Heiß her ging es auf dem Sportplatz in Magenbuch im Juni nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen, sondern auch wegen der Freude über die Vergabe des Bildungspreises der Sparkassenstiftung an das Bildungshaus KomBiLe (Kombiniertes Lernen macht kompetent fürs Leben). Dieser Preis wird alle zwei Jahre für Bildungsprojekte verliehen. Die Kriterien dafür waren regionale Bildung mit ganzheitlichem Wissenstransfer, konzeptionelle Originalität, handwerkliches Geschick, Sozialkompetenz, Nachhaltigkeit und beispielhaft gelingende Pädagogik mit Blick auf das Leben, teilt das KomBiLe-Team mit.

Kindergarten- und Schulkinder getrennt

Von den pandemiebedingten Einschränkungen war auch das Bildungshaus betroffen. Normalerweise findet hier ein alltägliches Leben und Lernen mit- und voneinander altersgemischt und gruppenübergreifend im ganzen Haus statt. Nun aber durften sich Kindergarten- und Schulkinder nicht mehr mischen. Dazu kam der Lockdown mit Notbetreuung und Home-Schooling. Um trotzdem den Gemeinschaftsgeist des Bildungshauses zu beleben, begann man im Lockdown mit dem Projekt „Leben im KomBiLe-Land“.

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Kleingruppen organisiert

Gestartet wurde Ende April. Es begann mit einer Informationsrunde im KomBiLe-Hof mit Elternvertretern aus den sechs Dörfern. Dabei wurde der Projektplan aufgestellt. Danach entstanden Elternrunden in den Dörfern und die Organisation in Coronaschutz-konformen Kleingruppen. Kinder erkundeten ihr jeweiliges Heimatdorf und versuchten es mit Bildern und Symbolen darzustellen, unterstützt von den Eltern. Und so wurde in heimischen Kleingruppen und Elternrunden, in den Garagen und Gärten miteinander geplant, gebastelt, gemalt und große Bildtafeln erstellt. Als alle Elemente auf dem Sportplatz in Magenbuch entsprechend gruppiert waren, ergab sich die Möglichkeit, sich in dieser Landkarte zu bewegen. Da während der Pandemiemaßnahmen kein gemeinsamer Sportunterricht vorgesehen war, sollte dieser Parcours zum Ausdauerlaufen motivieren. Die gesunkenen Inzidenzwerte ließen dies nach den Pfingstferien zu. Zahlreich versammelten sich Eltern und Großeltern, um ihre Kinder zu unterstützen. Der Lauftag war als Sponsorenlauf konzipiert mit Blick auf die Not von Familien in afrikanischen Dörfern.

In die Heimat eingespürt

Abschluss des siebenwöchigen Projekts war die Vergabe des Bildungspreises auf dem Sportplatz. In der Laudatio von Landrätin Stefanie Bürkle hieß es: „Sie haben das Beste aus der Situation gemacht und umgesetzt, was trotz Pandemie innerhalb der Coronavorschriften möglich ist und zeigen, was es heißt, sich in die Heimat einzuspüren, um ein Kind lebendig zu begleiten. Wo immer das Leben die Schüler weiterführen wird: Sie werden Magenbuch als stärkende Wurzel in Erinnerung behalten.“