Weil der Spätsommer noch mal so richtig Volllgas gibt und die Wassertemperatur sich bei rund 20 Grad eingependelt hat, wurde die Badesaison im Seepark um drei Tage verlängert und endet erst diese Woche am heutigen Mittwoch. Corona war der Grund für eine außergewöhnliche Saison. Mitte Juni wurde das Strandbad geöffnet. Das Gelände umzäunt, zusätzliche Hilfskräfte für die Eingangs- und Ausgangskontrolle, Hinweisschilder zu Hygiene- und Abdtandsregelungen, ein separater Ausgang und vor allem: man konnte nur nach vorheriger Online-Anmeldung ins Strandbad.

Gäste waren sich der Gefahr einer Schließung bewusst

„Die Registrierung hat super funktioniert, Badegäste von Auswärts konnten sich ja auch noch direkt vor dem Eingang anmelden“, erzählt Walter Sonntag. Der Bademeister und Tauchlehrer sprach den Badegästen ein großes Lob aus. „Sie waren sehr diszipliniert. Wenn wir um 13 und um 18 Uhr das Bad geschlossen haben, gab es keine Diskussionen.“ Im Wasser und auf der Liegewiese wurden die Abstände eingehalten, Platzverweise gab es keine. Das Personal hatte ein Auge darauf, dass sich nicht mehr als vier Leute auf dem Steg aufhielten. „Die Alternative wäre ja gewesen, das Strandbad gar nicht erst aufzumachen oder bei Verstößen gegen die Regeln wieder zu schließen, das war den Leuten durchaus bewusst. Wir hatten einige Badegäste von Auswärts, die berichteten, dass bei ihnen daheim das Bad geschlossen hat.“

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Vormittags und Nachmittags waren im Seepark-Strandbad jeweils maximal 550 Leute zugelassen. „An drei, vier Tagen waren wir komplett voll. Ohne Corona hätten wir noch mal die gleiche Menge Badegäste reinlassen können.“

Tragischer Badeunfall im Juli

Der 25. Juli war ein trauriger Tag, denn an jenem Samstag kam es zu einem tragischen Badeunfall, bei dem ein achtjähriges Mädchen ertrank. An der Umzäunung wurden Blumen und Kerzen aufgestellt. Um nach dem Unglück nicht gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen, blieb das Strandbad zwei Tage lang geschlossen.

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Unberechtigte Vorwürfe gegen die Badeaufsicht

Walter Sonntag, der das Mädchen vom Seegrund barg, bedauert, dass die Badeaufsicht im Nachgang in den sozialen Medien in Misskredit geriet. Die kursierenden Gerüchte hätten laut Sonntag nicht den Tatsachen entsprochen. Auch die Stadtwerke als Seepark-Betreiber widersprachen den Vorwürfen, Bürgermeister Thomas Kugler und Betriebsleiter Jörg-Arne Bias nahmen öffentlich Stellung zu den hetzerischen Kommentaren und stellten sich hinter die Badeaufsicht.

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