Das interkommunale Gewerbegebiet „Königsegg“, das von Ostrach, Königseggwald und Riedhausen gemeinsam erschlossen wurde, wurde im Dezember 2017 offiziell eröffnet. Und nur wenige Monate später waren die 13 Flächen des 5,3 Hektar großen Areals verkauft, dessen Erschließung rund zwei Millionen Euro gekostet hat. Vom Land gab es einen Zuschuss von 500 000 Euro und von den restlichen Kosten übernahm Ostrach 80 Prozent.

„Nachfrage nach Flächen war riesig.“

Die Ausweisung des Gewerbegebietes hat sich zu einer absoluten Erfolgsgeschichte entwickelt, weist Wirtschaftsförderer Manfred Essl auf den Umstand hin, dass die Betriebsansiedlungen allesamt von der „jüngeren Generation“ gemacht wurden beziehungsweise die Betriebsübergabe an einen Nachfolger mit der Standortverlagerung einher ging. Bislang hatten die bereits existierenden Firmen nach Angaben von Essl etwa 80 Beschäftigte, deren Anzahl sich durch die Betriebserweiterungen am neuen Standort deutlich erhöhen wird. „Die Nachfrage nach Flächen war riesig, wobei unser Fokus ganz klar auf ortsansässige Betrieben lag und liegt“, ergänzt der Wirtschaftsförderer, dass Gemeinderat und Verwaltung örtlichen Handwerkern und kleineren Gewerbetreibenden eine Perspektive geben wollen. Angesichts der enormen Nachfrage nach Gewerbeflächen wird derzeit an der Konzeption für eine Erweiterung auf der gegenüberliegenden Straßenseite gearbeitet. Schon vor vier Jahren, als die Planungen für „Königsegg“ umgesetzt wurden, hatten die Macher die mögliche Erweiterung im Blick, wobei man 5,2 Hektar erschließen könnte.

Baulücken sollen geschlossen werden

Die Neuausweisung von Gewerbeflächen ist ein wichtiger Baustein in der kommunalen Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig versucht man in Ostrach durch Nachverdichtung Flächen zu sparen und Baulücken zu schließen. Wirtschaftsförderer Essl weist im SÜDKURIER-Gespräch auf die erfolgreichen Firmenansiedlungen rund um eine ehemalige Brachfläche beim Bahnhof hin. Dort haben Treppen-Lang, Heizungsbau Rieg oder Elektrotechnik Krezdorn einen neuen Standort gefunden und die Firma Eufen ihr Domizil vergrößert.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung der Firmen zeigt sich nach Angaben von Essl vor allem darin, dass es bei der Schaffung von Arbeitsplätzen eine Stagnation gebe. Nach seiner Kenntnis konnten die Ostracher Betriebe bisher Entlassungen vermeiden und etliche nutzten auch das Instrument der Kurzarbeit. Für manche Betriebe beziehungsweise deren Beschäftigte hätte nun der Normalbetrieb begonnen, nachdem man dank guter Auftragslage zuvor viele Überstunden geleistet hat.

Dann rührt der emsige Wirtschaftsförderer noch die Werbetrommel für neue Betriebe in „Königsegg“. So ist nach seinen Angaben die Firma Müller führender Anbieter von Kampfsportgeräten und Bio-Ei Halder kauft, verpackt und liefert ausschließlich Bio-Eier und ist Marktführer in Südwest-Deutschland. Die Kessler Group hat weltweit acht Standorte und der Firmensitz wird von Königseggwald nach Ostrach verlagert. In der vergangenen Woche wurde zudem die Firma Dangel & Wehrlein GbR Metallverarbeitung verkauft, die rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Der neue Eigentümer, die in Pretzfeld ansässige Geiger Fertigungstechnologie GmbH mit 200 Mitarbeitern, will nach Angaben von Manfred Essl den Standort Ostrach stärken und erwartet eine deutliche Umsatzsteigerung.

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