Während die gewohnten Aprilscherze nach und nach in Vergessenheit geraten, nehmen die Maischerze sichtbar zu. Einst schickte man einen Angehörigen, Verwandten oder den Nachbarn an ein Ziel, das es überhaupt nicht gab. Kindern gab man zehn Pfennige, mit denen sie in der Drogerie hundert Gramm „I-be-dumm“ kaufen sollten und den Nachbarn schickte man zu einem Bauern am Ortsende, weil dieser im Kuhstall Schwierigkeiten bei der Geburt eines Kalbes hatte. Der Spass endete dann meistens fröhlich mit einer Schnapsrunde und der Einsicht, „hereingefallen“ und Opfer des Aprilscherzes geworden zu sein.

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Mitleid mit der Gemeinde

Erhalten geblieben ist das Stecken von „Liebes-Maien“, was sich bei der Durchsicht aller Teilorte der Gemeinde bestätigte. Meistens waren es Birken mit den frisch getriebenen grünen Blättern und geschmückt mit farbenfrohen Bändern und roten Liebesherzen. Aber auch Spassiges, oft mit realem Hintergrund, trat zu Tage. Auf dem Parkplatz für den Bannwaldturm hatte ein kommunalpolitisch aufmerksamer Bürger aus Mitleid für die Armut der Gemeinde Ostrach einen „vorläufigen Parkautomaten“ aufgestellt. Das Geld werde der Gemeindekasse zur Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung, zur Zahlung der Kehrmaschine bis zum Bannwaldturm und Entsorgung des Mülls auf den Parkplätzen dienen. Viel Ernst steckt hinter dem Kunstwerk und es ist zu hoffen, dass die „zuständigen Personen“ sich eine Minute Zeit nehmen, um es zu lesen und danach zu handeln.