Vor dem feierlichen Gelöbnis der Rekruten des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in der Staufer-Kaserne wurde ein Feldgottesdienst vor dem Birkenkreuz innerhalb der Kaserne abgehalten, den Pater Stefan und Militärpfarrer Hans Wirkner gestalteten. Bereits hier war die Anzahl der Teilnehmer begrenzt und eine strikte Einhaltung der Abstandsregeln notwendig. Zusätzlich war das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung für alle Teilnehmer obligatorisch, was auch bei den Geistlichen einen besonderen Eindruck hinterlassen hatte.

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Dem Gelöbnis konnten erstmalig keine Angehörigen beiwohnen, was der Kommandeur Oberst Albrecht Katz-Kupke als äußerst bedauerlich feststellte. Dennoch sei es wichtig, den neuen Rekruten in einer feierlichen Zeremonie ein angemessenes, würdevolles Format für ihre Entscheidung zum Dienst in der Bundeswehr zu bieten.

Gestaffelter Ausbildungsplan unter Corona-Bedinungen

Bürgermeister Thomas Kugler stellte den Bezug zwischen Soldaten und Gesellschaft her und ermunterte die Soldaten, sich ihre Entscheidung nicht schlecht reden zu lassen. Vor allem in Zeiten, in denen Wohlstand und Sicherheit als selbstverständlich erachtet werden. Er fand klare Worte zu den Ausschreitungen in Stuttgart vor einer Woche und war sichtlich betroffen von dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Der Redner der Rekruten, Jäger Jeremy Follner, schilderte die ersten Wochen der Rekruten. Seit dem Bestehen der Bundeswehr wurde noch nie ein Dienstantritt im sogenannten Postumlaufverfahren durchgeführt. Der körperliche Dienstantritt war durch die Corona-Krise am 1. April nicht möglich, so dass die Rekruten ihre Ausbilder, Vorgesetzte und die neuen Kameraden ausschließlich über Lernplattformen und Web-Meetings kennenlernten. Mit dem ersten Betreten der Kaserne vor vier Wochen begann endlich die reale Ausbildung. Mit einem gestrafften Ausbildungsplan, der Einhaltung aller Vorgaben durch Covid-19 und deutlich aufgelockerter Stubenbelegung ist dieses Ausbildungsquartal einzigartig.

Jäger Jeremy Follner (rechts) schilderte die ersten Wochen der Rekruten, aufmerksamer Zuhörer war Oberst Albrecht Katz-Kupke (links).
Jäger Jeremy Follner (rechts) schilderte die ersten Wochen der Rekruten, aufmerksamer Zuhörer war Oberst Albrecht Katz-Kupke (links). | Bild: Bundeswehr

Oberst Albrecht Katz-Kupke betonte die Bedeutsamkeit des anspruchsvollen Dienstes in einer Gesellschaft im Wandel, vor den Herausforderungen der weltpolitischen Ereignisse und letztlich der Corona-Krise. Hierfür gab er mit aktuellen Beispielen auch Anlass zum Nachdenken und stellte die Wichtigkeit des Dienstes an Deutschland und Europa besonders in den Vordergrund. Mit Hinweis auf das missglückte Attentat von Oberst Graf Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 mahnte er, dass Gehorsam dann endet, wenn gegen Recht und Menschenwürde verstoßen wird. Besonders respektierte er die Entscheidung der jungen Soldaten, sich für den Dienst in der Bundeswehr zu bekennen, obwohl das für Teile der Gesellschaft als nicht zeitgemäß oder zumindest „uncool“ erachtet wird.

„Vermutlich Brand verursacht“

Höchstwahrscheinlich sind Soldaten der Staufer-Kaserne für einen Waldbrand zwischen Magenbuch und Levertsweiler am vergangenen Donnerstag verantwortlich, wie Pressesprecher Frank Moser erklärt, wobei die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Etwa 0,3 Hektar Fläche brannte, wobei es rund 100 Feuerwehrleute schnell gelang, das Feuer zu löschen. Als mögliche Ursache hatte die Polizei schon vergangene Woche auf den Einsatz von Signalmunition hingewiesen, die bei einer Bundeswehrübung abgeschossen worden war. Tatsächlich fand zu diesem Gelände ein Überlebenslehrgang des Ausbildungszentrums „Spezielle Operationen“ für Luftfahrzeugbesatzungen statt.

Stillgestanden heißt es, wenn die Nationalhymne erklingt.
Stillgestanden heißt es, wenn die Nationalhymne erklingt. | Bild: Bundeswehr

„Der Waldbrand wurde vermutlich durch Signalmunition verursacht, die durch starke, bodennah wechselnde Winde abgetrieben wurde und unglücklicherweise in dem betroffenen Waldstück den Brand ausgelöst haben könnte“, sagt Frank Moser. Der Pressesprecher weist daraufhin, dass der sogenannte Waldbrandgefahrenindex an diesem Tag bei Gefahrenstufe 2 lag, was eine geringe Gefahr bedeutet und deshalb die Übung ausgeführt werden durfte.

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