Eigentlich ist das uns allen irgendwie klar, dass die Art unserer Worte und die Weise unseres Sprechens einen gewissen Einfluss darauf haben, in welcher Atmosphäre wir uns bewegen und leben. Ich glaube jedoch immer mehr, dass in diesem Satz, in dieser Erkenntnis, ein großer Schatz liegt, den wir noch lange nicht vollständig gehoben haben. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass unsere Welt anders aussehen würde, wären wir uns der Dimension dieser Aussage bewusst. Immer wieder mache ich mir darüber Gedanken und einige möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Gott liebt die Sprache

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das der komplexen Sprache aus Worten und Sätzen mächtig ist (auch wenn natürlich Tiere und Pflanzen kommunizieren). Der jüdisch-christliche Glaube an die Ebenbildlichkeit Gottes des Menschen schließt also die Sprache ein. Ich glaube, dass Gott Sprache liebt, dass es ihm gefällt sich zu unterhalten, Dinge beim Namen zu nennen, zu erörtern und zu beschreiben. Ja sogar die ganze Welt hat er durch Worte geschaffen. Zu Beginn der Bibel erfahren wir, dass Gott spricht und es wird. Durch Worte hat er in Existenz gerufen. Nehmen wir das zusammen, dann ist es auch mit unseren Worten so, dass wir durch das, was wir sagen, etwas in Existenz sprechen. Worte schaffen also Wirklichkeit – was für eine Macht!

Müssten wir nicht viel achtsamer sein?

Würden wir dieses Prinzip ernst nehmen, müssten wir dann nicht viel achtsamer sein, mit dem, was unseren Mund verlässt? Durch die Bibel zieht es sich wie ein Faden, dass genau auf dieses Prinzip immer wieder hingewiesen wird. Im Buch der Sprüche steht z.B.: „Von der Frucht seines Mundes wird ein Mensch satt, vom Ertrag seiner Lippen wird er gesättigt. Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge.“ An anderer Stelle wird die Zunge mit einem Ruder verglichen, das ein großes Schiff navigiert, und im 1. Petrusbrief finden wir die Ermahnung: „Wer das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen vor falscher Rede.“

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Unzählige Hinweise auf die „Macht der Worte“

Wer mit dieser „Brille“ die Bibel liest, findet an unzähligen Stellen den Hinweis, auf die „Macht der Worte“. Und letztlich glaube ich, dass auch Jesus mit dieser Macht gelebt und gewirkt hat und Menschen dadurch Heil und Leben gegeben, in sie „hineingesprochen“ hat. Nicht zuletzt ist er selbst „das Wort, das Fleisch geworden ist“, wie es im Johannesevangelium formuliert ist. Wenn wir jetzt noch auf die Bedeutung des Wortes SEGNEN schauen, dann heißt dies nichts anderes als: Gutes sagen (benedicere; bene = gut – dicere = sprechen). In diesem Sinne lade ich uns alle heute ein, „segnend“ unsere Welt zu gestalten.