Die sechs Friedhöfe in der Gesamtgemeinde Sauldorf sollen in Zusammenarbeit mit den Bürgern gestalterisch aufgewertet werden. Das betonten Gemeinderat und Bürgermeister im Rahmen der Mai-Sitzung der Ratsversammlung. Das Gremium begrüßte die von Christian Walter vom Liegenschaftsamt ausgearbeitete Planung. Als nächstes, so der Zeitplan, sind nun die Bürger an der Reihe. Dazu werden die Planunterlagen auf der Homepage der Gemeinde im Internet veröffentlicht werden. Der kommunale Zeitplan sieht die endgültige Entscheidung nach der Bürgerbeteiligung vor der Sommerpause im Juli vor. Mit den ersten Arbeiten, so kündigte Bürgermeister Wolfgang Sigrist an, soll bereits im Herbst begonnen werden.

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Es geht um mehr als kosmetische Änderungen

Bei der Vorstellung der Planungen wurde deutlich, dass es nicht nur um kosmetische Änderungen geht. Ein großer Teil der Planung ist durch die geänderten Bestattungssitten geprägt. Konkret geht es um die bislang bevorzugten Doppelgräber für die Sargbestattung. Der Planer nannte als Beispiel den Friedhof von Wasser in Bichtlingen: „Dort wurde das bislang neueste Doppelgrab vor acht Jahren angelegt.“ Ob und wann wieder ein Doppelgrab gewünscht wird, ist aus Sicht der Verwaltung nicht absehbar. Fest steht für Planer und Entscheidungsträger lediglich, dass die Gräber natürlich bis zum Ende der Liegezeit für den Letztverstorbenen nach 25 Jahren bestehen bleiben. Im SÜDKURIER-Gespräch weist der Planer auf mehrere bereits ältere Doppelgräber hin, bei denen der Partner noch lebt. Das Doppelgräberthema bleibe der Gemeinde noch für einige Jahre erhalten, schlussfolgert Christian Walter. Im Augenblick gehe die Gemeinde davon aus, dass immer weniger Doppelgräber gebraucht werden.

Entwicklung geht zum Urnen-, Wiesen- oder Baumgrab

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Der Trend geht auch in Sauldorf hin zur Urnenbestattung und, früher in einer Landgemeinde wie Sauldorf undenkbar, zur anonymen Bestattung. Deshalb will die Gemeinde künftig der Nachfrage Rechnung tragen. Für diese Beerdigungsform werden in Sauldorf zwei Möglichkeiten geschaffen – das Baumgrab und das Wiesengrab. In Boll steht ein mächtiger Laubbaum, der als Baumgrab in Frage kommt. Auf den anderen fünf Friedhöfen müssen die notwendigen Bäume erst noch gepflanzt werden. Einfacher ist es bei den Wiesengräbern. Hier stellte der Rathausmitarbeiter eine Planung vor, die bei den Ratsmitgliedern auf Beifall stieß.

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Pflege soll der kommunale Bauhof übernehmen

Die Grabplatten sollen vor der eigentlichen Ruhestätte, durch einen mit Platten befestigten Streifen getrennt, installiert werden. Die Grabfläche selbst ist unter einer Rasendecke. Um die Pflege dieses Grünbereichs werden sich, wie Walter ankündigt, die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs kümmern. Damit sieht die Verwaltung die Möglichkeit für die Angehörigen gewährleistet, Blumen und Kränze am Grab niederzulegen. Ein erstes Wiesengrab gibt es bereits auf dem Friedhof in Boll. Anonyme Bestattungen sind für die Friedhöfe in Boll, Sauldorf und Wasser geplant.

Fiedhofsmauer in Boll muss teilweise erneuert werden

Auf dem Boller Gottesacker sind die größten Sanierungen zu erwarten. Denn hier gilt es nicht nur, den Platz vor dem Gefallenenehrenmal instand zu setzen. Die ziegelgemauerte Friedhofsmauer ist auf einem Teilstück so baufällig, dass sie abgetragen und ersetzt werden muss. Ob sämtliche handwerklichen Arbeiten auf dem Boller Friedhof zeitgleich erfolgen können, richtet sich nach Einschätzung von Sigrist nach den freien Kapazitäten der dafür notwendigen Betriebe. Angestrebt jedenfalls ist eine Bauphase. In Rast soll das Bestattungsgelände besucherfreundlicher gestaltet werden. Die vorgelegte Planung sieht vor, den bislang steilen Hauptweg durch eine deutlich weniger steile Serpentine zu ersetzen.

Kosten soll über Beerdigungsgebühren refinanziert werden

Die genaue Ausgestaltung der Friedhofsplanung soll nach der Bürgeranhörung zur Sitzung im Juli vorliegen. Wie der Planer betont, gibt es noch keinen Kostenrahmen. Walter: „Fest steht, dass die Kosten über die Beerdigungsgebühren refinanziert werden.“ Die sechs Sauldorfer Friedhöfe verursachen in jedem Jahr ein Defizit. Kämmerer Günther Hermann nannte für das abgeschlossene Haushaltsjahr 2018 Friedhofskosten für die Gemeinde von 68 500 Euro. Durch Bestattungsgebühren zurück flossen 24 500 Euro. 2019 wurden die Gebühren angehoben.