Getreu Mark Twains Motto „Der beste Weg, sich selbst eine Freude zu machen, ist zu versuchen, einem andern eine Freude zu bereiten“ möchten Andrea und Tamara Hahn aus Pfullendorf auch dieses Jahr wieder eine Wunschbaumaktion in der Weihnachtszeit starten, um den Senioren des spitälischen Altenpflegeheims und des Wohnzentrums „Grüne Burg“ eine Freude zu Weihnachten machen. Im letzten Advent, als sich ganz Deutschland in einem Lockdown befand, wurde die Aktion das erste Mal in Pfullendorf gestartet.

Corona-Zeit ist für Senioren in Heimen besonders schwer

Tamara Hahn hat über eine Kommilitonin zuvor von einer ähnlichen Aktion im Raum Stuttgart erfahren. „Dann hat sie einfach zu mir gesagt: Mama, das machen wir auch in Pfullendorf‘“, erzählt Andrea Hahn. Gesagt, getan. Andrea Hahn, die beruflich viel in den Pflegeeinrichtungen zu tun hat, rannte mit der Idee offenen Türen ein. Für die Senioren in Pflege- und Altersheimen sei die Corona-Zeit besonders schwer, insbesondere zu Beginn der Pandemie, als Besuche über zwei Monate gar nicht möglich waren.

Aktion fand erstmals während des Lockdowns 2020 statt

Im vergangenen Jahr war es in beiden Einrichtungen aus Infektionsschutzgründen nicht möglich, eine Weihnachtsfeier durchzuführen. Eine Situation, die die alten Menschen sehr belastete. Deswegen wollten Mutter und Tochter dafür Sorge tragen, dass die Senioren wenigstens ein kleines Päckchen bekamen. „Weil wir nicht wussten, wie es angenommen wird, dachten wir, wir starten erst einmal mit dem Wohnzentrum“, erklärt Hahn. Also wurde in der Central Apotheke zum ersten Advent des vergangenen Jahres ein entsprechender Weihnachtsbaum aufgestellt, an dessen Äste Karten hingen, auf denen die Bewohner ihre Wünsche zum Fest aufgeschrieben haben. Spender konnten diese Wünsche dann mitnehmen und das verpackte Geschenk abgeben.

Pfullendorfer haben 2020 alle Wünsche erfüllt

„Nach drei Tage waren alle Karten weg. Die Pfullendorfer haben die Wünsche erfüllt“, erzählt sie stolz.

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In diesem Jahr sei sie von der Heimleitung direkt gefragt worden, ob die Aktion wiederholt werden könnte. Damit auch die Bewohner des spitälischen Pflegeheims berücksichtigt werden können, gibt es dieses Jahr gleich zwei Wunschbäume. Ziel ist es, die Päckchen in die Seniorenheime zu bringen und den dort wohnenden eine kleine Freude zum Fest zu bescheren.

Wünsche gibt es ab Samstag, 27. November

Am Freitag, 26. November, wird ein Baum in der Apotheke am Ober Tor aufgestellt, ein zweiter Baum wird in der Central-Apotheke aufgestellt. Am kommenden Samstag, 27. November, werden die Wünsche der Pfullendorfer Senioren am Baum aufgehängt. Sie haben in der Regel einen Wert von zehn bis 15 Euro. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, kann sich die Karten dort selbst vom Baum abnehmen. Die Wünsche sind oft bescheiden: Mal ist es eine neue Creme, mal neue Socken oder ein Buch. „Es wäre toll, wenn sich möglichst viele Bürger an der Aktion Wunschbaum beteiligen würden“, hofft Andrea Hahn auf viele Spendenwillige, die einem Senior oder einer Seniorin einen Weihnachtswunsch erfüllen.

Spender können Geschenk bis 17. Dezember abgeben

Wer eine Karte hat, kann das passende Geschenk dann bis Freitag, 17. Dezember, jeweils in der Spitalpflege am Oberen Tor oder der Grünen Burg beim Linzgau Center abgeben. „Uns geht es vor allem darum, dass die Menschen ohne Angehörige auch an Weihnachten etwas auspacken können“, sagt Andrea Hahn. Aber natürlich können alle Heimbewohner einen Wunsch auf die Karte schreiben. Die Hoffnung, dass die Bewohner in diesem Jahr eine Weihnachtsfeier gemeinsam feiern können bleibt, denn inzwischen sind viele Senioren zweifach geimpft, einige haben bereits eine Drittimpfung erhalten.

Aktion wird anonym durchgeführt

Im vergangenen Jahr sei die Aktion sehr emotional gewesen. „Ich würde gern das Grab meiner Tochter auf dem Friedhof in Überlingen besuchen“, war auf einer Karte einer Bewohnerin der Grünen Burg zu lesen. Ein bescheidener Wunsch, der angesichts der Corona-Pandemie erst etwas später erfüllt werden konnte. Die ganze Aktion ist übrigens anonym: Auf den Wunschkarten sind keine Namen vermerkt, sondern nur eine Nummer. Damit werden alle Datenschutzvorgaben eingehalten. Die Bescherung erfolgt dann an Heiligabend.