Eine Fülle an praxistauglichen Tipps für ein gesünderes Leben hat der Konstanzer Sportmediziner Michael Despeghel in der Stadtbücherei vorgestellt. Darüber informiert Leiterin Martina Feldt in einem Pressetext. Despeghel gilt als ein Experte in Sachen Lebensstiländerung, berät zur betrieblichen und individuellen Gesundheitsförderung und hat mehrere Bücher zum Thema verfasst.

In der Pfullendorfer Stadtbücherei in der Steinscheuer stellte er nun sein Fitnessprogramm vor und inspirierte zu einer gesünderen Lebensführung. Zuerst umriss er dabei die Problematik: Der Mensch habe sich in der modernen Welt zum „Dauersitzer“ entwickelt, so sitzt der Büromensch täglich durchschnittlich 11,5 Stunden lang und erhöht damit massiv das Risiko für die weitverbreiteten chronischen Zivilisationserkrankungen. „Sitzen ist das neue Rauchen“, gab Despeghel zu bedenken, dass der Bewegungsmangel in der modernen Gesellschaft inzwischen als Risikofaktor Nummer eins gilt.

Gerade das berüchtigte Bauchfett mit seinen entzündungsanfälligen und stoffwechselaktiven Zellen sorge für einen erhöhten Bluthochdruck und gelte als Gradmesser für einen gefährdeten körperlichen Zustand. Mehr Bewegung in den Alltag integrieren könne jeder, der sich einmal bewusst dafür entschieden habe. Bereits nach einem Jahr Training lasse sich das Herzinfarktrisiko um 70 Prozent reduzieren, die physische und psychische Leistungskraft spürbar erhöhen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern, stellte der Fitnesscoach in Aussicht.

Mit kurzen, aber dafür sehr kraftvollen Sporteinheiten lasse sich bereits viel bewirken: „Mit sechs Minuten effizientem Krafttraining täglich lässt sich die Leistung innerhalb 12 Wochen um 40 Prozent steigern“, sagt Despeghel. Dabei sei es allerdings wichtig, in kurzen Intervallen an seine persönliche Schmerzgrenze zu gehen. „Nur ein deutlicher Reiz lässt den Muskel als Fettverbrenner wachsen, ein Training ohne anschließenden Muskelkater bringt dagegen nicht viel“, empfahl der Fitnesscoach, den Einsatz von Gewichten nicht zu scheuen. Das sogenannte „high intensity training“ lasse sich bei fast allen Sportarten integrieren und zu mehr sportlicher Effizienz verhelfen. Kurze, aber kraftvolle Sprints beim Joggen oder Radfahren brächten zusätzliches Muskeltraining, auch solle man beim Nordic Walking immer mal wieder die Stöcke in die Hand nehmen und „richtig Gas“ geben.

Beim Thema Gewichtsreduzierung lässt sich das Thema Ernährung selbstverständlich nicht ausklammern. „Verzichten Sie an vier Tagen auf Weißmehl, Alkohol und Süßigkeiten und seien Sie an den verbliebenen drei Tagen etwas weniger streng mit sich." Allzu dogmatische Ernährungsregeln führten eher zu Frust und Ablehnung. In Kombination mit zweimal 20 Minuten Ausdauertraining und einem kurzen, aber hochintensiven Muskeltraining könne damit sehr viel bewirkt werden.