Gute Laune kommt von innen

Wer gute Laune verbreiten will, muss selbst ein fröhlicher Mensch sein. Diese Binsenweisheit verkörpert Erich Koch quasi in Persona. Zumeist federnden Schrittes durchschreitet der Pfullendorfer sein Städtle und grüßt stets mit einem Lächeln im Gesicht. Seine 70 Jahre sieht man dem agilen Mann nicht an. Wahrscheinlich, weil er im Herzen immer jung geblieben ist. Und dafür sorgt seine Leidenschaft – das Schreiben von Theaterstücken. Jetzt hat er seinen 100. Dreiakter für die Bühne fertig gestellt, mit dem passenden Titel: "Mutter wird 100." Wer hätte das gedacht?

400 bis 500 Bühnen spielen seine Stücke

Erich Koch ist der meistgespielte Autor im deutschsprachigen Raum, zu dem auch Österreich, Belgien oder die Schweiz gehören. Seine Stücke werden jährlich von 400 bis 500 Bühnen gespielt und viele schicken dem Erfolgsautor eine Einladung, sich doch persönlich von der Umsetzung zu überzeugen. Theater und Schauspiel haben Koch schon von Kindesbeinen an begeistert. "Ich habe schon im Kindergarten Theater gespielt", erinnert sich der gebürtige Karlsruher. Auch bei seinem späteren Arbeitgeber, der Bundeswehr, war er auf der Bühne aktiv. Als er im Jahr 2002 die Uniform, an der zuletzt die zwei silbernen Sterne als Oberstleutnant glänzten, auszog, war für Erich Koch der Zeitpunkt gekommen, aus seinem Hobby einen Beruf zu machen – Theaterstücke schreiben.

"Jeden Tag habe ich neue Ideen"

Ideen schwirrten ihm genug durch den Kopf, allein es fand sich kein Verleger, der sein Manuskript "Alles Baumtheater" veröffentlichen wollte. "Ein Jahr habe ich nach einem Verlag gesucht", erzählt der Autor im SÜDKURIER-Gespräch, dass schließlich der in Darmstadt ansässige Reinehr-Verlag das erste Koch-Buch veröffentlichte. Der Erfolg gab Verleger und Autor recht und so flossen weitere Bücher aus der Feder des Pfullendorfers. Das "Baumtheater" wurde schnell auch ins Repertoire der Badisch Bühn in Karlsruhe aufgenommen, die damals zusätzlich für die Aufführung noch Schauspieler suchte. "Ich habe mich beworben und mit dem Regisseur gesprochen, der nicht wusste, dass ich der Autor des Stücks bin", erinnert sich Koch mit einem Lachen. Er wurde engagiert und war bis 2007 auf einer der bekanntesten Bühnen Deutschlands aktiv.

Ideen werden im Gag-Buch notiert

Um zu verhindern, dass er nach so vielen Jahren für ein neues Werk gelungene Gags aus alten Stücken übernimmt, hat Erich Koch seine Gagbücher. Darin werden alle Einfälle notiert und wenn sie für ein Bühnenstück verwendet wurden, fein säuberlich gestrichen. Mit dieser Methode war der Pfullendorfer in den vergangenen Jahren auf vielen Bühnen enorm erfolgreich. Das Finanzielle erledigt übrigens sein Verlag für ihn. Er schickt das neueste Manuskript ein, das von den Lektoren im Prinzip problemlos akzeptiert wird. Dann wird das Stück gedruckt, der Verlag kümmert sich um die Vermarktung und vieles mehr und überweist Koch dann seine anteiligen Tantiemen. "Es gibt immer mehr Bühnen", widerspricht er der Einschätzung, dass die Laientheater vor dem Aus stehen, allein bei den Schauspielern im mittleren Alterssegment hapert es.