In diesem Jahr werden grundlegende Konzepte und Baubeschlüsse gefasst, die Pfullendorf prägen und die Verwaltungsarbeit bestimmen werden, kündigte Bürgermeister Thomas Kugler beim Neujahresempfang an. Der zweite Bauabschnitt der Umgehungsstraße wird im Herbst für den Verkehr freigegeben und zuvor die Millionenbaustelle „Dominikanerinnenkloster“ beendet werden. Die Planungen für das neue Pflegeheim, das 2021/2022 gebaut werden soll, laufen auf Hochtouren und eine „Mammutaufgabe“ sei die Umsetzung der Schulkonzeption mit der geplanten Verbundschule. „Das wird spannend“, ist Kugler überzeugt. Mit der evangelischen Kirche sollen Planung, Konzept und Standort für das Kindertagheim festgelegt werden, um zeitnah mit dem Ersatzbau zu beginnen. „Diese Konzeptionen werden viele Diskussionen und Entscheidungen fordern und wir werden sie mit unserer pragmatischen Art und Weise zu einem guten Ende bringen“, erklärte der Rathauschef.

„Liebe zur Heimatstadt“

Dass man diese Herausforderungen meistern wird, ist für den seit 14 Jahren amtierenden Rathauschef einer Tatsache geschuldet: „Die Liebe der Menschen zu ihrer Heimatstadt, der funktionierende Zusammenhalt aller Akteure und auch das Vertrauen auf unsere Fähigkeiten.“ Sein Dank galt allen Verantwortlichen in Vereinen, Feuerwehren, Dorfgemeinschaften, Kirchen und Organisationen, die ehrenamtlich wertvolle und unbezahlbare Dienste für die Gesellschaft leisten. Er forderte die Bürger auf, sich an den Prozessen zu beteiligen und aktiv einzubringen, wobei das Jubiläumsjahr beste Möglichkeiten biete. Kugler sieht den Veranstaltungsreigen als gute Möglichkeit, die Identifikation der Bürgerschaft mit ihrer Heimatstadt zu steigern, um nach innen, wie außen ein geschlossenes Bild einer funktionierenden Gesellschaft abzugeben. 

„Stimmung im Land schlechter, als die Lage“

Die Entwicklung der Kommune wird auch durch die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben maßgeblich beeinflusst. „Hier wird die Bauentwicklung der nächsten 15 Jahre fixiert“, verdeutlichte Kugler, dass durch das Planwerk Möglichkeiten geschaffen würden, wobei die Stadt später die Umsetzung bestimme. Insgesamt sieht er Pfullendorf auf einem guten Weg, und das Land stehe „vielleicht oder hoffentlich vor neuen goldenen Zwanzigern.“ Deshalb dürfe man Weltuntergangspropheten keine Plattform bieten, sondern die Zukunft aktiv und zupackend angehen. Die Stimmung ist nach seiner Überzeugung schlechter, als das die tatsächliche Lage.

„Wahlergebnis war Misstrauensvotum“

Als Misstrauensvotum wertet der Kommunalpolitiker das Ergebnis der Landtagswahl: „Viele Bürger fühlen sich nicht mehr mitgenommen.“ Rückblickend auf die Kommunalwahl im Mai 2019 lobte Kugler, der als Fraktionschef der CDU das höchste Stimmenergebnis bei der Kreistagswahl erhalten hatte, den sachlichen und fairen Wahlkampf. Als Zeichen, dass es Freude macht, sich für die Stadt und die Ortsteile zu engagieren, wertete der die große Zahl an Kandidaten.

Ausbau des Fernwärmenetzes

Beim Klimawandel mahnte er zur Besonnenheit, denn blinder Aktionismus bringe nichts. Man sollte alle Konsequenzen benennen und ehrlich bewerten, um eine umsetzungsfähige und brauchbare Strategie zu entwickeln, ohne den Wohlstand und die innere Stabilität zu gefährden: „Scheinbare Umwelthelden ohne Konzept bringen nichts.“ Ein konkretes Klimaprojekt haben die Stadtwerke mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes auf den Weg gemacht, als bislang größte Investition des Eigenbetriebes.