In der Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“ geben die Reisefotografen Bruno Maul und Pascal Violo erstmals Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit als Helfer in unterschiedlichen Flüchtlingscamps an den Rändern Europas. In der Kunstschule Pfullendorf am Marktplatz (ehemaliger NKD) erzählen sie am Sonntag, 2. Oktober, um 19 Uhr von berührenden Erfahrungen und bewegenden Begegnungen mit Menschen, die aus ihrer Heimat wegen unterschiedlicher Gründe flüchten mussten. Die beiden Fotografen erzählen über berührende Erfahrungen und bewegende Begegnungen mit Menschen, die jetzt nichts mehr haben. Sie berichten aber auch über die Schwierigkeiten, die sie während ihrer „Arbeit für den guten Zweck“ überwinden mussten: Von der Bürokratie über emotionale Achterbahnfahrten bis zur Machtlosigkeit gegenüber der Ungerechtigkeiten dieser Welt. Doch es ist der Glaube an eine bessere Welt, der die beiden Männer und ihr Team dazu bewegt weiterzumachen, dabei stets die Menschlichkeit und den Menschen selbst im Fokus. Mit wahrheitsgetreuen Fotos haben die beiden Helfer einerseits das Leben und die Herausforderungen geflüchteter Menschen dokumentiert.

Die „Karawane der Clown“ gibt Kindern Hoffnung. Das Bild zeigt Clown Markus Meznik von „Clowns ohne Grenzen“ ...
Die „Karawane der Clown“ gibt Kindern Hoffnung. Das Bild zeigt Clown Markus Meznik von „Clowns ohne Grenzen“ einem jungen Mädchen im Libanon. | Bild: Bruno Maul

Till Schilling im Libanon

Mit der „Karawane der Menschlichkeit“ hatte das Team der Pfullendorfer Kunstschule bereits im Frühjahr zusammengearbeitet: Mit dem „mobilen Malraum“ ging es im Mai in den Libanon. Die Kinder- und Jugendkunstschule, vertreten durch Lucia Thanner, Kunsttherapeutin aus Isny, und Till Schilling, Künstler aus Altusried, ist auf Einladung mitgereist. Schilling leitet seit über sieben Jahren wöchentlich in Wangen, auch in Isny und Sigmaringen ein Atelier für geflüchtete Kinder und Jugendliche direkt in den Unterkünften.

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Den Kindern ein Lachen ins Gesicht zaubern

Mit wahrheitsgetreuen Fotos haben die beiden Fotografen einerseits das Leben und die Herausforderungen geflüchteter Menschen dokumentiert. Andrerseits sind es die Geschichten zu den Bildern und Videos, die den Zuschauern tiefe Einblicke in die Lebenssituation dieser Menschen geben. Mit der Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“ begibt man sich auf einen bewegenden Grenzgang an die Ränder Europas zu den fast vergessenen Menschen in den Flüchtlingscamps. Aber wie hilft die „Karawane der Menschlichkeit“? Den notleidenden Menschen wird durch Geldspenden, Hilfsgüter und Lebensfreude geholfen. „Überbringer“ der Lebensfreude ist die sogenannte „Karawane der Clowns“. Das Hilfsteam vor Ort wird meist von professionellen Clowns, Akrobaten und Künstlern begleitet, die durch ihre unterhaltsamen Vorstellungen gute Laune und wichtige Abwechslung in den tristen Alltag der Geflüchteten in den Camps bringen. Vor allem für die Kinder sind die Besuche ein großer Lichtblick.

Hier begann die Karawane ihre Arbeit: Das Flüchtlingslager Lesbos in Griechenland.
Hier begann die Karawane ihre Arbeit: Das Flüchtlingslager Lesbos in Griechenland. | Bild: Bruno Maul

Schulprojekte im Libanon werden unterstützt

Mit dem gespendeten Geld werden wichtige lokale Projekte unterstützt wie beispielsweise das Karawanen-Schulprojekt im Libanon. Außerdem werden dringend benötigte Hilfsgüter wie Medikamente, Heizmaterial oder Lebensmittel vor Ort eingekauft, um die Menschen in den Camps zu unterstützen. Dafür sammeln sie Geld. Auch die Erlöse aus den Live-Vorträgen gehen als Spende an die „Karawane der Menschlichkeit“. Die Karawane hilft Menschen, die auf ihrer Flucht in Not geraten und meistens in Flüchtlingscamps in und um Europa gestrandet sind. Dabei werden ausgewählte Nichtregierungsorganisationen bei ihrer wichtigen Arbeit vor Ort unterstützt. Die Projekte werden im Laufe der Zeit mehrmals besucht. Auch die Verbesserung der Situation von geflüchteten Kindern und Waisenkindern ist der „Karawane der Menschlichkeit“ ein großes Anliegen.

Neben der Krise der Regierung und dem Versorgungsnotstand fanden im Libanon – aufgrund der geografischen Lage zwischen Syrien und ...
Neben der Krise der Regierung und dem Versorgungsnotstand fanden im Libanon – aufgrund der geografischen Lage zwischen Syrien und Israel – über 1,5 Millionen Syrer Zuflucht. Im Mai diesen Jahres war die Karawane im Flüchtlingscamp. | Bild: Bruno Maul

Im Libanon initiierte die „Karawane der Menschlichkeit“ auch ein Schulprojekt inmitten eines riesigen Flüchtlingsghettos. „Beim Sichten der Bilder zu Hause wurde mir die ganze Tragweite unseres Tuns bewusst“, schreibt Bruno Maul in einer Pressemitteilung. „Mit unseren Spenden und unserer Hilfe retten wir tatsächlich Menschenleben. Auch wenn alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so können doch ein paar mehr dieser Gesichter, die ich auf meinem Bildschirm betrachte, auch im nächsten Jahr noch lachen und strahlen.“