Den schönsten Satz bei ihrer feierlichen Verabschiedung als Rektorin des Staufer-Gymnasiums sagte Anette Ebinger am Freitag selbst. „Es war mir vierzehn Jahre lang jeden Tag eine Freude, diese Schule leiten zu dürfen“, rief sie unter dem donnernden Applaus der zahlreichen Gäste in der Schulaula aus.

Clemens Leiß und Wiktoria Konopka übergeben ein Geschenk der Schüler an Anette Ebinger (rechts).
Clemens Leiß und Wiktoria Konopka übergeben ein Geschenk der Schüler an Anette Ebinger (rechts). | Bild: Stefanie Lorenz

Auch ihr Nachfolger Andreas Nowack, der in sein neues Amt eingesetzt wurde, erwarb sich viele Sympathien mit seiner von herzlichen Worten geprägten Antrittsrede. „Ich will meine neue Schule so gestalten, dass es menschlich zugeht und sich alle wohlfühlen“, versicherte er.

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Das Zitat „per aspera ad astra“, „auf rauen Wegen zu den Sternen“, hatte Achim Prinz, stellvertretender Schulleiter, als Leitmotiv für seine Ansprache ausgewählt. „Es bedeutet, dass wir uns anstrengen müssen, um etwas zu erreichen“, erläuterte Prinz. Nur wer gegen Widerstände ankämpfe, könne erfolgreich sein. Dies treffe auf die Schulleiterin zu 100 Prozent zu.

Ellen Butzko-Willke übergibt die Bestellungsurkunde an Andreas Nowack.
Ellen Butzko-Willke übergibt die Bestellungsurkunde an Andreas Nowack. | Bild: Stefanie Lorenz

„Du hast Dich durch keinen Wind vom Kurs abbringen lassen, hast Deine Frau gestanden und uns allen als Vorbild gedient“, wandte Achim Prinz sich an Anette Ebinger. Den neuen Schulleiter Andreas Nowack, dem er viele guten Wünsche mit auf den Weg gab, kennt Prinz seit Jahren. Die beiden arbeiteten am Gymnasium in Mengen zusammen; Nowack wurde dort Nachfolger von Achim Prinz als stellvertretender Schulleiter.

Nowack bringt Ortskenntnis mit

Dies erfuhren die Zuhörer auch in der Rede von Ellen Butzko-Willke, Leiterin des Gymnasial-Referats beim Regierungspräsidium Tübingen, in der sie die Vita des gebürtigen Pfullendorfers Andreas Nowack vorstellte – vom Abitur am Staufer-Gymnasium bis hin zu seiner achtjährigen Stellvertretung des Mengener Schulleiters Stefan Bien.

Holger Voggel, Rektor der Realschule, richtet warmherzige Worte an die scheidende Anette Ebinger.
Holger Voggel, Rektor der Realschule, richtet warmherzige Worte an die scheidende Anette Ebinger. | Bild: Stefanie Lorenz

„Sie bringen neben der Erfahrung auf dem weiten Feld der Schulleitung auch die nötige Ortskenntnis mit“, betonte Butzko-Willke. Sie schilderte, wie Andreas Nowack im Laufe seiner Karriere ausgeprägte Zielstrebigkeit, Kompromissbereitschaft und hohe Organisationskompetenz beschieden worden war.

Zahlreiche Gäste waren in die Aula des Staufer-Gymnasiums gekommen, um Anette Ebinger zu verabschieden und bei der Amtseinsetzung von ...
Zahlreiche Gäste waren in die Aula des Staufer-Gymnasiums gekommen, um Anette Ebinger zu verabschieden und bei der Amtseinsetzung von Andreas Nowack dabei zu sein. | Bild: Stefanie Lorenz

In der Laudatio für Anette Ebinger ließ Butzko-Willke das Engagement der scheidenden Schulleiterin Revue passieren, das weit über den schulischen Horizont hinausgeht. Als Beispiele für ihr Wirken nannte sie unter anderem die Einrichtung des Sportprofils und die Schüleraustauschprogramme.

Vorreiter bei der Digitalisierung

„Im Bereich der Digitalisierung war man hier vor Jahren Vorreiter in Sachen Whiteboard, Visualizer und Smartphone-Einsatz“, lobte Ellen Butzko-Willke. „In den vergangenen Jahren haben Sie das Staufer-Gymnasium im Sinne der Leitlinien des Staufer-Kodex geprägt und vorangebracht“, betonte sie.

Herzlich verabschiedete Bürgermeister Thomas Kugler die scheidende Anette Ebinger.
Herzlich verabschiedete Bürgermeister Thomas Kugler die scheidende Anette Ebinger. | Bild: Stefanie Lorenz

Wunderbare Klänge der Bigband des Staufer-Gymnasiums unter Leitung von Berthold Schreiber umrahmten das Fest. „Sie haben unserer Schule und Schullandschaft gut getan“, gab Bürgermeister Thomas Kugler Anette Ebinger zum Abschied mit. Sich der Bildung junger Menschen zu widmen und dazu beizutragen, dass diese ihre eigenen Wege finden, sei eine dankbare, aber anspruchsvolle Aufgabe. „Sie haben diese Schule hervorragend geleitet“, sagte Kugler.

Herzliche Begrüßung für Andreas Nowack

Herzlich begrüßte er den neuen Schulleiter. Das Zurückkehren an seine ehemalige Schule zeige, dass Andreas Nowack von der Stärke des Gymnasiums überzeugt sei, dass er eine positive Erinnerung an die eigene Schulzeit habe und dass er die Möglichkeit nutzen wolle, das Gymnasium weiterzuentwickeln.

Engagierte Zusammenarbeit gewürdigt

Die hohe Wertschätzung von Anette Ebinger drückte sich in den weiteren Ansprachen aus. Ob Elternbeiratsvorsitzender Rainer Hummel, der mit geschliffenen Worten die Zuhörer die Welt von Harry Potters Zauber-Schule Hogwarts und den Alltag des Staufer-Gymnasiums verschmelzen ließ (“Dies ist keine Schule für Zauberei, obwohl sich Anette Ebinger sicher ab zu ab und zu gewünscht hätte, das eine oder andere Problem wegzuzaubern“), oder Holger Voggel, der als Vertreter der Pfullendorfer Schulleiter in wunderbaren Zeilen der Autorin Susan Kennedy Anregungen für Anette Ebinger gab: „Lasse Dich fallen. Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit und freue dich auf Träume.“ Beide würdigten die engagierte Zusammenarbeit mit Anette Ebinger und drückten ihre Vorfreude auf den neuen Schulleiter aus.

Kurs halten im „Bermuda-Viereck“

Lehrer Uwe Linster, der für den örtlichen Personalrat sprach, schilderte, dass Anette Ebinger im „Bermuda-Viereck“ zwischen Eltern, Schülern und dem Regierungspräsidium Tag für Tag Kurs gehalten habe. „Odysseus hatte es im Angesicht von Skylla und Charybdis vermutlich leichter als Sie“, meinte Linster. Er sicherte im Namen des Kollegiums dem neuen Schulleiter tatkräftige Mithilfe zu.

Schüler halten witzige Rede

Wie geschätzt die scheidende Rektorin bei den Schülern war, bildete die Rede der beiden Mitglieder der Schülermitverantwortung, Clemens Leiß und Wiktoria Konopka, ab. Leiß berichteten von den vielen Durchsagen der Schulleiterin: „Diese waren nicht nur ihr Hobby, sondern ihre Leidenschaft – fast täglich konnte man ihre Stimme im Klassenzimmer hören.“

Das Klappern der Schuhe in den Schulfluren

Konopka erinnerte an das stetige Klappern der Schuhe von Anette Ebinger in den Schulfluren: „Mit einer Frequenz von 60 Herz hallten ihre Absätze durch das Schulgebäude“, witzelte die Schülerin. Ebinger habe ein großes Herz für die Schüler und ein offenes Ohr für jedes Anliegen gezeigt.

In der Pandemie gegenseitig unterstützt

„Es ist gut Schulleiter-Sein in Pfullendorf, da man kein Bittsteller ist“, sagte Anette Ebinger. Das habe sie sehr geschätzt. Mit dem Kollegium, den anderen Schulleiterin und der Stadt sei es ein gutes Miteinander gewesen. „Wir haben uns auch in den Zeiten der Pandemie immer gegenseitig unterstützt“, betonte die 64-Jährige.

Leuchttürme zur Orientierung

Andreas Nowack zeigte sich bewegt von dem herzlichen Empfang. Er zitierte aus einem Lied, bei dem es um den Neuaufbruch eines Schiffes geht, das bei Flut ausläuft. Als Orientierung benötige das Schiff Leuchttürme. Zwei seiner Leuchttürme seien Anette Ebinger und sein ehemaliger Schulleiter Stefan Bien. „Ich freue mich auf die nächsten Jahre“, kündigte er abschließend an.