Stetig erhöhen sich die Anforderungen an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr, umso wichtiger ist eine moderne technische Ausrüstung der Wehrleute und ein Top-Fahrzeugbestand. In den vergangenen Wochen konnten die Stadtwehr sowie die Abteilungswehren Otterswang und Großstadelhofen neue Einsatzfahrzeuge in Empfang nehmen und so ihre Schlagkraft steigern.

Rüstwagen kostet fast eine halbe Million Euro

Fast eine halbe Million Euro kostet der Ersatzrüstwagen für die Stadtwehr, den Kommandant Dieter Müller mit zwei Feuerwehrkameraden und zwei Verwaltungsmitarbeitern von der Firma Rosenbauer in Luckenwalde nach Pfullendorf überführte. Dabei galt es, die Corona-Regeln zu beachten, wobei der Transport gestattet war, weil es sich um eine hoheitliche Aufgabe handelte. „Der alte Rüstwagen war 38 Jahre alt“, erklärt Müller im SÜDKURIER-Gespräch, dass das neue Fahrzeug ausschließlich für technische Hilfeleistungen eingesetzt wird. Also bei Unfällen oder wenn Lasten bewegt werden müssen, und nicht im Brandfall.

Einweisung in das neue Fahrzeug erfolgt in Zehner-Gruppen

Jetzt müssen die Mannschaften noch eingewiesen werden, aber auch hier gilt es, Corona-Regeln zu beachten. Bekanntlich ist im Prinzip der Trainingsbetrieb bei Feuerwehren untersagt, aber einsatzrelevante Übungen sind gestattet. Und so erhalten die Feuerwehrler in den nächsten vier Wochen in Zehner-Gruppen die Einweisung für das neue Auto. Pfullendorf verfügt damit über einen von kreisweit fünf Rüstwagen, der von Feuerwehren im Bedarfsfall angefordert wird.

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Zusammenarbeit zwischen Kernwehr und Abteilungswehren ist enorm wichtig

Die Zahl der Aktiven in der Stadtwehr hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, aktuell leisten 55 Frauen und Männer dort ehrenamtlich Dienst. Kommandant Müller hätte gern noch ein paar Leute mehr, so 60 Einsatzkräfte wären für die Kernstadt in Ordnung. Die Abteilungswehren in den Ortsteilen sind personell traditionell gut aufgestellt, und auch an Nachwuchs mangelt es nicht. Die Zusammenarbeit zwischen Kern- und Ortswehren ist Müller ein besonderes Anliegen. Und so war es keine Frage, dass man die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses am Eichberg angesichts der corona-bedingten finanziellen Engpässe im städtischen Haushalt für ein, zwei Jahre zurückstellte, und die Beschaffung der Fahrzeuge für die Abteilungswehren oberste Priorität hatte. „Gemeinsam sind wir stark“, bringt Müller das Miteinander auf den Punkt.

Kommandanten freuen sich Ersatzfahrzeuge

„Das alte Feuerwehrauto hat sein Dienst 47 Jahre lang erfüllt. Das neue TSF-W hat alles an Board, was wir in unserer Abteilungswehr für die Einsätze benötigen“, freut sich Großstadelhofens Kommandant Michael Kaltenbach über das neue Fahrzeug. Sein Kollege Jürgen Vochazer von der Abteilung Otterswang kommentiert die Ersatzbeschaffung: „Das neue TSF-W bietet viel Ausstattung auf kleinem Platz. Genau das richtige für eine kleine Abteilung wie Otterswang.“ Dankbar sind Müller und seine Kameraden, dass die Feuerwehr beim Gemeinderat und Verwaltung einen hohen Stellenwert einnimmt und die Wehren mit ihren Anliegen auf offene Ohren stoßen.

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Weniger Einsätze für Wehr im Jahr 2020

Corona hat übrigens zu einem Rückgang der Einsätze geführt, aktuell sind es 103, und davon waren mindestens 20 Einsätze dem Sturm „Sabine“ geschuldet. Viel Zeit verbringt der Pfullendorfer Kommandant mit Planungen und der Erstellung von Hygienekonzepten. Zu verhindern gilt es, dass beispielsweise ein positiver Covid-19-Fall die komplette Truppe lahmlegt. Deshalb wurden Stufenpläne entwickelt und Dieter Müller fragt wöchentlich bei seinen Kameraden wegen möglichen Quarantänestatus nach. Versammlungen der Wehre wurden auf den Sommer 2021 verschoben, und notwendige Besprechungen werden vornehmlich über Videokonferenzen durchgeführt. Dieter Müller war der Ernst der Corona-Pandemie schon frühzeitig bewusst. Schon im März erklärte er, dass das Schlachtfest im Oktober sicher abgesagt werden müsse, was manche Kameraden nicht glauben wollten.