Die Bürgerstiftung wird ihrem Ruf gerecht, wichtige Einrichtungen in der Kommune, die der Gemeinschaft dienen, mit Spenden zu unterstützen. Im ersten Halbjahr gab es einige Anträge und der Stiftungsausschuss bewilligte mehr als 20 000 Euro für fünf Projekte, wie Bürgermeister Thomas Kugler und Stiftungsratsvorsitzender Michael Zoller bei der offiziellen Scheckübergabe erklärten.

Konkrete Unterstützung für die Arbeit im Begegnungszentrum

Den dicksten Batzen mit 13 000 Euro geht an die Ukraine-Hilfe. Konkret wird die Arbeit im Begegnungszentrum für Flüchtlinge aus dem kriegsgeplagten Land unterstützt, das im ehemaligen Kindergarten am Stadtgarten eingerichtet wurde. Geld gibt es auch bei kurzfristigen Notfällen, wie erst jüngst, als es in einer Flüchtlingsfamilie einen Todesfall gab, was für die Angehörigen zu einer großen finanziellen Belastungsprobe wurde. Hier konnte die Flüchtlingshilfe dank der finanziellen Rückendeckung der Bürgerstiftung kurzfristig und flexibel helfen. Bezahlt wurde in den vergangenen Wochen auch die Schulverpflegung für die ukrainischen Kinder, die Pfullendorfer Schulen besuchen. Vergangene Woche kamen elf neue Flüchtlinge an und auch diese Woche werden weitere Ukrainer erwartet. „Wir müssen in den Gemeinschaftsunterkünften des Landes Platz schaffen“, erklärte dazu Bürgermeister Kugler.

Kindergarten will eine Jurte kaufen

Für die „tolle und pädagogisch wertvolle Arbeit“, wie Kugler sagte, erhält der Wald- und Wiesenkindergarten Großstadelhofen 1500 Euro, wobei das Geld für eine neue Jurte verwendet wird. „Wir haben 24 Kinder, sind voll und haben eine Warteliste“, erklärten Elisabeth Bader und Hannah Suttroff.

Förderverein „Räuberbahn“ bildet ehrenamtliche Lokführer aus

Dieselbe Summe erhält der im vergangenen Jahr gegründete Förderverein für die „Räuberbahn“. Das Geld ist für die Ausbildung der ehrenamtlichen Lokführer sowie anfallende Kosten und ist als Anschubfinanzierung gedacht. Ein Dutzend Männer und eine Frau haben sich ihren Lokführertraum mit dem erfolgreichen Abschluss der halbjährlichen Ausbildung schon erfüllt. Nun folgt eine spezielle Triebwagenausbildung. Nach Angaben des kommissarisch agierenden Vorsitzenden Richard Gentner will man 2023 mit dem Schienenbetrieb starten. Derzeit laufen die entsprechenden Ausschreibungsverfahren. Die Musikkapelle Aach-Linz hatte sich an die Bürgerstiftung wegen einem Zuschuss für ein 5000 Euro teures Schlagzeug gewandt, das von der aktiven Kapelle und dem Nachwuchs genutzt werden soll. Namens der Vorstandschaft freute sich Rainer Schraudolf, dass 50 Prozent der Kosten nun übernommen werden.

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Weitere Vergaberunde für finanzielle Unterstützung im zweiten Halbjahr

Kugler und Zoller animierten nochmals Vereine, Verbände und Organisationen bei der Bürgerstiftung wegen Zuschüssen vorstellig zu werden und Anträge zu stellen, über die dann in der zweiten Jahreshälfte entschieden wird. Das Stiftungsvermögen beträgt aktuell rund eine Million Euro, antwortete Stiftungsratsvorsitzender Michael Zoller auf eine SÜDKURIER-Frage. Dazu kommen Mieteinnahmen und Spenden, von denen es 2021 rund 10 000 Euro gab. „Wir sind absolut zufrieden“, antworteten die begünstigten Vereine und Einrichtungen auf die SÜDKURIER-Frage, ob denn ihre Erwartungen bezüglich ihres Zuschussantrages mit dem nun ausgehändigten Scheck erfüllt wurden. Noch unklar ist die Summe, die die Bürgerstiftung für den Kauf von mehreren Defibrillatoren zahlen muss, die an oder in öffentlichen Gebäuden installiert werden sollen und je Stück etwa 1000 Euro kosten.