Die aktuelle Corona-Pandemie bedeutet für viele Menschen einen großen Einschnitt in ihren Alltag. Auch das Vereinsleben in der Gemeinde Sauldorf ist von den Einschränkungen stark betroffen. Von verschiedenen Dorffesten und gemeinsamen Ausflügen bis zu Sitzungen und Probenarbeit musste ein Großteil der Aktivitäten vieler Vereine in den vergangenen Monaten ruhen.

Viele Doffeste fallen derzeit aus

So musste beispielsweise das Krumbacher Vatertagsfest, das vom Narrenverein KNBV Krumbach für den 21. Mai geplant war, aufgrund der Corona-Verordnungen abgesagt werden, wodurch dem Verein für dieses Jahr eine wichtige Veranstaltung und Einnahmequelle fehlt. Der Verein hofft auf eine Besserung der Lage bis nächstes Jahr, wie Claudia Symanzik, Vorsitzender des Krumbacher Narrenvereins mitteilt. Es sei allgemein sehr schade, dass die vielen Dorffeste momentan ausfallen würden und man viel weniger Menschen zu sehen bekomme. Vor allem für die kommende Fasnacht und die Vereine, die im nächsten Jahr ein Narrentreffen planen, wie der Narrenverein Leibertingen, würde man die Daumen drücken, dass der Planungsaufwand nicht umsonst sei, sagt Symanzik.

Claudia Symanzik, Vorsitzende des Krumbacher Narrenvereins: „Es ist sehr schade, dass die Dorffeste momentan ausfallen und man dadurch viel weniger Menschen zu sehen bekommt.“
Claudia Symanzik, Vorsitzende des Krumbacher Narrenvereins: „Es ist sehr schade, dass die Dorffeste momentan ausfallen und man dadurch viel weniger Menschen zu sehen bekommt.“ | Bild: privat

Einnahmeausfälle durch abgesagte Feste

Auch viele Musikvereine und -kapellen sind von den aktuellen Corona-Verordnungen betroffen und mussten ihre geplanten Frühlings- und Sommerfeste absagen. Durch den Ausfall der eigenen Feste und der Auftritte bei anderen Veranstaltungen fehlen beispielsweise der Musikkapelle Wasser schätzungsweise einige tausend Euro, wie Manuel Brutscher, Vorsitzender der Musikkapelle, erklärt. Dies gehe dem Verein zwar nicht an die Existenz, da noch genügend Rücklagen vorhanden seien, jedoch setze man auf die Feste im nächsten Jahr, sagte er. Denn obwohl die Corona-Pause auch ihre positiven Seiten habe, wie zum Beispiel mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, fehlten den Mitgliedern die Proben und Auftritte. Deshalb hoffe man auf eine baldige Beruhigung der Lage, sodass eventuell bereits im Herbst noch ein paar Veranstaltungen stattfinden könnten und wieder mit den Proben begonnen werden kann. Diese wären momentan mit nur einem Bruchteil der 44 aktiven Mitglieder möglich und würden so wenig Sinn ergeben, erklärt Brutscher. Die erste gemeinsame Aktion der Musikkapelle Wasser wird die Alteisensammlung am 27. Juni sein.

Ulrike Rothengass, Vorsitzende des VfR: „Es ist ein erster wichtiger und schöner Schritt, da sich die Spieler jetzt wieder persönlich sehen und zumindest ein Stück weit ihrem Lieblingssport nachgehen können.“
Ulrike Rothengass, Vorsitzende des VfR: „Es ist ein erster wichtiger und schöner Schritt, da sich die Spieler jetzt wieder persönlich sehen und zumindest ein Stück weit ihrem Lieblingssport nachgehen können.“ | Bild: privat

Zwangspause hat nicht nur negative Seiten

Trotz allem haben viele Vereine auch alternative Möglichkeiten gefunden, um untereinander in Kontakt zu bleiben. Verschiedene Challenges oder das Teilen von Bildern, Videos oder Texten auf den Sozialen Netzwerken waren über die vergangenen Monate für viele eine gute Alternative. Der Kinder- und Jugendchor Rast-Bichtlingen beispielsweise nahm wie viele weitere Vereine an einem Gewinnspiel der Meßkircher Volksbank teil und tauschte Bilder, Videos und gemeinsame Collagen untereinander aus. Die sozialen Medien seien während den vergangenen Monaten ein wichtiges Mittel gewesen, um das Hobby nicht komplett wegfallen und das Gemeinschaftsgefühl nicht zu kurz kommen zu lassen, sagt Volker Nagel, Leiter des Chores Rast-Bichtlingen. Aber auch, dass die Corona-Pause nicht nur negative Effekte habe, da man durch das Wegfallen der Proben und wichtiger Auftritte wie Konzerten und bei Gottesdiensten viel mehr Ruhe und Zeit für anderes hätte. Trotzdem würde dies natürlich auf Dauer nicht den Kontakt zu anderen Menschen und das gemeinsame Musizieren ersetzen.

Fußballer sind mit Auflagen wieder aktiv

Die Kicker des VfR Sauldorf haben die ersten Trainingseinheiten nach der Coronapause hinter sich. Unser Archivbild stammt aus dem vergangenen Jahr, als noch keine Abstandsregeln galten.
Die Kicker des VfR Sauldorf haben die ersten Trainingseinheiten nach der Coronapause hinter sich. Unser Archivbild stammt aus dem vergangenen Jahr, als noch keine Abstandsregeln galten. | Bild: VfR Sauldorf

Beim Fußballverein VfR Sauldorf ist seit Kurzem wieder eingeschränktes Training unter Berücksichtigung eines Hygienekonzeptes möglich. Das bedeutet, dass die Spieler während des Trainings auf viele Dinge, wie den Mindestabstand von 1,5 Metern, eine begrenzte Spieleranzahl, Händedesinfektion und das Ausfüllen von Teilnehmerlisten achten müssen. Trotzdem sei dies ein erster wichtiger Schritt, da sich die Spieler wieder persönlich sehen und ein Stück weit ihrem Lieblingssport nachgehen können, sagt Ulrike Rothengass, Vorsitzende des VfR. Zuvor war bei den Mitgliedern ebenfalls nur sehr eingeschränkter Kontakt hauptsächlich über soziale Medien oder Telefonate möglich. Trotz der fehlenden Treffen gab es einige organisatorische Dinge zu regeln, wie Trainerwechsel, Rasenpflege, Planung der kommenden Saison oder Einordnung der finanziellen Lage, sodass der Terminkalender nicht ganz leer blieb, berichtet Rothengass.

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Keine großen Auswirkungen auf Einsatzbereitschaft

Auch die Freiwillige Feuerwehr Sauldorf wird vermutlich nächsten Monat wieder mit den Proben beginnen können, ebenfalls unter mit Hygienevorschriften. Die fehlenden Proben, die normalerweise zwei Mal pro Monat stattfinden, hätten jedoch keine großen Auswirkungen auf das Einsatzsystem, wie Gesamtkommandnat Berthold Reichle mitteilt. Ein Einsatz zu einem Küchenbrand hat während der Corona-Phase bereits stattgefunden. Große Unterschiede habe es bei dem Einsatz jedoch nicht gegeben, da man lediglich mehr auf die üblichen Hygienevorschriften wie Abstand einhalten achten müsse. Dennoch hofft er auf eine Normalisierung der Lage, da natürlich auch jegliche Feste der Feuerwehr im Kreis Sigmaringen und verschiedene Events wie Vorführungen oder Werbeveranstaltungen abgesagt werden mussten.