Mutmacher-Worte sind gefragt. In der Tat. Der Sommer hat sich zwar eingestellt, aber die Pandemie ist noch nicht vorbei, vermutlich noch lange nicht, sagen uns die Experten. Berichte über wiederholtes Abzocken im Windschatten von Corona, über Gäste und Touristen, die aggressiv auftreten, weil sie nicht einsehen wollen, dass sie Vorsichtsmaßnahmen beachten sollen, Passanten, die auf Polizisten einschlagen, die sie kontrollieren sollen – das alles macht keinen Mut, gewiss nicht.

Der Wochenspruch zum kommenden Sonntag ist ein Prophetenwort: Neigt eure Ohren her und kommt zu mir! Höret, so werdet ihr leben! (Jesaja 55,3) Ja, leben, das wollen wir. Das hört sich also ganz gut an. Doch was ist damit gemeint? Der Sonntagstext in den evangelischen Gemeinden ist für mich eine der schönsten Geschichten der Bibel: Die Erlebnisse des Propheten Jona.

Jonas kneift und haut ab, per Schiff nach Übersee

Gott beauftragt Jona, den Leuten von Ninive gehörig ins Gewissen zu reden. Wenn diese mit ihrer Bosheit und Niedertracht so weitermachen, weiter betrügen, belügen und morden, dann ist ihnen nicht mehr zu helfen. Die Stadt wird binnen 40 Tagen untergehen. Postwendend macht sich Jona auf den Weg. Aber nicht nach Ninive, sondern in die Gegenrichtung, er kneift, er haut ab, per Schiff nach Übersee. Den Menschen in Ninive ins Gewissen reden – das will er sich nicht antun. Gott aber wird er so nicht los, Gott ist hartnäckig und bleibt dran, an ihm und an Ninive.

Gott schickt einen großen Fisch

Das Schiff gerät in Seenot. Jona bekennt den Seeleuten: Ich bin schuld an eurem Unglück! Ich bin auf der Flucht vor meinem Gott. Werft mich in die See – dann werdet ihr leben! Schlechten Gewissens tun das die Seeleute – und gut ist das Wetter. Nun erlebt Jona ein Wunder. Er ersäuft nicht. Gott schickt einen großen Fisch, der ihn verschluckt. Im Fischbauch überlebt Jona.

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Und da in diesem stockfinsteren Gewölbe dämmert es Jona: Ich fliehe vor Gott und er rettet mich! Und Jona beginnt zu beten und zu singen im Bauch des Fisches: „Ich schreie aus dem Rachen des Todes, Gott hört meine Stimme. Das Wasser steht mir bis zum Hals, aber Gott führt mein Leben aus dem Verderben!“ Jona – für den Fisch wohl schwer zu verdauen – wird ausgespuckt und gerettet. Jetzt geht er nach Ninive und redet den Leuten von Ninive ins Gewissen.

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Haben sie auf den Propheten gehört? Das möchte ich hier nicht verraten. Möglicherweise wird es ja morgen im Gottesdienst erzählt. Aber vielleicht lässt sich die Quintessenz dieser Geschichte für uns mit den Worten des Wochenliedes mutmachend zusammenfassen: „Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir…“