Herdwangen-Schönach – Mit seinem hohen Spaßfaktor und facettenreichen Tänzen hat sich der Sportlerball der Herdwanger Sportvereins einen Namen gemacht. Kein Wunder also, dass die Sportlerschar am Samstag Stühle und Tische herbeiholen musste, um dem Ansturm der Besucher auf die Bundschuhhalle gerecht zu werden. "Wir haben eine volle Bude. Ich bin richtig stolz", freute sich HSV-Vorsitzender Bernhard Grimm. Rund 450 Zuschauer genossen die bunte, dreistündige Nummernrevue mit einem blendend aufgelegten Moderator Ruben Riebsamen alias Roberto Blanco, der mehr als nur "ein bisschen Spaß" verbreitete.

Sein ganzes komödiantisches Talent spielte Ruben-Roberto aus bei den köstlichen Geschichten aus dem Dorfleben. Da wurde der Wolf vom jährlichen Rudelsingen des Sportvereins angelockt und tappte dann prompt in den in der Kunsthalle gebastelten zweiten Blitzer. Der neue Mittelstrich auf der Dorfstraße wurde zur sündigen Meile und am Ende gab es sogar ein witziges und dennoch anrührendes Abschiedsliedchen für den scheidenden "Mannschaftsarzt" Bernhard Bernie Spieß. Das Publikum ging begeistert jeden Gag des hüftenschwingenden Moderators mit und so mancher lachte Tränen.

Roberto Blanco war natürlich nicht der einzige "Promi": Ihre Majestät, die englische Königin, gab Herdwangen die Ehre! Mit ihrer strammen AH-Garde rockte sie am Ende nicht so ganz lady-like die Bühne zu einem Medley der Gruppe "Queen". Bei diesem Auftritt offenbarte sich einmal mehr das Geheimrezept für den Erfolg des Sportlerballs: Es ist der unverstellte Spaß, den die Akteure ganz offensichtlich auf der Bühne haben und der sich jedes Jahr aufs Neue auf das Publikum überträgt. Wenn die A-Jugend als Cowboys und Indianer akrobatisch durch die Luft wirbelt, um dann das Lasso rauszuholen, die zweite Mannschaft ihren Froschkönig als Bürgermeister Ralph Gerster verkleidet, um bei der Prinzessin zu landen, und Rainer Kohler als "Sanitäter mit klinischer Erfahrung" feierlich das neue Brech-Zentrum am durchgeknallten Krankenhaus "übergibt", dann sind alle bei ihrem Auftritt mit so viel Feuereifer und spürbarer Freude dabei, dass es einfach ansteckend ist.

Die wunderbaren Choreografien der Tanznummern waren das "i-Tüpfelchen" des Sportlerballs. Hier punktete die Vielfalt: orientalische Klänge bei den Tänzerinnen vom Großschönacher "Zickenalarm" und flotte Beats bei den Mädels der "Pink Panther" mit ihrem "Miss Bombastic". Gestählte Männerkörper rockten über die Bühne mit dem Besen in der Hand: Das weibliche Publikum staunte über die "heißen Feger" der ersten Mannschaft. Die eindrücklichste Choreografie setzte den Schlusspunkt: Als "greatest Showwomen" begeisterten einmal mehr die ausdrucksvollen Tänzerinnen der Gruppe "Baumann/Schweizer".

Bei Live-Musik mit dem "Blue Bears" wurde noch bis in den Sonntag hinein das Tanzbein geschwungen und viel gelacht über Roberto & Co.