Stadt und Stadtwerke lassen bei der unabhängigen Energieagentur Sigmaringen unter dem Projektnamen „Altstadtquartier“ ein Konzept erstellen, um für Pfullendorf neue Energielösungen zu finden. Wesentliche Punkte der Stadtentwicklung sind neben Barrierefreiheit und Breitbandausbau die Bereiche Energieeinsparung und Wärmeversorgung. Im Fokus steht der Bau eines Wärmenetzes, wo es technisch machbar und wirtschaftlich tragfähig ist.

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Maßnahmen sollen zur Verbesserung der Wohnqualität beitragen

„Es geht um Kraft-Wärme-Kopplung und energetisch optimal erzeugte Energie“, stellte Stadtwerke-Chef Jörg-Arne Bias gestern bei einem Pressegespräch fest. Ziele seien eine CO2-neutrale Wärme- und Stromversorgung, das Senken von Energiekosten und die Verbesserung der Wohnqualität.

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Rund 500 Gebäude befinden sich im Quartier

Das Altstadtquartier umfasst sowohl die Kernstadt als auch angrenzende Wohngebiete vor allem aus den 1960er/70er Jahren wie etwa „Kogenäcker“ oder „Am Einfang“. Es handelt sich um rund 500 Gebäude, davon 38 öffentliche, die SRH-Klinik, 43 Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsgebäude sowie 420 reine Wohngebäude. Wer in diesem Quartier wohnt, erhält dieser Tage ein persönliches Anschreiben sowie Besuch von der Energieagentur.

Kostenlose Informationsmöglichkeit

„Bis Ende des Jahres wollen wir das komplette Gebiet begehen und Gespräche mit allen betroffenen Gebäudebesitzern führen“, erklärte Michael Bauer von der Energieagentur. Eigentümer könnten sich zu Sanierungsmaßnahmen kostenlos beraten lassen, die Energieagentur zeige Einsparpotenziale auf und informiere über Zuschüsse.

„Wollen gemeinsam etwas erreichen“

Wie viel Wärme wird pro Quadratmeter Straße benötigt, wo macht Nahwärmeversorgung Sinn und haben die Immobilienbesitzer überhaupt Interesse? Um solche Fragen gehe es laut Bauer bei der Bestandsanalyse, beim Erfassen und Auswerten der Energie- und Infrastrukturdaten. Er sagte: „Wir beziehen die Bürger ein und entscheiden nicht über ihre Köpfe hinweg. Wir wollen gemeinsam etwas erreichen.“

Bis Ende 2020 soll das Konzept erstellt sein, kündigte Bürgermeister Thomas Kugler an. Dann würden die sich daraus ergebenden Maßnahmen umgesetzt.