Wer bezweifelt, dass Jugendliche sich für Blasmusik begeistern lassen, der konnte sich am Samstag in der Pfullendorfer Stadthalle davon überzeugen lassen, dass diese Sorge nicht begründet ist. Das oberschwäbische Jugend-Blasmusik-Festival erlebte ein begeistertes Publikum, motivierte und kreative Jugendliche und ein Ergebnis des Wettbewerbs, das überraschte: Die Jury setzte die Jugendkapelle Frickingen-Altheim-Wintersulgen auf den ersten Platz. Die Kapelle unter Leitung von Christian Weissenrieder hatte mit dem rockigen „Straight Fit“ und ihrem „Day at the Circus“ die Nase vorn. Bei diesem Titel kam der geforderte Showteil zur Geltung. Clowns, Akrobaten, wilde Tiere und ein Raketenmann hatten die Mädels und Jungs dafür mitgebracht.

Stadtmusikdirektor Thomas Stöhr (links als Kapitän) und die Jugendkapelle Pfullendorf schafften es auf den dritten Platz und konnten neben einem Scheck über 600 Euro auch noch Sachpreise mit nach Hause nehmen. Mit "Idian Fire" und "Santiano" hatten die Linzgauer ihre Klasse bewiesen und waren als Favorit gehandelt worden.
Stadtmusikdirektor Thomas Stöhr (links als Kapitän) und die Jugendkapelle Pfullendorf schafften es auf den dritten Platz und konnten neben einem Scheck über 600 Euro auch noch Sachpreise mit nach Hause nehmen. Mit "Idian Fire" und "Santiano" hatten die Linzgauer ihre Klasse bewiesen und waren als Favorit gehandelt worden. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Wertungen der Jury umfassten zehn Kategorien und flossen mit 75 Prozent in die Gesamtwertung ein. Das Publikum war mit 25 Prozent beteiligt. Wer sich nach den Auftritten der Musiker umgehört hatte, der sah Sigmaringen und Pfullendorf in der Favoritenrolle. Die beiden Orchester hatten mit Verkleidungen und Requisiten und einer ausgezeichneten musikalischen Darbietung brilliert. Die Jugendkapelle Baltringen reduzierte die geforderten Showelemente auf Aufstehen und Hinsitzen. Dirigentin Claudia Romer hat die junge Truppe aus dem Kreis Biberach erst vor sieben Wochen übernommen und konnte sich da wohl nur auf das Musikalische konzentrieren. Aber das war sehr beeindruckend.

Die Jugendkapelle BEATZ, eine Formation der Stadtkapelle Aulendorf, bot unter Leitung von Julia Walser mit „Sweet Caroline“ und „Y.M.C.A“ solide Kost aus dem Pop-Genre und kam zusammen mit Baltringen auf den vierten Platz.

Susanne Seßler (links) und die Jugendkapelle FortisSIGmo aus Sigmaringen konnten ihren Erfolg des vergangenen Jahres nicht wiederholen und kamen auf den zweiten Platz. Als Trostpflaster gab es 700 Euro und Sachpreise. Mit "Santiano" und "Pirates of the Caribean" hatten die Sigmaringer aber bewiesen, dass sie nach wie vor spitze sind.
Susanne Seßler (links) und die Jugendkapelle FortisSIGmo aus Sigmaringen konnten ihren Erfolg des vergangenen Jahres nicht wiederholen und kamen auf den zweiten Platz. Als Trostpflaster gab es 700 Euro und Sachpreise. Mit "Santiano" und "Pirates of the Caribean" hatten die Sigmaringer aber bewiesen, dass sie nach wie vor spitze sind. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Dirigent Thomas Stöhr gab sich mit der Jugendkapelle Pfullendorf mal als Winnetou und mal als Kapitän bei den Stücken „Indian Fire“ und „Santiano“. Mit kreativen Requisiten und einer Top-Leistung reichte es dann aber nur für den dritten Platz. Ebenfalls „Santiano“, dazu aber noch die „Pirates of the Caribean“ hatte sich die Jugendkapelle FortisSIGmo unter Leitung von Susanne Seßler ausgesucht. Vergebens. Hatten sie im vorigen Jahr noch den Sieg nach Hause nehmen können, so mussten sich die Hohenzollern diesmal mit dem zweiten Platz begnügen.

Video: Karlheinz Fahlbusch