Mit einem Antrag der Firma Valet und Ott auf Neuerteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis für Brauchwasserentnahme und Wiedereinleitung von Kieswasser am See 1 auf der Gemarkung Sauldorf hatte sich der Gemeinderat zu beschäftigen. Das Landratsamt Sigmaringen hatte der Firma Valet und Ott im Jahr 2011 die bis zum 31. Dezember 2017 befristete wasserrechtliche Erlaubnis für die abschließende Verfüllung und Rekultivierung des betreffenden Gewässers erteilt.

Aufgrund betrieblicher Verzögerungen konnte dieser Zeitpunkt nicht eingehalten werden, weshalb nun von der Firma eine Verlängerung bis Ende des Jahres 2019 beantragt wurde. Seinerzeit hatte der Gemeinderat der Erlaubnis unter der Maßgabe zugestimmt, dass die ordnungsgemäße Entwässerung des angrenzenden Gemeindewaldes und des Gemeindeverbindungsweges von Sauldorf nach Schwackenreute durch Herstellung und Anbindung eines funktionierenden Entwässerungsgrabens mit Anbindung an den Gröbelgraben/Alte Ablach vorgenommen und für die Dauer der Erlaubnis vom Kieswerkbetreiber unterhalten wird.

Tatsächlich war es Anfang 2011 zu einer Überschwemmung des Gemeindeverbindungsweges und zunehmender Vernässung des angrenzenden Gemeindewaldes gekommen. Gemeinderat Ottmar Schober (CDU) sieht auch aktuell wieder die Gefahr einer solchen Überschwemmung, da der Entwässerungsgraben randvoll sei und überzulaufen drohe.

Im Schwackenreuter Kieswerk wird seit dem Jahrtausendwechsel kein Kies mehr abgebaut, zeitweise aber immer noch dort lagernder Kies mit Wasser aus dem See 1 gewaschen. Der dadurch anfallende Schlamm wird in den See zurückgepumpt, der damit wiederverfüllt, das heißt renaturiert wird, was zu einem großen Teil bereits zu sehen ist.

Hubertus Fischer, Vorsitzender des Sportfischervereins Wasser, beklagt: "Seit einigen Jahren beobachten wir, dass die obere Ablach immer mehr versandet." Früher sei dort im Gegensatz zu heute ein glasklarer Kiesgrund vorhanden gewesen, erinnert er sich. Im jetzigen Zustand sei die Ablach kein geeignetes Forellengewässer mehr, deswegen sei den Sportfischern sehr daran gelegen, die Ursache der zunehmenden Versandung der Ablach herauszufinden.

Der Gemeinderat gab dem Antrag auf Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis für das Kieswerk statt. Bei einer Ortbesichtigung kündigte Bürgermeister Wolfgang Sigrist an, er werde mit der Mitteilung des Beschlusses an das Landratsamt Sigmaringen den zuständigen Sachbearbeiter auf die angesprochenen Mängel hinweisen.

Die Bedingungen

Die wasserrechtliche Erlaubnis des Landratsamtes gestattet der Firma Valet und Ott die Entnahme von Kieswaschwasser aus dem See 1 der insgesamt zehn Schwackenreuter Seen und die Einleitung von Schlämmmaterialien zur vollständigen Seeverfüllung. Im Pflege- und Entwicklungskonzept der Sauldorfer Baggerseen ist ausgeführt, dass nach Aufgabe der Nutzung des Sees 1 als Schlamm-Absatzbecken durch das Kieswerk ein Biotopkomplex mit zahlreichen Tümpeln und Teichen unterschiedlicher Größe und Struktur entstehen soll. Es soll mit Rohboden und Kiesflächen ein Lebensraum sowohl für Vögel als auch für Amphibien und Wirbellose Tiere hergestellt werden. Weiter ist den Leitlinien zu entnehmen, dass kein Fremdmaterial eingebracht werden und dass der See nicht vollständig verfüllt werden darf. Es sollen dagegen kleinere, untereinander verbundene Wasserflächen mit einer Mindestwassertiefe von einem Meter und einer Mindestgröße von 30 Quadratmetern bestehen bleiben.