Eine öffentliche Ladesäule für E-Fahrzeuge hätte Sauldorfs Bürgermeister Wolfgang Sigrist gerne beim Neubau des zukünftigen Feuerwehrgerätehaus und Bauhof in Sauldorf errichtet. In der Sitzungsvorlage der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung die Elektromobilität in Deutschland voranbringen und die Errichtung einer öffentlich zugängigen Ladestruktur unterstützen will.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gemeindeverwaltung Sauldorf hat daher einen Zuschussantrag gestellt. Inzwischen habe man auch einen Zuwendungsbescheid erhalten und könnte eine Ladesäule beschaffen und installieren. Für die Antragsstellung ging man von Kosten in Höhe von 28 000 Euro aus. Davon entfielen auf die Beschaffung der Ladesäule inklusive des Elektroanschlusses 12 410 Euro, informierte die Verwaltung die Gemeinderäte. Zusätzlich müsse man für den Betrieb monatlich für die kommenden sechs Jahre mit Kosten in Höhe von 69 Euro für den Betrieb durch die EnBW rechnen. Für die Errichtung einer zusätzlichen öffentlichen Wifi-LTE-Lösung, die das unentgeltliche Surfen im Internet für den Nutzer der Ladesäule ermöglichen würde, wären nochmals 49 Euro pro Monat fällig gewesen, wurde weiter informiert.

Gemeinderäte positionieren sich deutlich

Während der Sitzung positionierten sich die Mitglieder des Sauldorfer Gemeinderats dann aber sehr schnell und deutlich gegen die Planung der Verwaltung. Das Gremium lehnte den Antrag des Bürgermeisters mehrheitlich ab. Die Argumente, die während der Gemeinderatssitzung gegen die Errichtung einer solchen Ladesäule für Elektrofahrzeuge und gegen die damit verbundenen Folgekosten für den Betrieb vorgebracht wurde, waren vielfältig.

Kritik: Angebotene Technik binnen kurzer Zeit veraltet

Während Gemeinderat Karl Springindschmitten eine eigene Lösung für rund 5000 Euro für ein gemeindeeigenens E-Auto im eigenen Gebäude klar befürwortete, sah er alleine im verlassenen Standort schon das Aus für das Vorhaben. Gemeinderat Jörg Gebs entgegnete dem Argument der rasanten Entwicklung der E-Mobilität in den kommenden Jahren ebenfalls mit rasanter Entwicklung, allerdings in eher skeptischer Form in Bezug auf die aus seiner Sicht zu schnelle Veraltung der angebotenen Technik binnen kurzer Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch die monatlichen Betriebskosten, die mit dem Betrieb einer solchen Ladesäule verbunden sein würden, störten die anwesenden Gemeinderäte mehrfach. Überdies gebe es im selben Teilort bereits eine öffentliche E-Tankstelle, wurde in der Sitzung argumentiert. Der Gemeinderat stimmte als kleines Trostpflaster für den sichtlich enttäuschten Verwaltungschef für eine Verlegung eines Lerrohres im Außenbereich, um so möglicherweise in Zukunft für die Möglichkeit zur Errichtung einer Säule die entsprechenden Arbeiten leichter vornehmen zu können.