Auf einem Hektar Fläche am Stadtrand von Pfullendorf reifen zur Zeit die süßen, roten Früchte: Erdbeeren. Auch ohne Corona heiß begehrt, ist die Nachfrage in diesem Jahr doppelt so hoch, wie sonst. Das beobachtet Rolf Weinzierle seitdem er seine Erdbeerfelder für die Selbstpflücker geöffnet hat. Im Moment ist Hochsaison auf den Feldern und an manchen Tagen werden bis zu 400 Kilo Erdbeeren gepflückt. Zwischen Anfang Juni und Ende Juli können sie geerntet werden.

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Seit drei Jahrzehnten auf Erdbeeren spezialisiert

Der Landwirtschaftsmeister mit dem Schwerpunkt Sonderkulturen aus Aulendorf ist seit drei Jahrzehnten auf Erdbeeren spezialisiert. Er hat den Betrieb 1990 übernommen und weiß genau bescheid, wenn es um die beliebten roten Früchtchen geht. Insgesamt bewirtschaftete er in der Region 29 Felder, auf dem die Pflanzen wachsen. In Pfullendorf finden die Selbstpflücker eine Mischung aus zehn verschiedenen Sorten. Weltweit gebe es rund 2000, sagt Weinzierle. Welche genau bei ihm zu finden sind, das verrät er nicht. Aber es seien ausschließlich Erdbeeren, die in der Klassifizierung für den Geschmack vier Sterne und damit die höchste Stufe erreichten. „Die bekommt man in keinem Supermarkt zu kaufen.“ Einziger Wermutstropfen daran: „Alle Erdbeeren, die gut schmecken, halten nicht lange“, erklärt er.

Hier geht es zu den süßen Früchtchen: Schilder weisen den Pflückern auf dem Feld den Weg zu den Pflanzenreihen, in denen die reifen Erdbeeren zu finden sind.
Hier geht es zu den süßen Früchtchen: Schilder weisen den Pflückern auf dem Feld den Weg zu den Pflanzenreihen, in denen die reifen Erdbeeren zu finden sind. | Bild: Christl Eberlein

Aufgetaut sind die Erdbeeren kein Augenschmaus

Wer sich also selbst ans Pflücken macht, der muss wissen, dass er seine Ausbeute am besten frisch genießen oder bald verarbeiten sollte. Der Erdbeerexperte empfiehlt das Einfrieren. Eingefrorene Erdbeeren haben den Vorteil, dass man auch im Winter etwas davon hat. Natürlich eignen sich die aufgetauten Erdbeeren nicht für Kuchen, dafür aber für eine Reihe anderer köstlicher Fruchtspeisen. Püriert im Joghurt oder Quark eingerührt oder zu einem leckeren Fruchtsaft verarbeitet, ist die Erdbeere auch in der kalten Jahreszeit nicht nur lecker, sondern auch gesund. Erdbeeren enthalten beinahe alle Vitamine sowie wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Dazu gehören Mangan, Eisen und Kalium. Beim Einfrieren bleiben viele dieser Vitamine und Nährstoffe, anders als beim Einkochen, erhalten. Doch am besten und auch am leckersten ist der frische Verzehr. Und so frisch, wie selbst gepflückt, können die Früchte in den Supermarktregalen einfach nicht sein.

Mehrzahl der verkauften Erdbeeren kommt aus dem Ausland

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„80 Prozent der Erdbeeren, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Spanien„, sagt der Erdbeerbauer. Und die würden natürlich unreif geerntet, damit sie die langen Transportwege und Wartezeiten in Lagern und Regalen überhaupt überstünden, ohne frühzeitig schlecht zu werden. Aber es gibt noch weitere Vorteile, für die es sich lohnt, selbst zum Erdbeerpflücker zu werden. „Wenn man die Erdbeeren hier auf dem Feld selbst erntet, dann ist man der Erste, der die Frucht anfasst“, sagt Rolf Weinzierle, was vor allem in Zeiten von Corona nicht unbedeutend sei. Zwar ist laut Verbraucherzentrale die Wahrscheinlichkeit, dass man sich über rohe Lebensmittel mit dem Corona-Virus anstecken kann, sehr gering. Dennoch wird empfohlen, Obst und Gemüse länger als sonst unter fließendem Wasser abzuwaschen. Erdbeeren aber könne man auf diese Art nicht richtig waschen, erklärt der Landwirtschaftsmeister. Die empfindlichen Früchte vertragen keinen harten Wasserstrahl. Am besten spült man sie mit der Handbrause ab oder bewegt sie vorsichtig in kaltem Wasser hin und her. Das ist ausreichend für die Entfernung von Erdanhaftungen oder anderen kleinen Verschmutzungen.

Deborah und Daniel Morgenstern aus Berlin machen Urlaub in der Region und versüßten sich den sonnigen Ferientag mit selbstgepflückten Erdbeeren vom Feld.
Deborah und Daniel Morgenstern aus Berlin machen Urlaub in der Region und versüßten sich den sonnigen Ferientag mit selbstgepflückten Erdbeeren vom Feld. | Bild: Christl Eberlein

Einen Grund, auf den Verzehr von Erdbeeren zu verzichten gibt es also nicht. Der Genuss sei aber noch ein bisschen größer, wenn man sich den Spaß des Selbstpflückens gönne, findet auch Mitarbeiterin Lilli Laib. Zudem liege der Preis für gepflückte Erdbeeren niedriger, als im Supermarkt.