Ab Dienstag, 19. Januar, kann die Personengruppe mit höchster Priorität, sprich über 80-Jährige und Beschäftigte im Pflegebereich, einen Termin im kommunalen Impfzentrum in der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen vereinbaren. Die Anmeldung ist nur telefonisch (116 117) oder online (www.impftermineservice.de) möglich. Start der Impfaktion ist am kommenden Freitag, 22. Januar. Da der Landkreis derzeit nur 585 Impfdosen pro Woche erhält, wovon 300 Dosen für die mobilen Impftrupps reserviert sind, die die Alten- und Pflegeheime im Landkreis verimpfen, wird in Hohentengen der Betrieb zunächst montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr stattfinden.

In den Registrierkabinen im Kreisimpfzentrum in Hohentengen müssen die zwölfstellige Anmeldenummer und der Personalausweis vorgelegt werden.
In den Registrierkabinen im Kreisimpfzentrum in Hohentengen müssen die zwölfstellige Anmeldenummer und der Personalausweis vorgelegt werden. | Bild: Lorenz, Stefanie

Angesichts geringer Zahl von Impfdosen will man bei Bürgern keine falschen Erwartungen schüren

Weil der Landkreis in den nächsten Wochen nur wenig Impfstoff erhalten wird, verzichten die 25 Gemeinde vorerst auf eigene, sprich zusätzliche Angebote, was die Terminvereinbarung oder den Transport der Senioren nach Hohentengen angeht. Dies ist ein Ergebnis der wöchentlichen Telefonkonferenz der Bürgermeister mit Landrätin Stefanie Bürkle. „Wir wollen angesichts der geringen Zahl an Impfdosen keine Erwartungen bei der Bevölkerung schüren“, erläuterten Kreischefin Bürkle und Jochen Spieß, Vorsitzender des Gemeindetages im Kreis Sigmaringen, gestern dem SÜDKURIER.

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Ministerium hat Angst vor Hackerangriffen durch Impfgegner

Zudem habe das Sozialministerium erklärt, dass es technisch nicht möglich sei, von einem Account, sprich von einem Computer, mehrere Impftermine zu vereinbaren. Diese technische Beschränkung wurde nach Angaben aus Stuttgart aus Angst vor Hackerangriffen durch Impfgegner installiert.

Landratsamt informiert mit einem neuen Imagefilm über das Impfzentrum

Mit einem Imagefilm, der ab Mittwoch, 20. Januar, auf der Homepage des Landkreises (www.kreis-sigmaringen.de) zu sehen sein wird, will das Landratsamt vorab den Ablauf im Impfzentrum, das Prozedere und die Stationen zeigen. Dabei wird auch nochmals erläutert, welche Unterlagen mitzubringen und wie die Parkmöglichkeiten geregelt sind. „Der Knoten wird platzen“, ist Landrätin Bürkle überzeugt, dass die anfänglichen Schwierigkeiten bei der Terminvereinbarung und Impfstoffverfügbarkeit überwunden werden.

Kritik an Informationspolitik des Sozialministeriums

Kritik gab es auch vom VdK Pfullendorf an der Informationspolitik der Landesregierung. Während in anderen Bundesländern die Regierung mit einem Brief die Senioren über die Impfmodalitäten informierte, lehnte das zuständige Sozialministerium Baden-Württemberg ein solches Schreiben bislang ab. Der Druck wurde stetig stärker, und auch der Sigmaringer Landtagabgeordnete Klaus Burger (CDU) bat in einem Brief Sozialminister Manfred Lucha, sich dafür stark zu machen, dass die Gruppe der über 80-jährigen durch die zuständige Behörde, also Landratsamt beziehungsweise Gesundheitsamt, persönlich zum Impftermin eingeladen wird.

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CDU-Landtagsabgeordneter Klaus Burger: „Regierung wird schriftlich informieren.“

Nur wenige Tage später informierte Burger, Mitglied des Arbeitskreises Soziales der CDU und Ausschussmitglied Soziales und Integration, dass man sich mit der Forderung durchsetzen konnte und jetzt auch in Baden Württemberg die 80-Jährigen aufwärts eine schriftliche Einladung zum Impfen bekommen. Diesem Schreiben wird nach Angaben von Burger auch ein Rückmeldebogen mit Anmeldeformular mit beigefügt.

CDU-Kreisverband Tuttlingen fordert Impftelefon in den Gemeinden

Auch in Nachbarkreisen macht man sich Sorgen, dass Senioren mit der Impfterminvereinbarung überfordert sein könnte. So berichtet Roland Ströbele, Vorsitzender der Seniorenunion im CDU-Kreisverband Tuttlingen, von großer Unsicherheit und Verärgerung bei den älteren Menschen. Aus vielen Anrufen und Kontakten wisse er, wie schwer sich gerade ältere Alleinstehende, die nicht auf die Hilfe von Kindern oder Enkeln zurückgreifen können, mit der Anmeldeprozedur tun. Er appelliert an die Gemeinden im Kreis Tuttlingen, für die hochbetagten Bürger ihrer Kommunen ein Impftelefon einzurichten. Ein solches Telefon könnte bei der Gemeinde oder bei der Nachbarschaftshilfe, und so weiter eingerichtet werden. Über das Impftelefon sollten auch Hin- und Rückfahrt zum Impfzentrum organisiert werden, schlägt Ströbele vor. Aus eigener Erfahrung wisse er noch, wie gut dies früher in den 50er und 60er Jahren mit der Terminierung bei der Röntgenreihenuntersuchung wegen Tuberkulose bei allen Bürgern mit einfacheren Verwaltungsmitteln als heute funktioniert hat.

VdK Pfullendorf bietet Unterstützung

Der VdK-Ortsverband Pfullendorf will sein Anliegen umsetzen und den Menschen über 80 Jahre Hilfestellung bei der Terminvereinbarung geben. Jeder, der mitmacht, bekommt eine Anleitung und eine Liste mit elf Namen, die er abarbeiten sollte von Karlheinz Fahlbusch. Auf dieser Liste müssen dann die beiden Impftermine und der Bestätigungscode eingetragen werden. Die fertige Liste geht dann wieder zurück an den VdK-Chef. Die Impflinge werden dann von der Frauenbeauftragten oder ihm per Telefon informiert. Außerdem bekommen die Helfer eine Erklärung zum Datenschutz, die sie unterschreiben, einscannen und wieder zurückschicken sollten.

Anmeldung direkt beim VdK-Vorsitzenden

Wer seinen Impftermin nicht selbst vereinbaren kann und niemanden hat, der das für ihn erledigt, der kann sich bei Karlheinz Fahlbusch unter Tel. 0 75 52/9 36 72 40 melden (siehe Infokasten). Nach erfolgter Anmeldung wird den Betroffenen der Impftermin vom VdK mitgeteilt. Alle Helfer sind auf den Datenschutz verpflichtet. Dies ist wichtig, weil zur Anmeldung persönliche Daten benötigt werden.