Es ist ein Kindheitstraum, der da im nächsten Monat wahr werden soll und der in der Fachwelt auf Anerkennung stößt: Alia Knack aus Boll bekommt am 6. Oktober beim Reitturnier in Bisingen das Goldene Reitabzeichen verliehen und sie ist mit 14 Jahren die jüngste Reiterin Baden-Württembergs, die diese Auszeichnung je bekommen hat, stellt Martin Stellberger vom Pferdesportverband Baden-Württemberg aus Weingarten fest.

Ein einziges Mal im Leben

Diese Auszeichnung sei nur durch sportliche Erfolge zu erreichen und sie werde nur ein einziges Mal im Leben eines Reiters von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung verliehen, sagt er und stellt fest: "Die Verleihung ist vergleichbar mit einem Ritterschlag für Pferdefreunde."

Christian Ahlmann zum Vorbild

„Ein super Highlight“ sei das für ihre Tochter, schwärmt auch Simone Knack und berichtet, dass die sich im Alter von zehn Jahren den deutschen Springreiter und Olympia-Medaillengewinner Christian Ahlmann zum Vorbild genommen habe. „Es war ihr großer Traum, das goldene Abzeichen mit 14 Jahren zu haben“, sagt die Mutter. Und Stellberger meint: Noch nie in den vergangenen 30 Jahren konnte beim Pferdesportverband Baden-Württemberg über die Vergabe des Goldene Reitabzeichens an eine so junge Reiterin wie Alia Knack berichtet werden. „Um diese Ehrung zu erfahren, muss man als Pferdesportler mindestens neun Siege in der Klasse S eins Stern und mindestens einen Sieg in Klasse S zwei Stern erringen. Erfolge in weiteren, auch höherwertigen Wettbewerben, werden nach einem bestimmten Schlüssel angerechnet.“ Die allermeisten Pferdefreunde hätten für das Goldene Reitabzeichen viele Jahre fleißiger Reiterei hinter sich gebracht, bevor sie die Voraussetzungen beisammen hatten.

Lohn für harte Arbeit

Im Januar 2014 zog Alia mit ihrer Mutter auf den Reiterhof von Adrian Schmid in Boll. Seither trainiert Alia bei dessen Vater Karl Schmid. „Karl stellt Alia seine Pferde zur Verfügung und opfert sehr viel Zeit darauf, Kind und Pferde auszubilden. Viele große Erfolge sind der Lohn für die harte Arbeit von Karl und Alia. Die beiden sind inzwischen ein eingespieltes Team“, schreibt Simone Knack auf einer Internetseite, die sie eigens für ihre reitbegeisterte Tochter eingerichtet hat.

Erstes Turnier mit drei Jahren

Alia selbst erinnert sich, dass ihre ersten Erinnerungen an Pferde vom Besuch eines Tierparks stammen, bei dem sie noch im Kinderwagen saß. „Die Pferde im Gehege haben gewiehert. Seither bin ich mit dem Pferdevirus infiziert.“ Ihr erstes Turnier habe sie im Alter von drei Jahren bestritten. „Da durfte ich mit dem Pony Lisa in Wahlwies meine erste Führzügel-Prüfung machen. Die Prüfung war mir damals ziemlich egal, ich wollte nur eine Waffel essen und einen tollen Ehrenpreis erhalten.“ Ihre Mutter habe sie von Anfang an bei ihren Zielen unterstützt. „Sie hat sogar extra den Hängerführerschein und später sogar den Laster-Führerschein gemacht. Sie opfert jede freie Minute und sehr viel Geld für mich und meine Reiterei“, sagt die 14-Jährige. Dazu, dass ihr Traum nun wahr werden wird, sagt sie: „Ich habe viel trainiert und meine Pferde Campari und Claus Peter haben mich super unterstützt. Ohne die beiden hätte es nicht geklappt.“

"Noch alles offen"

Auf die Frage, welche sportlichen Ziele als Nächstes für sie in Frage kommen, sagt Alia: „Natürlich möchte ich, so wie wahrscheinlich jeder Reiter, einmal in Aachen beim CHIO an den Start gehen. Nächstes Jahr wäre ich gerne wieder im Bundeskader der Junioren und bei der Europameisterschaft dabei. Nächstes Jahr möchte ich gerne meine dann siebenjährigen Pferde in der Klasse S platzieren.“ Und auf die Frage, ob sie ihr Hobby eines Tages zum Beruf machen möchte, sagt sie: „Das weiß ich noch nicht. Nach dem Schulabschluss ist für mich noch alles offen.“