„Ja, ist denn schon Fasnet“, haben sich wohl manche Pfullendorfer am Montagabend gedacht, als sie den „Gefangenenchor“ aus Verdis Oper „Nabucco“ hörten. Eigentlich ist diese Arie das Markenzeichen der Schnellergilde, deren Mitglieder es mit Leidenschaft schmettern. Allein, die „Gefangenen“ klagten vom Recorder und begleiteten rund 100 Teilnehmer des zweiten „Lichterspaziergangs„ durch die Innenstadt. Man demonstriere für Freiheit, Demokratie und eine maskenfreie Zukunft, so die Veranstalter.

Zeitfenster wegen Ausgangssperre begrenzt

Aufgrund der Ausgangssperre hatten die Veranstalter vom städtischen Ordnungsamt nur ein Zeitfenster von 19 bis 19.45 Uhr bekommen. Mehrere Polizeiautos begleiteten den Spaziergang, Ordner sorgten im Großen und Ganzen für die Einhaltung der Maskenpflicht auf dem Marktplatz und die Abstandsregelung und alles blieb friedlich. Gegenseitig beklatschte sich die vornehmlich jüngere Teilnehmerschaft für ihren Mut, an diesem Abend „Gesicht zu zeigen.“ Ein Redner erklärte, wie der US-Milliardär Bill Gates, immerhin 120 Milliarden Euro schwer, schon früh von der Pandemie wusste, und Anfang des Jahres tatsächlich für 60 Millionen Euro Aktien des Versandriesen Amazon kauft, der seinen Kurs deutlich steigern konnte.

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Dank an Polizisten

Mehrfach wandten sich die Redner direkt an die Polizeibeamten, denen sie für ihren Einsatz dankten. Ein Mann gab zudem den Ratschlag, sich dem Impfzwang zu entziehen, den die Regierung im Zuge von Corona schon immer im Fokus hatte. Um wegen der Ausgangssperre nicht in Zeitnot zu kommen, kündigten die Veranstalter an, die nächsten montäglichen Lichterspaziergänge schon um 17.30 Uhr zu starten, allerdings nicht mehr in Pfullendorf, sondern in Bad Saulgau.