Die Freude steht Bürgermeister Wolfgang Sigrist ins Gesicht geschrieben: „Wir haben beim Bau des neuen Feuerwehrdepots sowohl den Zeitrahmen, als auch den Kostenrahmen eingehalten.“ Am Wochenende kann der gemeinsame Neubau für die Sauldorfer Wehr und den Bauhof der Gemeinde im offiziellen Rahmen seiner Bestimmung übergeben werden. Das Bauwerk kostet rund 2,5 Millionen Euro, von denen nach Angaben des Bürgermeisters rund 700 000 Euro auf den Bereich für den Bauhof entfallen.

Kommandant: „echte Einsatzbeschleunigung“

Mit diesem Projekt werden aus Sicht des Bürgermeisters die Arbeitsbedingungen für die drei Mitarbeiter des Bauhofs ebenso modernisiert und optimiert wie die Einsatzbedingungen für die Wehr. Berthold Reichle, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Sauldorf, teilt diese Bewertung der Baumaßnahme: Er spricht von einer „echten Einsatzbeschleunigung“.

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Flächengemeinde für Wehr nicht einfach abzudecken

Die Flächengemeinde Sauldorf ist wegen ihrer geografischen Ausdehnung für die Feuerwehr nicht einfach abzudecken. Reichle führt als Beispiel an: „Von uns aus sind es bis zur Ortsgrenze beim Weiler Ilgental rund neun Kilometer.“ Damit sei es unter den bisherigen Bedingungen schwierig, das Zeitlimit vom Eingang des Alarms bis zum Ankommen am Einsatzort einzuhalten. Bisher gibt es sechs Feuerwehrabteilungen. Krumbach, Bietingen und Boll haben bereits seit 2007 ein gemeinsames Feuerwehrzentrum in Krumbach. Der Sauldorfer Feuerwehrchef erklärt, dass die Wehr in den vergangenen zwölf Jahren damit gute Erfahrungen gemacht habe.

Wehrleute mussten teils Umwege zum Umziehen machen

In Sauldorf selbst erhalten mit dem Neubau die Abteilungen Sauldorf, Rast und Wasser jetzt ein gemeinsames Zentrum. Berthold Reichle erklärt, bisher sei es so gewesen, dass die Kameraden aus Rast nach der Alarmierung ihre Einsatzkleidung im Depot anziehen und dann nach Sauldorf fahren mussten. Noch mehr Zeit mussten die Feuerwehrleute aus Wasser aufbringen. Ihre Einsatzkleidung hatten sie zu Hause. Im neuen Depot hat nun jedes Feuerwehrmitglied seinen eigenen Spind. Die bisherigen Umwege fallen in Zukunft weg.

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Vier Garagenboxen und großer Schulungsraum

Genügend Platz gibt es auch für die drei Einsatzfahrzeuge. Im neuen Gebäude sind vier Garagenboxen vorhanden. Reichle freut sich: „Damit haben wir Reserve für ein weiteres Fahrzeug, falls das in Zukunft notwendig werden sollte.“ Außerdem ist im Obergeschoss ein Schulungsraum vorhanden, der Platz für bis zu 120 Teilnehmer von Fortbildungsveranstaltungen bietet.

Gemeinderat tagt künftig im Feuerwehrdepot

Die einzigen Nicht-Feuerwehrleute, die den Raum nutzen dürfen, sind die Gemeinderäte. Wie Wolfgang Sigrist bestätigt, wird der Gemeinderat in Zukunft im Sauldorfer Depot tagen.

Bauhof hat mehr Platz für Großgeräte

Für den Bauhof endet am Wochenende ebenfalls die Zeit der Provisorien. Aus den inzwischen viel zu kleinen Garagen in der Nachbarschaft des Rathauses ziehen die Mitarbeiter in ein sachgerechtes und modernes Arbeitsumfeld um. Lediglich die Flurbereinigungshalle am Ortsrand von Sauldorf wird nach wie vor für die Lagerung von Großgeräten genutzt werden. Sigrist nennt als Beispiel den großen Schneeschieber. Die Bauhof-Mitarbeiter könnten das Gerät für den Winterdienst künftig permanent am Räumfahrzeug lassen, es müsse nicht mehr ständig abgebaut werden. Die neue Abstellhalle sei groß genug, um das komplette Räumfahrzeug im Winter abzustellen.