Einen versierten letzten Auftritt als Leiter des spitälischen Alten- und Pflegeheims hatte Wolfgang Scheitler bei der jüngsten Sitzung des Pfullendorfer Gemeinderats. Gewohnt prägnant und informativ präsentierte er dem Gremium den Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres des Alten- und Pflegeheimes. „Das Jahr 2019 war ein schwieriges Jahr des Umbruchs, das spiegelt sich in den Zahlen wider“, bilanzierte er. Unter dem Strich weist der Jahresabschluss ein Minus von rund 31 780 Euro aus. Das Aufwandsplus, insbesondere für Personal, war höher als das Ertragsplus aus den Leistungen.

66 vollstationäre Pflegeplätze angeboten

Kerngeschäft sind voll- und teilstationäre Pflegeleistungen sowie ambulante Leistungen. Angeboten wurden bis 31. August 2019 insgesamt 66 vollstationäre Pflegeplätze. Zum 1. September gab es eine Zäsur. Hintergrund ist, dass an diesem Stichtag die neue Landesheimbauverordnung in Kraft trat.

Neue Verordnung schränkt Platzzahl ein

Mit dieser Verordnung wurden bauliche Standards für Pflegeheime festgelegt, wie etwa die Vorgabe, dass allen Bewohnern Einzelzimmer zur Verfügung stehen müssen. Wie Wolfgang Scheitler ausführte, verringerte sich zum 1. September die Platzzahl im Heim um drei Pflegeplätze auf 63. Einige Zimmer durften nur noch mit Kurzzeitpflegegästen belegt werden. „Die Vorgabe schränkte uns bei Neubelegungen deutlich ein und führte zu einer geringeren Belegung und Auslastung“, so der Leiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Team bot 2019 auch Leistungen in fremden Einrichtungen an. So wurden in der Gaisbühlresidenz 25 Menschen, beim neu eröffneten „Wohnen am Stadtsee“ 35 Menschen betreut. „Die Nachfrage ist stark. Alle Wohnungen wurden verkauft und Ende des Jahres lag bereits eine Warteliste mit zehn weiteren Anfragen vor“, berichtete Wolfgang Scheitler.

Corona-Prämien für die Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2019 waren 55 Vollzeitkräfte beschäftigt. „Die Lage war durch Mitarbeiterwechsel geprägt“, schilderte Scheitler. Pflegedienstleiterin Sabine Jehle verließ das Heim. Nachfolgerin ist Viterane Selimi. Durch den Fachkräftemangel habe man freigewordene Stellen nicht mehr besetzen können. „Um die Versorgung und Einhaltung der Fachkraftquote zu gewährleisten, mussten Pflegekräfte von Zeitarbeitsfirmen gebucht werden, die teurer als direkt beschäftigte Mitarbeiter waren“, berichtete der Heimleiter. Wichtig war Wolfgang Scheitler, dass die Pflegekräfte in diesem Jahr die so genannte „Corona-Prämie“ erhalten. „Das haben unsere Mitarbeiter verdient“, sagte er. Entsprechende Anträge habe man rechtzeitig gestellt.

Daniela Müller ist neue Leiterin

Eigentlich hatte Scheitler im Februar dieses Jahres in Ruhestand gehen wollen. Da die vorgesehene Nachfolgerin jedoch wegen einer schweren Erkrankung die Stelle nicht antreten konnte, blieb er bis zum gestrigen 31. Juli. Seine Nachfolgerin ist Daniela Müller. Von Bürgermeister Thomas Kugler gab es lobende Worte zum Abschied: „Hut ab vor ihrer Leistung, Herr Scheitler!“, sagte er.