nicht schon im Vorfeld zu binden. Auch ein Neubau auf dem Götz-Areal stünde hier zur Disposition. Beim Thema Grundschule gilt es eine neue Schulleitung zu finden, um sie zukunftsfähig machen zu können. Es gibt also für Fischer viel zu tun.