Nach dem Debüt vor zwei Jahren und der schlechten Witterung und dem damit nicht überragenden Besuch im vergangenen Jahr, hat Veranstalter Ewald Restle noch einmal auf seine Idee eines Blasmusikfestivals gesetzt und damit bewiesen, dass man nicht so schnell aufgeben darf.

Drei Tage feiern war angesagt. Und das wurde dann auch ausgiebig genutzt.
Drei Tage feiern war angesagt. Und das wurde dann auch ausgiebig genutzt. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Mit einigen Neuerungen, mit einer Auswahl an Musikkapellen, die so wohl einmalig im Süden sein dürfte und mit einer perfekten Organisation ist das dreitägige Fest über die Bühne gegangen.

Die Stimmung war bestens und die Besucherzahl groß.
Die Stimmung war bestens und die Besucherzahl groß. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Genaugenommen waren es zwei Bühnen, die man aufgebaut hatte und dazu noch eine große Videowand. Auf der konnten dann auch die Besucher das Bühnengeschehen bestens miterleben, die sich ein Plätzchen von den Bühnen entfernt gesichert hatten.

Stehend oder sitzend verfolgen die Musikfreunde Auftritte von über 30 Bands.
Stehend oder sitzend verfolgen die Musikfreunde Auftritte von über 30 Bands. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Diese standen diesmal in Gegenrichtung zur Stadt und das hatte zur Folge, dass diejenigen, die sich so oft vom Seepark zwangsbeschallen lassen müssen, diesmal ganz in Ruhe zu Hause auf dem Balkon sitzen konnten. Wer nicht zu Hause blieb, der konnte über 35 Bands erleben, die ins Badische gekommen waren.

Auch die Mädels vom Musikverein Großschönach waren, wie viele Musiker aus den Vereinen, in den Seepark gekommen. Ihr Urteil: "Echt super!"
Auch die Mädels vom Musikverein Großschönach waren, wie viele Musiker aus den Vereinen, in den Seepark gekommen. Ihr Urteil: "Echt super!" | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Und die boten an drei Tagen ein Programm, dass man zweifellos als "erste Sahne" bezeichnen dürfte. Hier kam jeder auf seine Kosten, der Musik schätzt, die mit Blasinstrumenten erzeugt wird und nicht vom Computer.

Die Stimmung ist ausgelassen und die Preise zivil. Musiker und Fans feiern gemeinsam drei Tage lang.
Die Stimmung ist ausgelassen und die Preise zivil. Musiker und Fans feiern gemeinsam drei Tage lang. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Von Polka bis Pop, von Marsch bis Mainstream, es fehlte nichts. Große und kleine Formationen, Traditionelles und Experimentelles, das war ein Überblick über die Blasmusikszene, wie man ihn sonst wohl nur selten finden dürfte.

Blasmusik ist Trumpf im Seepark und die Qualität durchweg ausgezeichnet.
Blasmusik ist Trumpf im Seepark und die Qualität durchweg ausgezeichnet. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Auch Susanne Schilkle von der Musikkapelle Großschönach ist dieser Meinung. Wie viele anderen Blasmusiker aus der Region war sie in den Seepark gekommen und lobte die Vielfalt. "Die Qualität ist enorm", stellte sie fest. Natürlich sei man nicht von jedem Musikstil gleich begeistert, aber man bekomme hier bestens mit, was sich in der Blasmusikszene so abspielt.

Die Aufforderung zum Jubel war unnötig. Das Publikum ging auch so richtig mit.
Die Aufforderung zum Jubel war unnötig. Das Publikum ging auch so richtig mit. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Das sah auch Kacper Grzanki so. Er spielt Trompete bei der Dizzy Boys Brass Band, die aus Polen angereist war. "Ich habe noch nie ein solches großartiges Festival erlebt", gestand der Musiker. Hier könne man sich mit Kollegen austauschen, das Publikum sei wahnsinnig gut und die ganze Atmosphäre unvergleichlich.

Aus Polen angereist ist die "Dizzy Boys Brass Band", deren Trompeter Kacper Grzanki (zweiter von links) hat noch nie ein solch großartiges Festival erlebt, wie er dem SÜDKURIER sagt.
Aus Polen angereist ist die "Dizzy Boys Brass Band", deren Trompeter Kacper Grzanki (zweiter von links) hat noch nie ein solch großartiges Festival erlebt, wie er dem SÜDKURIER sagt. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Unvergleichlich dürfte auch so manche Darbietung gewesen sein. Erst zum zweiten Mal mit dabei war die "Dubbos Big Band". Kein Wunder, denn sie wurde im vergangen Jahr extra für das Musikprob ins Leben gerufen. Von vielen Besuchern gelobt wurden die zivilen Preise bei den Getränken.

Die "Dubbos Big Band" hat man im vergangenen Jahr extra für das Musikprob gegründet. Die Künstler werden vom Publikum für ihre Stilvielfalt gefeiert. <em>Bilder: Karlheinz Fahlbusch</em>
Die "Dubbos Big Band" hat man im vergangenen Jahr extra für das Musikprob gegründet. Die Künstler werden vom Publikum für ihre Stilvielfalt gefeiert. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

"Da zahlst du in mancher Gaststätte schon deutlich mehr", stellte Kevin Gröner aus Singen in dem Zusammenhang beispielsweise fest. Und auch an den zahlreichen Imbissständen gab es keine überzogenen Preise, wie man sie bei solchen Veranstaltungen sonst oft findet.

Video: Karlheinz Fahlbusch

Der Termin für 2019 steht schon fest

Ewald Restle im SÜDKURIER-Gespräch, der zum dritten mal das „Musikprob“ im Seepark veranstaltet hat.

Herr Restle, wie sind Sie mit der Besucherzahl zufrieden?

Die ist natürlich noch steigerungsfähig. Aber wir hatten am Freitag und Samstag rund 3800 zahlende Besucher. Am Sonntag war der Eintritt frei und es war den ganzen Tag etwas los. Alleine beim ökumenischen Gottesdienst mit Heilix Blechle haben wir über 550 Menschen gezählt. Da gab es sogar noch eine Taufe. Das ist doch super.

Was hat sie besonders bei der diesjährigen Veranstaltung erstaunt?

Dass die Leute so großartig mitgemacht und unheimlich lange ausgehalten haben. Am Samstagabend war es um 24 Uhr noch gerammelt voll der Bühne. Als wir um 2.30 Uhr aufgehört haben, da feierten immer noch über 300 Leute die Musiker. Es war einfach gigantisch. Und es gab keinerlei Vorkommnisse, außer dass ein Besucher auf der Toilette eingeschlafen ist (lacht).

Wird es denn nun auch im kommenden Jahr wieder ein Musikprob 2019 geben?

Auf jeden Fall. Es steht sogar schon der Termin fest. Wir werden vom 19. bis 21. Juni wieder Blasmusik in allen Stilrichtungen bieten. Wir haben sogar schon 300 Karten fürs kommende Jahr verkauft.