Der Sturm zu Beginn des Jahres und der trockene Sommer beschäftigen die Förster im Landkreis Sigmaringen noch immer. In Sauldorf stellte Stefan Kopp, Forstbereichsleiter des Landratsamts, die aktuelle Situation in den Waldgebieten der Gemeinde vor. Dabei erläuterte er den Räten auch, nach welchen Kriterien der jährliche Hiebsatz festgelegt wird.

Holzmarkt ist gesättigt

Derzeit könne man fast täglich lesen, dass die Wälder nicht nur im Landkreis, sondern überall in Baden-Württemberg unter den Folgen des trockenen Sommers leiden, erzählte Kopp. Der landläufig als Borkenkäfer bekannte Schädling breite sich massiv aus und sorge für Schäden. Durch die Stürme zu Beginn des Jahres sei jedoch bereits eine große Menge an Holz auf den Markt gekommen, was zu niedrigeren Preisen geführt habe. Der Extremsommer habe weitreichende Konsequenzen: In ganz Europa brechen die Marktpreise für Fichtenholz laut Kopp aktuell ein. "Eine Nachfrage nach Frischholz ist fast nicht da", erzählte er. Auch die Höhe der Einnahmen im kommenden Jahr hänge von der Entwicklung der Sturm- und Käfersituation ab.

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Borkenkäfermanagement gefordert

Revierförster Daniel Benz konnte ebenfalls von diesen Problemen berichten. Er sprach sich angesichts der aktuellen Situation für einen Strategiewechsel aus: Für Sauldorf sei ein effektives Borkenkäfermanagement gefragt. Rund 13 Hektar des Gemeindewalds waren dem Sturm Anfang des Jahres zum Opfer gefallen. Dabei habe man wohl noch Glück gehabt, meinte Daniel Benz, denn dieses Holz habe man relativ schnell aufarbeiten und zu einem guten Preis verkaufen können. Der Schutz und die Lagerung des Holzes im Wald habe die Gemeinde dennoch rund 30 000 Euro gekostet.

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Ideen zum Kampf gegen die Käferplage

Gemeinderat Adolf-Martin Hensler fragte, ob es keinerlei Möglichkeiten gebe, die Bestände durch Kalkungen oder ähnliche Methoden vor weiteren Schäden durch Borkenkäfer zu schützen. Er erzählte, dass sein Großvater einst den Wald der Familie gekalkt habe: "Der Wald hat die Käferplage dann überlebt, wurde in den nachfolgenden Jahren aber ebenfalls vom Sturm erwischt." Stefan Kopp sagte, er wisse von diesen Methoden. Das seien jedoch lediglich Versuche gewesen, den Schädling in Schach zu halten. "Damals hat man gegelaubt, dass man den Nutzholzborkenkäfer, der in der Bodenstreu überwintert, damit bekämpfen könne", erzählte er.