Kindergarten meldet Gasalarm

Eine aufregende erste Unterrichtsstunde erlebten hunderte Schüler des Staufer-Gymnasiums und auch die Mädchen und Jungen des benachbarten Kindertagheims werden noch lange an diesen Tag denken. Aufgrund eines vermeintlichen Gasalarms wurden die beiden Einrichtungen evakuiert, bis die Einsatzkräfte nach etwa einer halben Stunde Entwarnung gaben. Ausgelöst hatten den Alarm die Erzieherinnen des Tagheims, nachdem sie einen ungewöhnlich starken Geruch und laute Geräusche wahrgenommen hatten. Aufgrund des scharfen Amoniakgeruchs sowie dem Geräuschpegel, der hörbar aus dem Leitungsnetz kam, befürchteten die Verantwortlichen ein Leck im Gasnetz und damit ausströmendes Gas.

Das evangelische Kindertagheim und das Staufer-Gymnasium wurden nach dem vermeintlichen Gasalarm geräumt.
Das evangelische Kindertagheim und das Staufer-Gymnasium wurden nach dem vermeintlichen Gasalarm geräumt. | Bild: Volk, Siegfried

Angesichts der drohenden Gefahr alarmierten sie die Feuerwehr, die nach dem Eintreffen auch die Evakuierung des benachbarten Staufer-Gymnasiums anordneten, die entsprechend den festgelegten Fluchtszenarien klassenweise erfolgte. Geordnet marschierten die Schüler zum Sammelpunkt an die etwa 100 Meter entfernte Stadthalle und beobachteten das Geschehen. Die Kindergartenkinder wurden unterdessen in der evangelischen Christuskirche beziehungsweise im Foyer und dem Begegnungsraum untergebracht.

"Ein beißender Amoniakgeruch"

Auch an der Übergabestation, die sich gegenüber dem Gymnasium befindet, wurden Messungen durchgeführt.
Auch an der Übergabestation, die sich gegenüber dem Gymnasium befindet, wurden Messungen durchgeführt. | Bild: Volk, Siegfried

Die Feuerwehr sperrte die Umgebung von Schule und Kindergarten weiträumig ab und brachte einen Druckbehälter in Stellung, mit dem Sauerstoff in Gebäude reingeblasen wird. Da es sich um einen Gasalarm handelte, durfte kein motorengetriebener, sondern nur ein mit Wasser betriebener Druckbehälter eingesetzt werden. Das notwendige Wasser stammte aus dem Tank eines Feuerwehrfahrzeuges. Gleichzeitig wurden Messungen durchgeführt, und schnell war klar, dass kein Gas ausgetreten war. Woher die lauten Leitungsnetze kommen, konnte gleichfalls rasch geklärt werden. Angesichts der kalten Temperaturen ist der Gasverbrauch stark angestiegen und kältebedingt ist das Strömen des Gases in den Leitungen gut zu hören.

Um das Gefrieren des Schlauchwassers auf der Straße zu verhindern, streuten die Feuerwehrleute Enteisungsmittel.
Um das Gefrieren des Schlauchwassers auf der Straße zu verhindern, streuten die Feuerwehrleute Enteisungsmittel. | Bild: Volk, Siegfried

Im Einvernehmen mit der Polizei wurde dann der Einsatz nach knapp 40 Minuten beendet, und Schüler und Kindergartenkinder konnten in ihre Gebäude zurückkehren. Um zu verhindern, dass ausgelaufenes Schlauchwasser auf der Straße gefriert, bestreute die Feuerwehr die Flächen noch mit Enteisungsmittel.