Sie ist eine Mitfünfzigerin und in ihrer Freizeit gerne mit dem Regiobus in Richtung Überlingen unterwegs. Während sie den Fahrstil dieser Fahrer oft für sehr gewagt hält und sie dabei stets befürchten müsste, dass bei dieser Raserei der Bus einmal die Kurven nicht mehr kriegt und mit seiner Menschenladung umkippt, würden die Fahrer der Zubringer-Busse zu den Veranstaltungsorten einen viel gemächlicheren Stil pflegen.

Besonders amüsant

Der Fahrer aus Norddeutschland, der die Besucher zum Affenberg nach Salem bringt. Dieser erzählte ihnen auf der Fahrt, dass die dort lebenden Affen sehr gebildet seien. Sie hätten allesamt auf der Eliteschule Schloss Salem studiert. So könnten sie den Schülern bei den Hausaufgaben helfen und seien auch gerne bereit, mal in einem Haushalt auszuhelfen. Etwas Obacht müssten die Damen geben, weil die hochintelligenten Affen immer gerne wüssten, um wen es sich da konkret handelt. Demzufolge hätten die Tiere ein ausgeprägtes Bedürfnis, in deren Handtaschen nach dem Reisepass oder Personalausweis zu kramen, um das dort abgebildete Gesicht mit der Besitzerin abgleichen zu können. "Oh really", ja wirklich, staunte ein im Bus sitzendes irisches Besucherpaar nicht schlecht. Die Mitfünfzigerin lachte lauthals heraus. Das erinnerte sie an ihre beiden Brüder, die auf ihrer Irlandreise einem Ehepaar, das ihnen ihr Penthouse vermietete, einen tüchtigen Bären aufbanden, als sie über ihr Tageserlebnis berichteten. So meinte der eine, dass er auf einer Ranch bei Sligo auf einem "Monkey", einem Affen geritten sei. "Oh really", stießen auch da die Iren völlig perplex aus. Denn so etwas kommt in der Tat höchst selten vor. In aller Regel wird jemand nur dann vom Affen geritten, wenn er zu viel an hochgeistigen Getränken zu sich genommen hat. In diesem Fall aber lag es am Versprecher des Deutschen: Er hatte einen "Donkey", einen Esel gemeint. Und dieses edle und stille Nutztier lässt sich bekanntlich nicht so leicht zum Affen machen.