Ein Kirchenpatrozinium könnte kaum schöner gefeiert werden: Feuerwehr und Musikkapelle warten auf, der Kirchenchor singt, die Ministranten bekommen 400 Prozent Nachwuchs. Und dem ist nicht genug, denn ein bunter Erntedankaltar erinnert an die reichliche Ernte, die nun eingebracht ist.

„Wo habe ich Grund, dankbar zu sein?“, fragt Pfarrer Billharz in die bis vorne mit Besuchern gefüllten Kirchenbänke. Seien es doch nicht nur die Gaben an Erntedank, sondern Freundschaften, Familie, Beziehungen und vieles mehr, im Alltag oder gerade am Wahlsonntag, wenn jeder selber entscheiden könne und bei der Bundestagswahl für das Wohl und den Frieden eintreten könne.

In Worndorf ist eine ganze Kirchengemeinde dankbar, dass wieder mehr „Minis“ am Altar dienen. Stolz erhielten sie mit dem Versprechen, „Gott mit Freude zu dienen“ die Ministranten-Plakette. Den ersten Dienst, und das gleich zu einem Hochfest, meisterten sie mit Bravour. Da ist die sichere Hand und mal ein Wink oder Augenzwinkern von Simon Frey und schon weiß der neue Mini, ob er nun rechts oder links um den Altar gehen muss. Für diesen unermüdlichen Oberministranten-Dienst über viele Jahre erhielt Simon Frey von der Erzdiözese Freiburg die goldene Ministranten-Plakette.

„Kennt heute jeder die Geschichte seines Namenspatrons?“, fragt Pfarrer Ewald Billharz von der Kanzel. In der Seelsorgeeinheit Egg weiß man, dass der begnadete Prediger Ewald Billharz vor allem bei Hochfesten zur Predigt die Kanzel betritt. Das ist keine Predigt, die von einer Kanzel „heruntergepredigt“ wird, sondern eine Ansprache, die es in sich hat, Kraft verleiht und Mut macht. Eine Predigt, die zu verstehen gibt, wie der römische Soldat Mauritius dem Kaiser zugesagt hat, ihm zu dienen, aber an seine Grenzen stieß, weil er Jesus folgen wollte und sich vom Glauben anstecken ließ. Er ging dafür in den Märtyrertod. Der Schutzheilige des Heeres ziert in Worndorf den rechten Hochaltar, dargestellt mit Lanze und Schwert.

Der Chorgesang des Kirchenchores Worndorf und Schwandorf verlieh dem Fest das I-Tüpfelchen. Die Musikkapelle Worndorf wartete noch mit flotter Blasmusik zum Kirchenfest auf.