Auch im Rathaus habe man in der vergangenen Zeit seit Ausbruch der Krise natürlich in den Corona-Modus schalten müssen, betonte Bürgermeister Thomas Kugler am Donnerstagabend im Gemeinderat.

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Die Arbeitsweise habe sich stark verändert. Zwischenzeitlich war der Besucherverkehr ganz ausgesetzt oder sehr stark eingeschränkt worden. „Es gab aber trotzdem keine Defizite bei wichtigen Anliegen der Bevölkerung. Das Notwendige konnte erledigt werden“, sagte Kugler. Seit zwei Wochen sei die Kfz-Zulassungsstelle wieder offen, mit Ausnahme von Samstag. „Am ersten Tag gab es eine Schlange bis hoch zum Café Moccafloor“, schmunzelte Kugler. Inzwischen habe sich die Nachfrage normalisiert.

Schichtbetrieb nur im Pfullendorfer Bürgerbüro

Es gebe es keinen Schichtbetrieb bei den Rathausmitarbeitern; dies sei aufgrund der vorhandenen Räumlichkeiten nicht nötig. Nur wenige Mitarbeiter seien aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der Kinderbetreuung im Homeoffice. Schichtbetrieb gebe es nur im Bürgerbüro. Damit solle verhindert werden, dass im Falle einer Corona-Infektion eines Mitarbeiters gleich eine ganze Gruppe von Kollegen lahmgelegt wird, da das Bürgerbüro wichtige Aufgaben, wie etwa das Pass- und Ausweiswesen verwalte, das auch in Corona-Zeiten funktionieren muss.

Gute Wege für Kontakt zu Altenheimbewohnern gefunden

Kugler spendete ein großes Lob an die Amtsleiter. Zu jeder Tageszeit und auch am Wochenende seien die Meldungen des Gesundheitsamts zum Infektionsgeschehen eingegangen, alles sei „unaufgeregt und sauber“ abgearbeitet worden. Das Lob schloss Wolfgang Scheitler, Leiter des spitälischen Alten- und Pflegeheims, und sein Team mit ein. Die Besuchsregeln seien gut umgesetzt worden. „Das war meine größte Angst, dass der Virus ins Pflegeheim getragen wird“, sagte Kugler. Man habe gute Wege gefunden, dass die Angehörigen zu den Bewohnern etwa digital Kontakt halten konnten.

Seeparköffnung hat sich bewährt

Kugler zeigte sich erfreut, dass die Entscheidung, den Seepark im Gegensatz etwa zu einer Überlinger Seepromenade nicht zu schließen, sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hatte. Er sei der Bevölkerung dankbar, dass alles im Großen und Ganzen gut funktioniert habe in Pfullendorf.Die Kurzarbeit habe tiefe Bremsspuren in der wirtschaftlichen Stärke von Pfullendorf hinterlassen, wenngleich es zum Glück keine Pleitewelle Firmen gegeben habe. Man habe manchem Antragsteller behilflich sein können, was die Soforthilfen angeht.

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Gewerbesteuer sinkt um rund vier Millionen Euro

„Die Krise hat sofort ihre langen Schatten auf die Finanzen geworfen“, meinte auch Kämmerer Michael Traub. Die größte Einnahmequelle im Haushalt ist die Gewerbesteuer. Sie war mit 13,5 Millionen Euro im Haushaltsplanentwurf eingeplant. jetzt lautet die Prognose, dass es wohl 9,5 Millionen Euro werden.

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„Wir haben Glück im Unglück gehabt. Der bisherige Ansatz hat sich im derzeitigen Verlauf bis Ende Mai als zu niedrig erwiesen“, sagte Traub. Im Endeffekt würde man wohl eher bei 15,5 Millionen Euro landen, wenn Corona nicht eingerechnet ist. „Das heißt, dass wir zwei Millionen Euro Puffer haben“, betonte er.

Weniger Einnahmen aus der Vergnüngungssteuer

Bei der Einkommensteuer hatte Traub mit 6,9 Millionen Euro gerechnet, im neuen Ansatz geht er von rund 6,1 Millionen aus. Hier schlage die Kurzarbeit durch – je weniger Lohn gezahlt wird, desto weniger Einkommensteuer fließt auch. An Umsatzsteuereinnahmen rechnet Michael Traub mit 1,77 Millionen Euro; der bisherige Ansatz lag bei 1,9 Millionen. Auch bei der Vergnügungssteuer rechnet der Kämmerer mit geringeren Einnahmen in Höhe von etwa 150 000 Euro.

Nichts mit Corona haben die Holzerlöse der Stadt zu tun. Sie werden laut Prognose von 488 000 Euro auf 368 000 Euro sinken, dies ist der anhaltenden Trockenheit geschuldet. Der komplette Haushaltsplanentwurf 2020 muss noch beraten und verabschiedet werden.

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