Die Überprüfung des öffentlichen Kanalnetzes hat den Sauldorfer Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung beschäftigt. Die Eigenkontrollverordnung des Landes Baden-Württemberg (EKVO) verpflichtet die Kommunen dazu, ihre öffentlichen Kanalnetze alle zehn bis 15 Jahre selbst zu inspizieren und bei Bedarf auch zu sanieren.

Stück für Stück soll Kanalnetz saniert werden

Daher war Andreas Stauß als Berater des Büros Kovacic aus Sigmaringen mit den ersten Ergebnissen aus den Kanalbefahrungen 2017 in den Ortsteilen Rast, Bichtlingen und Wackershofen in die Sitzung gekommen. Spitzenreiter in puncto Schadensklassen und Sanierungskosten war in seinem Bericht der Orsteil Bichtlingen. Bei einer Gesamtlänge des Kanals von 6433 Metern ergaben sich 76 Meter (1,2 Prozent) mit sofortigem sowie 879 Meter mit kurzfristigem Handlungsbedarf. Außerdem sind auch zehn Schächte im kurzfristigen Handlungsbedarf zu sanieren. Im mittelfristigen Handlungsbedarf liegen mit 1380 Metern dann allerdings bereits 21,5 Prozent des Ortskanals, die in den kommenden Jahren Stück für Stück saniert werden sollten.

Sanierungskosten in Höhe von insgesamt 630.750 Euro

Auch für Rast gibt es in verschiedenen Straßenzügen Ergebnisse und Zahlen. Hier ergaben sich anhand der festgestellten Schadensklassen Sanierungskosten in Höhe von insgesamt 630 750 Euro. Entspannt zurücklehnen kann sich der Gemeinderat aus Sicht des Experten, was den Ortsteil Wackershofen betrifft. Hier müsse eigentlich erst in einigen Jahren mit rund 67 000 Euro Sanierungsbedarf kalkuliert werden.

Bilder zeigen aktuellen Zustand

Diverse Bilder mit Rissbildungen am Stutzen sowie Setzungen verdeutlichten den Zustand an einigen Stellen. Auch auf den Regenwasserkanal fiel der Blick, wobei die Klassifizierung und die Sanierungsplanung den Schmutzwasserkanal betreffe, so der Hinweis des Fachplaners. "Kanäle sind eines der größten Vermögen einer Gemeinde. Bei Gebäuden betrachtete man dies offensichtlich, bei Kanälen findet dies im Verborgenen statt", sagte Andreas Stauß über die anstehenden Kosten.

Bereits Mittel für weitere Maßnahmen einplanen

Gemeinderat Karl-Heinz Sprenger regte an, bei der Finanzplanung bereits über die aktuell vorgestellten Ortsteile hinaus zu denken und im kommenden Haushalt entsprechende Mittel einzuplanen. In den Haushaltsplan 2019 wolle er auf jeden Fall Kosten für Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 205 000 Euro einstellen, so der Hinweis von Bürgermeister Wolfgang Sigrist. Die aktuelle Finanzlage der Gemeinde bedinge hierzu keine Verpflichtungsermächtigung, allerdings würde er über diese Möglichkeit nachdenken, da der Gemeinde weitere größere Projekte ins Haus stünden. Auch die diversen Reparatur- oder Sanierungsmöglichkeiten wurden dem Rat vorgestellt.