So beschaulich, wie die Fehla durch das Fehlatal plätschert, so schrill und lebendig sind ihre Comedy-Werbebotschafter „Die schrillen Fehlaperlen„. 200 Gäste kamen am Samstag ins Sauldorfer Bürgerhaus, um zusammen nach Herzenslust zu lachen. Der Ansturm auf Karten für die Veranstaltung des christlichen Bildungswerks Sauldorf sei enorm gewesen, erklärte Wilfried Reichle vom Leitungsteam.

Bestuhlung in Sitzgruppen

Das Team hatte sich im Vorfeld wieder für eine Bestuhlung mit kleinen Holzkistentischen und Sitzgruppen entschieden, damit die Gäste besser zusammenkommen und miteinander lachen können. Deshalb war das Kartenkontingent begrenzt. „Schrill isch‘s Programm“, versprach Ferdie Riester, der Quotenmann und Gitarrist der (Frauen-)Band. Wie er da mitmachen könne, werde er oft gefragt, und antworte dann: „I ka nix dafür, i bin ei‘gheiratet worde.“

Und auf einmal waren die Fehlaperlen ganz nah beim Publikum: (vorn, von links) Ingeborg Sigrist und Bürgermeister Wolfgang Sigrist und Fehlaperle Karin Daikeler.
Und auf einmal waren die Fehlaperlen ganz nah beim Publikum: (vorn, von links) Ingeborg Sigrist und Bürgermeister Wolfgang Sigrist und Fehlaperle Karin Daikeler. | Bild: Sandra Häusler

Quotenmann Ferdie Riester trumpft in Umziehpausen auf

Mit dem Mottolied „Liebe, Frust und Leberwurst“ ihres gleichnamigen zweiten Programms stiegen die Fehlaperlen in den Abend ein und hatten sofort das Publikum in der Tasche. In den Umziehpausen der Damen leitete Ferdie Riester humorig zu den Liedern über und übernahm die Rolle des Sprachrohrs für Männerprobleme. Die Suche nach dem Basmatireis im Supermarkt bringt Mann zur Verzweiflung und er wähnt bereits eine Verschwörung der Supermarktmitarbeiterinnen, die ja schließlich auch Ehefrauen seien.

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Aus kirchlichem Chor heraus gegründet

Eine Frau habe sich zur goldenen Hochzeit den Titel „Unter jeder Steppdecke kann an Depp stecka“ gewünscht, erzählte Riester. „Diese Frau ist richtig böse“, mutmaßte er. Die Fehlaperlen selbst sind grundanständige Leute, die aus einem kirchlichen Chor entstanden. Mit dem Internetvideo „Aber mir roichts“ gelang der Gruppe 2012 der Durchbruch. Ein Titel des niederbayerischen Sängers Fredl Fesl wurde flugs eingeschwäbelt und mit einem Lied über die Dummheit der Männer löste Ferdie Riester eine Wettschuld bei seiner Frau ein.

Liebe und andere menschelnde Themen

Vor keinem Thema zeigen die schrillen Fehlaperlen Scheu, ob es um komplizierte Familienverhältnisse, erkenntnisreiche Elternabende oder abgehende Blähungen geht – alles ganz menschlich. Das Liebeslied „Großes Herz, starker Arm“ widmeten sie allen lang verheirateten Paaren und mit dem schwäbischen Liebeslied „Berta“ erlebte jede Frau im Saal ihren eigenen „Angie-Moment“. Mit dem Liebeslied in allen Sprachen von Bodo Wartke zog die Fehlaperlen-Romantik dann auch international im Bürgerhaus ein. „Nutzed die Gelegenheit, wenn des bei euch bei dem Lied funkt, geht‘s schneller als Parship„, spornte Ferdie Riester die Gäste an.

Viel zu Lachen gab es für das Publikum im Bürgerhaus.
Viel zu Lachen gab es für das Publikum im Bürgerhaus. | Bild: Sandra Häusler

Testbühne für neues Programm

Die vier Gesangsperlen Karin Daikeler, Bianca Henkel, Tine Riester und Babs Röck warfen sich mit Ferdie Riester die Gesangs- und Moderationsbälle auf der Bühne zu. Gerade arbeiten die schrillen Fehlaperlen an ihrem neuen Programm „Sapperlot“ und testeten die Einschlagsquote von „Was goht des mi a?“ in Sauldorf. Die Reise von Tante Helga an die Costa del Sol veränderte deren Schicksal und die Feststellung „Mir tuat de Schnaps it gut, des hett‘st du mir sage müssa“, wurde zur heiteren Lebenserkenntnis.

Besucher vom Auftritt begeistert

„Kurzweilig, lustig und schön“ fand Besucherin Sabine Bosch aus Pfullendorf-Denkingen den Abend. „Schä schwäbisch“, strahlte Katrin Barth aus Aach-Linz, „wir lachen immer noch, obwohl sie nicht mehr singen.“ Und auch Ilse Pfeiffer aus Boll fand: „Es war ein Abend so richtig zum von Herzen lachen.“