Es gibt im Landkreis Sigmaringen keine Gemeinde mit weniger Infizierten als in Illmensee. Das teilte Bürgermeister Michael Reichle bei der ersten öffentlichen Sitzung nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen mit. In Illmensee wurde nur eine Person positiv auf Covid-19 getestet und bereits wieder aus der Quarantäne entlassen. „Die schmerzlichen Einschränkungen haben Wirkung gezeigt“, so Reichle. Er berichtete, dass in der Gemeinde nach einem Notfallplan gearbeitet wurde.

10 000 Euro Kindergarteneinnahmen fehlen monatlich

Im Kindergarten wurde aufgrund der Corona-Pandemie Schichtdienst eingeführt. Dort sind aktuell 20 der rund 70 Kinder in der Notbetreuung untergebracht. In der Schule nutzen nach Auskunft von Reichle rund sieben Kinder das Angebt der Notbetreuung. Im Mai wäre es möglich, die Kindergarten-Erzieherinnen in Kurzarbeit zu schicken, doch darauf werde wohl verzichtet, zumal man die Notbetreuung ausweiten wolle. Wie Kämmerer Michael Sonntag ausführte, hat die Gemeinde die Kinderartengebühren im April und Mai ausgesetzt. „Dadurch fehlen uns zur Zeit im Monat etwa 10 000 Euro an Einnahmen“, so Sonntag.

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Start der Freibadsaison am Illmensee noch unklar

Die Spielplätze in Ruschweiler sind wieder geöffnet, der Spielplatz am Illmensee kann seit dem Wochenende wieder genutzt werden. Gleiches gilt für die Liegewiese. Reichle: „Wir hoffen, dass alle vernünftig sind und sich auf Spielplatz und Liegewiese an die Verhaltensregeln halten.“ Ein Bad im See sei allerdings noch nicht drin, der Zaun im Seefreibad werde noch nicht abgebaut. Es sei noch offen, wann die Freibadsaison beginnen kann. Der Bürgermeister hofft auf eine schnelle Öffnung, da er befürchtet , dass sonst die Menschen von allen Seiten ungeregelt in der See hüpfen.

Rathaus ist ab 15. Mai wieder für Bürger zugänglich

Das Rathaus wird am Freitag, 15. Mai, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Es wird noch ein Spuckschutz im Bereich der Kasse und des Bürgerbüros installiert. Die Rathaus-Besucher gelangen durch den Haupteingang ins Gebäude und verlassen es durch einen anderen Ausgang, um auch hier der Abstandsregelung Genüge zu tun. Reichle bedankte sich bei der Bevölkerung, dass sie die Beschränkungen bislang so toll eingehalten und Verständnis gezeigt habe. Der von der Gemeinde angebotene Einkaufsdienst sei kaum wahrgenommen worden, was Reichle darauf zurückführte, dass die nachbarschaftliche Hilfe in Illmensee gut funktioniere.

Kreativität fördert die Gemeinschaft

Als schöne Seiten an der Krise nannte er den Autokino-Gottesdienst am See, die Möglichkeit zum Drive-In-Gebet an der Drei-Seen-Halle oder das spontane Platzkonzert des Musikvereins. Sein Dank galt auch den Gemeinderäten, da sie ihm grünes Licht für Eilentscheidungen im März gegeben haben. Die Arbeiten für Maurer- und Holzbauarbeiten an der Grundschule und zum Breitbandausbau konnte Reichle somit ohne den Gemeinderat vergeben.

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Steuerschätzung kommt Mitte Mai

Da die Einkommenssteuer rückläufig sein wird, könnten die Einnahmen für die Gemeinde rund 100 000 Euro niedriger sein. „Eine Steuerschätzung kommt Mitte Mai“, so Sonntag. Da noch keine Zahlen in punkto Schlüsselzuweisungen und Finanzausgleichsmasse vorliegen, könne er noch keine genaue Prognose abgeben.
Vom Land Baden-Württemberg habe Illmensee in einer ersten Tranche 12 000 Euro Corona-Soforthilfe erhalten. Es dürfte eine zweite Tranche in gleicher Höhe hinzukommen.