Tradition und Moderne gehören zusammen. So präsentierte sich am Wochenende die Abteilung Boll der Freiwilligen Feuerwehr Sauldorf bei ihrer Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen der Löscheinheit. Höhepunkt waren am Sonntag die Oldtimer-Schau und der Festumzug durch die Dorfstraßen. Für besonderes Vergnügen unter den Zuschauern wurde die historische und nicht allzu ernst gemeinte Feuerlöschübung der Boller mit ihrem ältesten Gerät. Die Pumpenspritze musste von sechs Männern bedient werden. Dass dabei auch manche Dusche für die Umstehenden drin war, war angesichts der Sommerhitze eine willkommene Erfrischung.

Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Genau diese Zusammengehörigkeit zwischen der Geschichte und der Gegenwart wurde auch in dem langen historischen Feuerwehrumzug deutlich. Mehr als 20 Oldtimer-Einsatzfahrzeuge und fünf Feuerwehr-Fanfarenzüge zogen durch die örtliche Hauptstraße. Für die Boller ist der "Stos" ein Statussymbol. Der "Stos" ist das Mannschaftsfahrzeug aus dem Jahr 1969. Seinen Namen hat der Ford-Transit von seinem Stockacher Kennzeichen "Sto-S 80". Dieser Mannschaftswagen, so berichtet Ortsteilkommandant Florian Löffler, ist bis heute verkehrstüchtig und wird von der Feuerwehr zu Ausfahrten und zu Besuchen bei Oldtimer-Treffen eingesetzt.

Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Oskar Hahn, der das Fahrzeug seit 1969 bis zu seinem Eintritt in die Altersabteilung steuerte, saß auch am Sonntag wieder hinter dem Lenkrad. Noch weiter in die Geschichte zurückgeht das Arsenal der Feuerwehr aus Buchheim. Erich Hermann, Florian Frey und Bernd Kohli hatten eine Feuerwehrleiter aus dem 19. Jahrhundert mit gebracht. Während die beiden Kameraden die Leiter hielten, kletterte Hermann die Sprossen hoch, hielt von oben Rundumausschau und teilte den amüsierten Zuschauern mit, dass es nirgendwo brenne. Vor und nach dem Umzug waren die 25 roten Oldtimer vor dem Festzelt aufgefahren und konnten von interessierten Besuchern in Augenschein genommen werden. Beim Festakt am Vormittag würdigten die Redner unter anderem das ehrenamtliche Engagement, das hinter der Wehr und dem Fest stehe.

Fanfarenzüge sorgen für Stimmung

Am Nachmittag sorgten die Fanfarenzüge im vollen Festzelt für Stimmung. Am Spätnachmittag war die Musikkapelle Leibertingen zu hören. Das Jubiläumsfest wird heute ab 14 Uhr mit dem Seniorennachmittag fortgesetzt. Um 17 Uhr beginnt der Feierabendhock. Ab 18.30 Uhr gehört die Festzeltbühne der Blaskapelle Peng

Feuerwehr-Trupps erproben ihr Können beim Leistungswettbewerb am Samstag

In Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband Sigmaringen fand für 28 gemeldeten Feuerwehrgruppen aus dem Kreisgebiet ein Leistungswettbewerb statt.

  • Alleine mit sechs Gruppen war die Feuerwehr aus Bad Saulgau vertreten, gefolgt von der Feuerwehr Wald mit fünf Gruppen und der Wehr aus Meßkirch, die sich mit vier Gruppen beteiligte. Weitere drei Gruppen kamen aus Sauldorf sowie jeweils zwei Gruppen aus Hohentengen, Mengen, Krauchenwies, Inzigkofen und aus der Kreisstadt Sigmaringen. 14 Gruppen bewarben sich um das Leistungsabzeichen in Bronze, acht Gruppen für Silber und sechs für Gold.
  • Zum Veranstaltungsende konnten die jeweiligen Gruppenführer Urkunden und Leistungsabzeichen für den gezeigten Ausbildungsstand von Kreisbrandmeister Michael Hack und der Schiedsrichterobfrau Ilona Fritze entgegennehmen. Allerdings reichte es für zwei Gruppen nicht, die unter strenger Schiedsrichterbeobachtung stehenden Leistungsstand zu erreichen.
  • Dass die Wehrmänner über viele Wochen für dieses Leistungsabzeichen übten, war zum Beispiel von Gruppenführer Tobias Riffler von der Feuerwehr Wald zu erfahren, der seine Wehrmänner schon seit April in mehrstündigen, wöchentlichen Proben auf den Leistungswettbewerb vorbereitete. Eine Leistungsgruppe besteht aus neun Personen. Ein Maschinist und ein Gruppenführer muss in jeder einzelnen Gruppe mit dabei sein. Die Aufgaben vom Angriffstrupp, von dem Wassertrupp, dem Schlauchtrupp und dem Melder werden zugelost. Grund dafür ist, dass die Gruppenmitglieder im Grunde alle Aufgaben meistern können. Für den Leistungswettbewerb wird ein Löschangriff simuliert, während für den Erwerb des silbernen Leistung- abzeichens zusätzlich die technische Hilfeleistung und für den Erwerb des goldenen Abzeichen zusätzlich noch eine theoretische Prüfung erforderlich sind. Jeweils fünf Schiedsrichter beobachteten die Leistungsfelder die von Ilona Fritze geleitet wurden.
Bernd Schwarz