Ida Wetter aus Boll kauft ihr Gemüse und Obst nicht im Supermarkt, sie baut dieses selbst in Bio-Qualität im eigenen Garten an. Im rund 450 Quadratmeter großen Nutzgarten wächst eine prächtige Vielfalt. Bereits am Garteneingang begrüßen große, schwarze Brombeerfrüchte die Hobbygärtnerin. Auf der linken Seite hat Ida Wetter über den Winter ein hufeisenförmiges Stein-Hochbeet angelegt. „Ich bin eine Steinfrau- deshalb wollte ich ein Stein-Hochbeet“, begründet dies die muntere Seniorin, die noch täglich im Baustoffhandel der Familie mitarbeitet.

In jedem Beet von Ida Wetters Nutzgarten wächst Gemüse in Hülle und Fülle. Im Hintergrund ist das neu angelegte Stein-Hochbeet zu sehen.
In jedem Beet von Ida Wetters Nutzgarten wächst Gemüse in Hülle und Fülle. Im Hintergrund ist das neu angelegte Stein-Hochbeet zu sehen. | Bild: Sandra Häusler

Das Stein-Hochbeet hat sie zunächst nach ihren Vorstellungen aufgezeichnet, dann mithilfe ihrer Söhne umgesetzt, das Flechtwerk mit Jurakalk, Alpenkalk und Toscanakalkschotter gefüllt, den Untergrund mit Hobelspänen gefüllt und die Pflanzflächen zum Schutz gegen Mäuse mit einer Noppenbahn ausgekleidet. Nun wächst dort in verschiedenen Ebenen „alles, was man zum Würzen, für Suppe und Soße braucht“, so Ida Wetter, von diversen Kräutern Schnittlauch, rotem Basilikum, Pracht-Oregano, Zitronen-Thymi, Sellerie bis hin zur Kapuzinerkresse, dessen Blüten Enkel Maximilian gerne vom Stock weg nascht.

Kräuter, Gemüse und Blumen

Neben dem Stein-Hochbeet wachsen stattliche Zucchini. „Des sind ordentliche Kerle. Das ist auch a Sach“, freut sich die Hobbygärtnerin, die gerne Zucchinigerichte isst. Vor den zwei Meter hohen kleinköpfigen Stauden-Sonnenblumen steht eine weiße Gartenbank mit Sitzkissen. Auf der Bank sind bereits die ersten Zierkürbisse platziert und ein großer Korb Zwiebeln steht davor.

Zwiebeln flicht Ida Wetter zu einem Zopf.
Zwiebeln flicht Ida Wetter zu einem Zopf. | Bild: Sandra Häusler

Diese flicht die Hobbygärtnerin zur Aufbewahrung zu einem Zopf. Große Wirsing- und Kohlköpfe wachsen im Beet davor, der Rosenkohl reicht bereits bis zum Oberschenkel. Unter den jungen Erdbeerpflanzen hat Ida Wetter Stroh ausgelegt und vom Frühjahr bis zum Herbst tragen die Monatserdbeeren Früchte. Faustgroß sind die Knollen der Roten Beete.

Rote Bete ist ein gesunder Vitamin-und Mineralstofflieferant.
Rote Bete ist ein gesunder Vitamin-und Mineralstofflieferant. | Bild: Sandra Häusler

Demnächst erntet die leidenschaftliche Gärtnerin das Karottenbeet ab und sät darauf Ackersalat. Am Gewächshaus streckt bereits erntereifer Ackersalat die „Mäuse-Ohren“ in die Höhe. Deshalb wird er auch vielerorts Mausohrensalat genannt. Im Kopfsalat-Beet geht es rund. Unzählige Insekten krabbeln zwischen die Blätter, auf der Suche nach erfrischenden Wassertropfen.

Über rund 450 Quadratmeter erstreckt sich der Nutzgarten von Ida Wetter aus Boll.
Über rund 450 Quadratmeter erstreckt sich der Nutzgarten von Ida Wetter aus Boll. | Bild: Sandra Häusler

Nach der Ernte der Essiggurken gewinnt die Hobbygärtnerin aus den Gurken wieder selbst Samen fürs kommende Jahr. Es gibt kaum ein Gemüse, das in Ida Wetters Garten nicht vorkommt. Unter dem Dach sind die Tomaten. Auf einem Beet wächst Zuckerhut an Zuckerhut. Im Herbst setzt Ida Wetter diesen ins Gewächshaus um und kann so den ganzen Winter über ernten.

Im Keller reihen sich unzählige Gläser mit eingedünstetem Gemüse im Regal aneinander. So ist Ida Wetter auch über den Winter bestens mit eigenem Gemüse versorgt.
Im Keller reihen sich unzählige Gläser mit eingedünstetem Gemüse im Regal aneinander. So ist Ida Wetter auch über den Winter bestens mit eigenem Gemüse versorgt. | Bild: Sandra Häusler

Auch im Winter ist die Seniorin bestens mit Gemüse aus dem eigenen Garten versorgt. Im Keller reihen sich die neu befüllten Gläser mit eingedünsteten Bohnen, Essiggurken, Zwetschgen, Karotten und Sellerie, Roter Bete aneinander. Im Beerengarten mit roten Johannisbeeren, gelben und roten Himbeeren, die zweimal tragen, gibt es ebenfalls viel zu ernten.

Große reife Brombeerfrüchte ranken sich am Zaun und empfangen die Gartenbesucher.
Große reife Brombeerfrüchte ranken sich am Zaun und empfangen die Gartenbesucher. | Bild: Sandra Häusler

Die blauen Trauben am Ende des Beerengartens muss Ida Wetter mit einem Netz vor den Vögeln schützen. Erst kürzlich hat die Hobbygärtnerin vom Besuch aus Rumänien zwei rumänische Traubenpflanzen mit weißen Trauben erhalten und bereits gepflanzt. Wenn es tagsüber heiß ist, widmet sich Ida Wetter erst abends der Gartenarbeit. Sie hat drei Söhne, die natürlich das gute Essen aus dem Garten der Mutter zu schätzen wissen.

Ida Wetters Lieblingsblumen sind gelb, wie hier die kleinköpfige Stauden-Sonnenblume.
Ida Wetters Lieblingsblumen sind gelb, wie hier die kleinköpfige Stauden-Sonnenblume. | Bild: Sandra Häusler

Hinter dem Haus hängt der große Streuobstgarten voll mit Zibarten, einer Pflaumen-Unterart, Zwetschgen und Äpfeln. Die Haselnusssträucher hängen auch „genudelt voll“, so Ida Wetter. Im Garten düngt die Bollerin ausschließlich mit Torf und gegen die Schnecken streut sie an den Beeträndern Kalk aus. Der fliederfarbene Hibiskus ist bedingt durch den warmen Sommer bereits verblüht. Den Kalender-Spruch von Richard Brinsley Sheridan wandelt Ida Wetter für ihren Garten ab: „Komm doch in den Garten! Ich hätte gerne, dass meine Blumen dich sehen.“

Gartensteckbrief

  1. Was sind Ihre Lieblingsblumen? Ich habe gelbe Blumen gerne. Ich will keine roten und blauen Blumen. Ich mag gelbe Stiefmütterchen im Frühjahr und jetzt freue ich mich an der kleinköpfigen Stauden-Sonnenblume.
  2. Was gefällt Ihnen nicht an der Gartenarbeit? Jäten ist keine schöne Arbeit. Aber du musst jäten und hacken, sonst wächst nichts.
  3. Was ist günstig, was eher teuer in ihrem Garten? Das kann ich gar nicht genau definieren, die Hibiskus-Sträucher waren eher teuer.