Weiterer Windpark mit zwei Anlagen

Die Firma AboWind, die bekanntlich bei Hilpensberg einen Windpark mit vier Anlagen plant, informierte, dass das Unternehmen einen weiteren Windpark mit zwei Anlagen im Malaienwald plant, südlich von Denkingen gelegenen. Seit 2017 arbeitet das Unternehmen an der Realisierung des Windparks Pfullendorf-Denkingen im Waldgebiet Hohenreute südwestlich der Fläche des geplanten Windparks Malaien. „Dabei handelt es sich trotz der Nachbarschaft um zwei unterschiedliche Vorhaben“, stellt Projektleiter Elmar Holz klar.

Pachtverträge sind unterschrieben

„Die Pachtverträge für das Gebiet im Malaienwald haben wir vor wenigen Wochen unterschrieben. Damit können wir nun in die konkrete Planung einsteigen“, erklärt er. Die zwei Anlagen des Windparks Malaien befinden sich innerhalb der geplanten Konzentrationszone für Windenergie gemäß dem Entwurf der Teilfortschreibung Windenergie des Flächennutzungsplans. "Ökologisch sensible Laubwaldflächen werden vom Windpark nicht tangiert", versichert die Firma. Beide Anlagen sind in mehr als 1000 Meter Entfernung von der nächstgelegenen Wohnbebauung geplant. Wo genau die beiden Anlagen innerhalb der Konzentrationszone entstehen sollen, steht noch nicht fest.

Artenschutzrechtliche Untersuchungen laufen

Seit einigen Tagen laufen die natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen im Malaienwald. Bis ins zweite Quartal 2020 dauern diese Fachuntersuchungen. Im dritten Quartal 2020 will man einen Bauantrag entsprechend dem Bundes-Immissionsschutzgesetz stellen und hofft im zweiten oder dritten Quartal 2021 auf einen positiven Bescheid. Baubeginn für die zwei Anlagen könnte dann im ersten Quartal 2022 sein und ein halbes Jahr später deren Inbetriebnahme.

Stadt Pfullendorf wird total überrascht

"Wir wussten davon nichts", wurde Bürgermeister Thomas Kugler erstmals offiziell über das Malaienwald-Projekt informiert. Gerüchteweise habe man gehört, dass der Waldeigentümer, das Fürstenhaus Fürstenberg, solche Windparkpläne hege, aber nirgends beobachtete man konkrete Aktivitäten. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER bestätigt der Rathauschef, dass die Stadt bezüglich der geplanten vier Windräder im Spitalwald Überlingen eine negative Stellungnahme abgegeben hat. Bekanntlich haben Pfullendorf und Heiligenberg ein eigenes artenschutzrechtliches Gutachten erstellen lassen, und auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde die ablehnende Haltung zum großen Abo-Windpark formuliert, die der Genehmigungsbehörde im Landratsamt vorliegt.