Darf man von der kleinen Badestelle aus ins Wasser, was ist mit dem Begriff Lagern gemeint, dürfen nur Einheimische im Ruschweiler See baden und ist es verboten, Hunde schwimmen zu lassen? Ein Bürger aus Ruschweiler nutzte bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag den Tagesordnungspunkt Bürgerfragen, um sich Klarheit in Sachen Seenutzung zu verschaffen. Im Amtsblatt sei ein irritierender Text abgedruckt gewesen. Ein weiterer Auslöser für seine Fragen sei, dass eine Anwohnerin eine Gruppe vom Lehenhof harsch angegangen habe, da sie von der „kleinen Badestelle“ ihre Hunde im Ruschweiler See schwimmen ließ. Bürgermeister Michael Reichle war der Vorfall bekannt und er sagte, er werde das Gespräch mit der Frau suchen. Die Betreuer der Gruppe seien von deren Auftritt wohl doch recht konsterniert gewesen.

Es gibt nur zwei Plätze am Ruschweiler See, an denen es Badegästen offiziell erlaubt ist, ins Wasser zu gehen. Hier die so genannte „große Badestelle“.
Es gibt nur zwei Plätze am Ruschweiler See, an denen es Badegästen offiziell erlaubt ist, ins Wasser zu gehen. Hier die so genannte „große Badestelle“. | Bild: Johanson, Kirsten

Regierungspräsidium für den Text verantwortlich

Michael Reichle erklärte, dass der Text im Mitteilungsblatt vom Regierungspräsidium stamme. Die Naturschutzbehörde war eingeschaltet worden, nachdem es im Corona-Sommer 2020 zu gehäuften Beschwerden gekommen war.

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Zusätzliche Infotafeln geplant

Mittlerweile hat die Behörde Piktogramme aufgestellt, was alles verboten ist, etwa Lagerfeuer oder Lärm machen. Zudem gibt es neuerdings „Stolper-Tafeln“. Verbotsschilder weisen darauf hin, dass der Trampelpfad direkt am See zum Schutz der Uferzone nicht mehr benutzt werden darf. „Mein Anliegen ist es, zusätzlich Infoschilder aufzustellen, die erklären, warum der Ruschweiler und Volzer See Naturschutzgebiete sind“, so Reichle.

Dieses Schild wurde neu aufgestellt, um anzuzeigen, dass der Pfad für Fußgänger gesperrt ist.
Dieses Schild wurde neu aufgestellt, um anzuzeigen, dass der Pfad für Fußgänger gesperrt ist. | Bild: Johanson, Kirsten

Zwei Badestellen nutzbar

Auf die Bürgerfragen antwortet er: Es sei erlaubt, sowohl die große, als auch die links daneben liegende kleine Badestelle zu nutzen – und dies gelte auch für Nicht-Einheimische. Auf der Liegewiese dürfe man verweilen, aber nicht übernachten. Und Hunde seien im Wasser nicht verboten. „Wenn es in der Naturschutzverordnung heißt, man dürfe keine Tiere in den See einbringen, bezieht sich das zum Beispiel auf Fische oder Krebse“, so Reichle. Natürlich müssten die Hundebesitzer darauf achten, dass ihre Vierbeiner keine Enten oder andere Badegäste jagen.

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Baden von Angelstegen aus verboten

Auch die Nutzung der Stege am Ruschweiler See wurde thematisiert. Wie Kämmerer Michael Sonntag sagte, gibt es 30 genehmigte Bootsanlieger und zehn Angelstege. Offiziell nicht erlaubt sei es, von den Angelstegen aus zu baden, erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage von Gabriele Redlich (FW). Streng genommen dürfe man nur in die Boote ein- und aussteigen oder von den entsprechenden Stegen angeln. „Stege werden als Bauwerke betrachtet, da könnte seitens des Naturschutzes noch etwas auf uns zukommen“, so Bürgermeister Reichle.