Pfullendorf – Michael Schnurr und Rainer Jörger sind wieder mit der Kamera unterwegs gewesen, um Material für die Pfullendorfer Stadtgeschichten zu filmen. Dieses Mal rauschte allen Beteiligten weniger Adrenalin durch den Körper als beim jüngsten Dreh auf dem Bisonhof in Kleinstadelhofen. Denn im Gegensatz zu den zotteligen Wildrindern konnte das Filmteam dem Hauptdarsteller gefahrlos Regieanweisungen geben und der 54-jährige Bluesmusiker Steve Clayton machte bereitwillig mit. "Bitte noch mal und etwas langsamer laufen", hieß es zum Beispiel am Stadtsee, an dem der Musiker vor der malerischen Kulisse mit Insel, Fontäne, Altstadthäusern und Stadtkirche entlangschlendern sollte. Sweet Home Pfullendorf! Allein die Ente, die ebenfalls auf dem Fußweg unterwegs war, wollte nicht im Takt mitwatscheln.

Die Macher der Pfullendorfer Stadtgeschichten gehen der Frage nach, wie es Steve "Big Man" Clayton nach Pfullendorf verschlagen hat. Der bekannte Bluespianist lebt hier seit fast 20 Jahren und so viel sei verraten: Seine Frau Theresa ist nicht unschuldig an der Tatsache, dass er seinen früheren Wohnsitz Birmingham gegen Pfullendorf eintauschte. "Schwäbisch habe ich an der Theke gelernt", schmunzelt Clayton mit englischem Akzent.

Seit über 35 Jahren singt und spielt Clayton in der Top-Liga der Bluesmusik. Seine Leidenschaft ist Boogie Woogie, aber auch Gospel und Rock' n' Roll. Seinem Vater sei Dank, dass er dem damals zehnjährigen Steve ein altes Klavier kaufte und ihn zum Klavierunterricht anmeldete.

Aus Clayton wurde ein Vollblutmusiker und er genießt in einen sehr guten Ruf. In Großbritannien wurde er 1995, 1997 und 1998 von der British Blues Connection als bester Bluespianist ausgezeichnet. Wie aus seiner Biografie hervorgeht, hat er Blues-Legenden wie Louisiana Red, Shuggy Otis sowie Carey Bell auf einigen ihrer Europa-Tourneen am Piano begleitet.

Bei seinen Konzerten in ganz Europa gibt Clayton auch eigene Stücke zum Besten. Er hat mittlerweile 134 Songs getextet und komponiert. Das Publikum liebt sein temperamentvolles Tastenspiel, das mit so mancher Showeinlage garniert ist. Er gibt alles bei Konzerten, rackert sich ab und beweist große Entertainer-Qualität. In den Konzertbesprechungen fallen regelmäßig Begriffe wie grandios, einzigartig, spritzig. Wer Clayton schon bei einem seiner Heimspiele erlebt hat, wird das bestätigen: Zuletzt war er bei der Boogie-Woogie-Nacht und beim Gospelkonzert in der Christuskirche zu hören.

Was es mit der Bezeichnung "King of Barrelhouse Piano" auf sich hat und welche Rolle ein Mini Cooper in Claytons Lebensgeschichte spielte, wird sich bei den Stadtgeschichten zeigen. Außerdem stellte Regisseur Michael Schnurr in Aussicht: "Die Besucher dürfen sich am 21. Oktober auf eine Überraschung auf der Bühne freuen."

Pfullendorfer Stadtgeschichten

Aufführungstermin für die Multimediashow "Pfullendorfer Stadtgeschichten" ist Samstag, 21. Oktober, um 19 Uhr in der Stadthalle am Jakobsweg. Karten gibt es ab dem Frühsommer bei der SÜDKURIER-Geschäftsstelle in der Hauptstraße und bei der Tourist-Info im Rathaus. Der SÜDKURIER ist Medienpartner der Veranstaltung. Bereits am Neujahrsempfang konnten Bürger den Trailer zu der neuen Ausgabe betrachten. Der Trailer steht im Internet auf der Homepage der Stadt zum Download bereit: www.pfullendorf.de