Seit 30 Jahren besteht das Unternehmen Neher Group in Ostrach-Einhart. Mit informativen Technologietagen und einem Mitarbeiterfest wollte die Firma Mitte September ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Aufgrund der Corona-Pandemie musste dies nun abgesagt werden, wie das Unternehmen berichtet. Im kleinen Rahmen war dennoch ein besonderer Anlass möglich: Die Ehrung des ersten Mitarbeiters, der dem Unternehmen seit 30 Jahren die Treue hält.

In der elterlichen Mühle in Einhart gegründet

1990 gründete Fritz Neher die Firma als Ein-Mann-Unternehmen in der elterlichen Mühle in Einhart. Von Anfang an stand Karl „Charly“ Eichelmann an seiner Seite. Anfangs im Nebenerwerb, bald in Festanstellung. „Auch wenn es damals eigentlich schon mehr als ein Vollzeitjob war“, sagt Eichelmann mit einem Schmunzeln. Denn die Werkzeuge waren gefragt, statt Vollhartmetall setzte Neher auf Diamantwerkzeuge. Warum das? „Diamantwerkzeuge hatte zum damaligen Zeitpunkt nicht jeder und der Diamant ist der härteste Schneidstoff“ so der Firmengründer. Zweifel an der Zukunft hatte Karl Eichelmann nie. „Der Fritz hat Tüftlergeist und Weitblick. Ich hatte absolutes Vertrauen in ihn“, sagt der Einharter. Mit dem Nischenprodukt war Neher von Beginn an in der Möbel- und Werkzeugindustrie tätig. Der erste Großkunde war das Unternehmen Albert Handtmann.

ZF bis heute einer der Hauptkunden

1993 brachte Hartmut Fischer frischen Wind in die Produktion und leistet einen großen Beitrag zum Erfolg der Firma. Zehn Jahre nach der Gründung folgte der Umzug zum heutigen Standort. Fritz Neher investierte in ein neues Gebäude mit 600 Quadratmetern, um den Anforderungen für Produktion und den mittlerweile zehn Mitarbeitern gerecht zu werden. Schließlich wurde auch ZF aufmerksam und wurde bis heute einen Hauptkunde des Unternehmens. In zweiter Generation führt Gerd Neher seit 2006 die Geschäfte: „Wir versuchen immer Innovationen zu bieten. Etwa aus drei Werkzeugen eins zu machen, um einen Prozess beim Kunden etwas schneller zu machen.“

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Inzwischen auf 110 Mitarbeiter gewachsen

2008 folgte die nächste große Investition in die 1800 Quadratmeter große Produktionshalle. Drei Monate später dann die Finanzkrise. „Es kamen kaum noch Aufträge rein, gerettet hat uns damals unser breites Geschäftsfeld“, sagt Neher. Mit der Gründung der Neher Automation im Jahr 2012 wurde die Devise des breiten Geschäftsfelds fortgesetzt und das Unternehmen hat sich zum Systemanbieter weiterentwickelt. Kunden bekommen nun neben den Werkzeugen auch Komplettlösungen angeboten. In den weiteren Jahren suchte sich Neher für den Werkzeugvertrieb Partner in Nord- und Südamerika sowie Russland und baute weiterhin den Vertrieb im ganzen europäischen Raum aus. 2016 entsteht ein 2300 Quadratmeter großes Gebäude mit neuer Produktionshalle, Technologiezentrum, Lehrwerkstatt und Verwaltungsräumen. Derzeit sind 110 Mitarbeiter beschäftigt.

Optimismus auch in der Corona-Krise

Auch wenn das Jahr 2020 bisher von der Corona-Pandemie bestimmt wurde, konnte das Unternehmen im ersten Quartal des Jahres noch Umsatzsteigerungen im Vergleich zu den Vorjahren erzielen. Aus diesem Grund blickt Gerd Neher optimistisch in die Zukunft.