Während ein ganz besonderes Schuljahr heute zu Ende geht, haben die Schulleiter bereits den Schulbeginn im September im Blick. „Seit Mitte März geht es hier drunter und drüber. Nahezu jeden Tag erhalten wir neue Informationen darüber, was wir tun dürfen und sollen“, schildert Ursula Matt-Pfeifer, Rektorin der Sechslindenschule, wie sie neben dem derzeitigen Schulalltag schon das neue Schuljahr unter Pandemiebedingungen organisiert.

28 Schüler nehmen an der Lernbrücke in der Schule teil

Dazu hat das Kultusministerium Baden-Württemberg verschiedene Konzepte vorgelegt. Teil davon sind die so genannten „Lernbrücken„. In den letzten beiden Ferienwochen wird dabei ein tägliches Lern- und Förderprogramm angeboten, um Unterrichtsstoff nachzuholen, Defizite auszugleichen oder Lernstoff zu vertiefen. Besonders für Schüler, die mit dem Fernlernen zu Hause schwer erreicht werden konnten oder aus organisatorischen Gründen länger als andere zuhause lernen mussten, sollen die „Lernbrücken„ eine Vorbereitung für das kommende Schuljahr bieten.

Die Drittklässler Elias, Milena, Toni, Lotta und Ilona können mit Maske lernen.
Die Drittklässler Elias, Milena, Toni, Lotta und Ilona können mit Maske lernen. | Bild: Katharina Burger

Wem die Teilnahme an diesem Angebot vorgeschlagen wurde, entschieden die Klassenlehrer für ihre jeweilige Klasse. Die Eltern konnten dann entscheiden, ob sie ihre Kinder teilnehmen lassen. „Bei uns wurden insgesamt 40 Schüler ausgewählt“, berichtet Matt-Pfeifer. Angemeldet worden seien davon 28 Schüler.

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Ursula Matt-Pfeifer zeigte sich begeistert darüber, wie viele Lehrer sich bei den „Lernbrücken„ engagieren. „Es ist ein Segen, was unsere Kollegen bereit sind, mehr zu arbeiten“, freute sich die Schulleiterin. Generell ist Matt-Pfeifer optimistisch, was das Aufholen des Lernstoffs durch den Ausfall des Präsenzunterrichts aufgrund der Corona-Pandemie angeht. Wichtig sei dabei, die Kinder zu unterstützen, wieder deren Spaß am Lernen zu entwickeln.

Viele Wege für den Kontakt zu Schülern im Homeschooling genutzt

Während des Lockdowns habe die Sechslindenschule sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Schüler mit Materialien auszustatten und in Kontakt zu bleiben. „Wir haben alle Wege genutzt, die man sich nur vorstellen kann. Von der schuleigenen Plattform, die ein Lehrer eigens für uns entwickelt hat, über Unterlagen per Post und unseren kleinen Aufenthaltsraum, in dem Tische für einzelne Klassen mit Unterrichtsmaterialien bereit standen“, schildert sie und spendet viel Lob für ihr engagiertes Kollegium. Sollte es im kommenden Schuljahr wieder dazu kommen, dass kein Präsenzunterricht stattfinden kann, würde man diese bewährte Vorgehensweise beibehalten, kündigt die Rektorin an. „Wir wissen jetzt, was funktioniert“, sagt Matt-Pfeifer. Eventuell würde es mehr Videokonferenzen geben, um mit den Schülern Kontakt zu halten.

AGs sind wegen Durchmischung der Schüler nicht möglich

Weil in Corona-Zeiten eine langfristige Planung schwierig ist, werden die Stunden-Deputate für die Lehrer erst in den letzten beiden Sommerferien-Wochen vergeben, wie die Schulleiterin berichtet. Dann entstehen auch die Stundenpläne für die Klassen der Grund-, Haupt- und Werkrealschule. Momentan ist kein Ganztagsunterricht geplant. „Die Schüler dürfen sich ja nicht durchmischen und gerade bei unseren AGs sind Kinder aus verschiedenen Klassen gemeinsam aktiv“, schilderte die Rektorin.

Singverbot wird neu überdacht

Die Sing- und Blasmusikverbote, welche ursprünglich ebenfalls in den Konzepten von Kultusministerin Susanne Eisenmann standen, werden mittlerweile heiß diskutiert. Nach Protest der Chor- und Blasmusikverbände wird Eisenmann diese neu überdenken und für den Schulbeginn prüfen.

Frühstücks- und Mensaangebote sind ausgesetzt

Seit dem Ausbruch der Pandemie muss die Schule das Frühstücksangebot im Schüler-Café aussetzen. Das bedauern viele Schüler, da dieser gemeinsame Start in den Tag sehr beliebt ist an der Sechslindenschule. Ebenso gibt es derzeit kein Mensa-Angebot. Beide Angebote sind abhängig von der Corona-Lage, sodass Ursula Matt-Pfeifer derzeit keine konkreten Aussagen dazu treffen kann.

Schulrektorin Ursula Matt-Pfeifer plant das neue Schuljahr.
Schulrektorin Ursula Matt-Pfeifer plant das neue Schuljahr. | Bild: Lorenz, Stefanie

In der Sechslindenschule müssen alle Schüler, Lehrer und sonstigen Mitarbeiter auf Wegen im Gebäude einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser wird von der Schule zur Verfügung gestellt, wenn die Schüler keinen eigenen mitbringen. Masken hat die Schule vom Frauenwerkkreis Pfullendorf bekommen, außerdem saßen die Lehrer selbst an der Nähmaschine. Neuer Stoff sei schon bestellt worden, damit es auch im kommenden Schuljahr ausreichend Masken gebe. Die Masken werden nach jedem Schultag in Wäschenetzen gesammelt, in der Schule gewaschen und getrocknet.

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Gesundheitsbestätigung ist erforderlich

Die Schüler müssen zum Schuljahresbeginn eine ausgefüllte Gesundheitsbestätigung mitbringen. Darin wird versichert, dass sie keinen Kontakt zu einer infizierten Person in den vergangenen 14 Tagen hatten, dass keine Person im Hausstand Symptome von Covid-19 aufweist, dass man die Schule umgehend informiert, falls Symptome auftreten und dass die Kinder beim Auftreten von Krankheitsanzeichen während des Unterrichts umgehend abgeholt werden. Lernen und Lehren unter Einhaltung der Hygieneregeln ist dann weiterhin möglich.

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